Leitartikel

„Unser digitales Angebot ab Neujahr kostenlos“

„Unser digitales Angebot ab Neujahr kostenlos“

„Unser digitales Angebot ab Neujahr kostenlos“

Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:

2018 war für die deutsche Volksgruppe in Nordschleswig und für den Nordschleswiger ein historisches Jahr, ist Gwyn Nissen überzeugt. Der Chefredakteur freut sich, 2019 mit vielen Lesern über den Wechsel zur digitalen Zeitung zu sprechen.

2018 war ein historisches Jahr für die deutsche Volksgruppe in Nordschleswig und nicht zuletzt für die Tageszeitung der Minderheit, „Der Nordschleswiger“. Im Juni beschloss der Hauptvorstand des Bundes Deutscher Nordschleswiger, die Papierausgabe des „Nordschleswigers“ ab Februar 2021 einzustellen, um stattdessen die tägliche Berichterstattung digital aufzubereiten.

Darüber ist in den vergangenen Monaten ausgiebig diskutiert worden. Denn natürlich ist die Entscheidung auch auf Kritik gestoßen. „Der Nordschleswiger“ ist Kulturerbe der Minderheit und war Jahrzehnte entscheidend für den Zusammenhalt in der Volksgruppe. Doch der vielgerühmte Kitt ist zerbröckelt. Heute erreicht die Papierzeitung nur einen Bruchteil der Volksgruppenmitglieder. Die Papierzeitung war daher nicht mehr zu retten.

Im Nachhinein haben die Verantwortlichen in der Minderheit eingeräumt, dass der demokratische Verlauf der Entscheidung anders hätte verlaufen können, um noch mehr Mitglieder mit einzubeziehen. Meine Behauptung ist aber weiterhin, dass dies nichts an der Entscheidung geändert hätte, wenn „der Nordschleswiger“ auch in Zukunft seiner Aufgabe gerecht werden soll, die gesamte Minderheit zu informieren. „Der Nordschleswiger“ hat gemeinsam mit der Volksgruppenführung den generationenübergreifenden Weg der Digitalisierung gewählt. Wir wollen junge Leute, Familien, Senioren, alte und neue Leser mit unserem zukünftigen digitalen Angebot gewinnen. Und wir werden allen, die wollen, dabei behilflich sein.

Unsere Gesellschaft wird immer digitaler. Das kann man als Gefahr betrachten oder auch als Möglichkeit. Die Digitalisierung des Nordschleswigers in etwas mehr als zwei Jahren ist daher auch eine Chance für einige, mit auf diesen Zug zu springen. Wir können ab 2021 zwar nicht mehr für Hygge am Küchentisch in Form einer Papierzeitung sorgen, aber wir werden digital noch aktueller für und über die Minderheit berichten.

Für uns ist entscheidend, dass wir immer noch inhaltlich aus der Volksgruppe berichten können.

Wir stellen beim „Nordschleswiger“ in den nächsten zwei Jahren die Nachrichtenproduktion laufend um. Monat für Monat verändern und verbessern wir unser digitales Angebot. Unsere Leser können daher jetzt schon reinschauen – und zwar ganz kostenlos. Ab 2019 stellen wir unser digitales Angebot nämlich allen zur Verfügung. Auch das ist eine Entscheidung des Hauptvorstandes gewesen: Wir gehen vom bezahlten Zeitungsabo zum kostenlosen digitalen Angebot.

Unter https://www.nordschleswiger.dk/de/e-zeitung

können sich Nordschleswiger digital anmelden – und erhalten anschließend mit E-Mail und Postleitzahl Zugang zu den digitalen Angeboten wie Online-Nachrichten, die elektronische Zeitung (E-Paper) und zum Zeitungsarchiv (von 1946 bis heute).

Noch sind wir digital nicht da, wo wir sein wollen. Es steht viel Entwicklungsarbeit vor uns, und erst im Februar 2021 stellen wir ganz um. Dann werden sämtliche aktuellen Inhalte nur noch digital veröffentlicht. Bis dahin lesen Sie gerne weiter die Papierausgabe des „Nordschleswigers“. Aber vielleicht schauen Sie schon mal bei uns auf nordschleswiger.dk vorbei und sehen, was da möglich ist, wenn wir Artikel mit noch mehr Fotos, Videos und Informationen aufbereiten können, als es in der Zeitung möglich ist.

2019 werden wir uns übrigens mit vielen Lesern sowie Verbands- und Vereinsvertretern treffen, um in der Minderheit den zukünftigen digitalen Auftritt gemeinsam zu gestalten. Vielleicht sehen wir uns also 2019 irgendwo bei zukunftsweisenden Gesprächen. Ich freue mich darauf.

Mehr lesen

Leitartikel

Helge Möller
Helge Möller Journalist
„Klimacontenance“

Leitartikel

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
„Mit Köpfchen“

Leserbrief

Christian Schulz
„Der sker aldrig noget i Haderslev!“