Leitartikel

Wo liegen die Krankenhaüser am besten?

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
Apenrade/Aabenraa
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Das Krankenhaus in Apenrade. Foto: Archivbild: DN

Die fünf Regionen betreiben seit 2007 die Krankenhäuser des Landes. Solange die Regionen bestehen und es keine besseren Alternativen gibt, werden die Regionen auch ein weiteres Jahrzehnt für die Krankenhäuser verantwortlich sein, meint Gwyn Nissen.

Seit 2007 betreiben die fünf Regionen in Dänemark die Krankenhäuser des Landes. Und fast genauso viele Jahre stehen die Regionen in der Kritik: Sie seien überflüssig – zwischen Kommune und Staat solle es keine weitere politische und verteuernde Schicht geben, so die Kritiker.

Vergangene Woche nun standen sich die Regionsmitglieder Thies Mathiasen von der Dänischen Volkspartei und der Sozialdemokrat Karsten Uno Petersen in eben dieser Frage gegenüber. JydskeVestkysten hatte die Politiker zum Beginn des Folketingsjahres zum Duell eingeladen. Thies Mathiasen will die Politiker absetzen und stattdessen Aufsichtsräte mit Fachkräften besetzen: „Leute, die davon Ahnung haben.“

Karsten Uno Petersen dagegen sieht den Vorteil in einer politisch geleiteten Krankenhausstruktur zum einen, weil auch regionale Rücksicht genommen werden kann – und zum anderen weil die Wähler alle vier Jahre entscheiden können, wer am Tischende sitzt. Unterstützt wird der Sozialdemokrat von Kjeld Møller Pedersen. Der Professor in Gesundheitsökonomie und Gesundheitspolitik bestätigt den Regionen gute Arbeit: Sie kommen mit dem vom Staat zur Verfügung gestelltem Geld aus, die Produktion ist erhöht worden, die Wartezeiten sind verkürzt und die Patienten sind zufriedener. Außerdem, so Kjeld Møller Pedersen, seien sowohl Norwegen als auch Großbritannien Beispiele dafür, dass es keine gute Idee ist, wenn der Staat die Krankenhäuser übernimmt.

Weder Kjeld Møller Pedersen noch andere Experten empfehlen derzeit einen Wechsel an der Spitze der Krankenhäuser. Und auch die Politiker auf Christiansborg sind merkbar still geworden. Die Dänische Volkspartei, die Konservativen und die Liberale Allianz wollten die Regionen bereits nach der Folketingswahl 2015 abschaffen. Aber noch bestehen sie, und solange es keine besseren Alternativen gibt, werden die Regionen auch ein weiteres Jahrzehnt für die Krankenhäuser verantwortlich sein. Wichtig ist dabei aber vor allem, dass die Regionen Arbeitsruhe und Unterstützung von den Landespolitikern erhalten – statt dass immer wieder dazwischen gefunkt wird.

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