Wort zum Sonntag

„Das Wort zum Sonntag, 1. Mai 2022“

Das Wort zum Sonntag, 1. Mai 2022

Das Wort zum Sonntag, 1. Mai 2022

Pastorin Astrid Cramer-Kausch
Astrid Cramer-Kausch
Nordschleswig
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Das Wort zum Sonntag, 1. Mai 2022, von Pastorin Astrid Cramer-Kausch, Pfarrbezirk Tingleff

Alle Sonntage im Kirchenjahr haben ja einen Namen. Der 2. Sonntag nach Ostern – das ist „Miserikordias Domini“. Das nimmt Worte aus Psalm 23 auf. Viele kennen diesen Psalm 23: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln …“ Und dazu gehören Worte aus dem Johannesevangelium 10, 11. „Ich bin der gute Hirte.“ Dieses Leit-Bild gibt dem Gottesdienst seinen roten Faden. Nun ist am 1. Mai 2022 auch Tag der Arbeit und immerhin: Um einen Beruf geht es ja auch – den Schafhirten. Aber eigentlich ist Gott gemeint, der uns Menschen begleitet und beisteht, mit uns auf dem Weg ist.

Einen guten Wegbegleiter, eine vertrauensvolle Bezugsperson, also jemanden, der uns Freiraum lässt, aber auch behütet, bewahrt und beschützt, wenn Gefahr droht, jemand, der uns sucht und findet, wenn wir „lost“ sind – wer wünscht sich das nicht (ab und zu oder auch immer oder regelmäßig).

„Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde“ heißt es später in Psalm 23 …, und genau dort ist zurzeit auch meine Sehnsucht. In Krisenzeiten genauso wie in schönen Momenten und Lebensphasen – genau da liegt meine Sehnsucht und auch mein Glaube, meine Hoffnung.

„Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang“, so dichtet der Psalmist weiter … ein wunderschönes Bild für die Gegenwart und die Zukunft. Zwei starke HelferInnen im Leben werden da sein, so ist sich der Dichter hier gewiss: das Gute und die Barmherzigkeit. Beides gute Weg-Gefährtinnen und Begleiter im Leben.

Psalmen waren ja nicht nur Texte und Gedichte, sondern auch Lieder, die vorgesungen und gesungen wurden. So wie heute moderne Songwriter Lieder schreiben, um das gelebte Leben zu erzählen, um Emotionen auszudrücken, um Erlebtes zu teilen und auch um Mut zu machen, Botschaften in die Welt zu bringen, zu unterhalten und gute Laune zu machen, auch um zu trösten oder aufzuheitern – so taten dies Lieder und Musik schon immer.

Was brauchen wir, um uns geborgen zu fühlen mitten auf den unterschiedlichen Wegen des Lebens, mitten in allen Krisen, im Alltag und bei den schönen Dingen? Wie sieht dieser Tisch aus, der gedeckt wird für dich und mich, für uns alle? Was können wir tun, damit wir alle an solchen gedeckten Tischen Platz finden? Vielleicht fangen wir damit an, diesen Sonntag des guten Hirten als Einladung zu verstehen, genau diesen Psalm mal wieder zu lesen, zu beten … und das Gute und die Barmherzigkeit bei uns an den Tisch einzuladen, an unsere Küchen- und Gartentische, aber auch an alle Verhandlungstische dieser Welt. Seid bei Gott zu Gast. Bleibt behütet und bewahrt, seid gesegnet und gebt diesen Segen weiter.

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