Leitartikel

Willkommen – aber ohne Handy

Peter Lassen
Peter Lassen Hauptredaktion
Apenrade/Aabenraa
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Foto: dpa

Facebook und Snapchat haben mitlerweile die volle Aufmerksamkeit der Gäste, meint Gastwirt Bo Bonde. Er fordert Gastgeber auf, dass diese Handy-Richtlinien für ihre Feier erlassen.

Nach dem größten Konfirmations-wochenende des Jahres platzte einem dänischen Gastwirt Anfang der Woche der Kragen, und er machte landesweit Schlagzeilen, als er die Handy-Kultur der Gäste bei Konfirmationen, Hochzeiten, Geburtstagen oder gar bei Beerdigungen scharf kritisierte. Die Feste oder Gedenkfeiern würden vielfach verdorben, weil die Eingeladenen ihre Mobiltelefone benutzen, während Reden gehalten, gesungen, gegessen oder getanzt wird.

Er sei fast 30 Jahre dabei, aber die Handy-Kultur habe nun Ausmaße erreicht, die jeder Beschreibung spotte. Vielfach sei der Festsaal entvölkert. Früher legten Gäste ab und an eine Rauchpause ein – unterhielten sich dann aber draußen mit anderen Nikotinsüchtigen.

So sei das nicht mehr, sondern draußen oder in den Gängen würden die Gäste allein mit ihren Handys stehen oder sitzen. Das Personal müsse die Leute in den Saal zurückholen, wenn Reden oder Lieder anstehen. Kindern würden I-Pads in die Hand gedrückt, um sie zu ruhigzustellen etc. etc.

Nein, er wolle gar nicht, dass alles wie früher wird, so Gastwirt Bo Bonde aus Løsning, aber es sei mittlerweile so, dass Facebook und Snapchat die volle Aufmerksamkeit der Gäste hätten.

Das stimmt die Gastgeber traurig, die sich viel Mühe und Kosten gemacht haben, um ein Fest zu feiern mit Familie und Freunden. Gastwirt Bonde fordert Gastgeber auf, dass sie für ihre Feier vorab Handy-Richtlinien erlassen. Jeder kann hier wohl selbst Erlebtes wiedererkennen. Es ist traurig, dass Verbote nötig sind, aber es wäre doch völlig in Ordnung, in der Einladung zu schreiben: „Ihr seid herzlich willkommen, aber lasst bitte das Handy im Auto!“ Oder wie es ein Gastgeber jüngst vor dem Festmahl sagte: „Ich habe eine Absprache mit dem Wirt, dass jeder Gast, der mit Handy gesichtet wird, sein Menü selbst zahlt.“ Das wurde eine tolle Fete, wo alle auch im übertragenen Sinn anwesend waren…

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