Leitartikel

Schnelle Hilfe – jetzt!

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Apenrade/Aabenraa
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Foto: Henning Bagger/Ritzau Scanpix

Sommerferien oder nicht: Das Folketing muss dringlichst ein Paket schnüren, das den Landwirten entgegenkommt. Für das Wetter sind die Politiker zwar nicht verantwortlich, aber für Regeln und Gesetzte: Zahlungen an die Landwirte können vorgezogen, Bezahlungen der Landwirte ausgesetzt werden, meint Chefredakteur Gwyn Nissen.

Die Landwirtschaft tappt in diesen Jahren von einer Krise in die nächste: Erst waren es die niedrigen Schweinepreise, dann rauschten die Milchpreise in den Keller und nun sind die dänischen Landwirte von der Dürre hart betroffen. Hinzu kam die Finanzkrise bei den Banken, die zu neuen finanziellen Konditionen für die Landwirtschaft führte. Bei jeder neuen Krise müssen Landwirte ihren Betrieb aufgeben – es sind wahrlich harte Zeiten auf dem Lande.

Vorige Woche schrieben wir auf der Titelseite „Die Bauern hoffen auf ganz schlechtes Urlaubswetter“. Ein Leser meinte, dies sei den Bauern gegenüber nicht fair, denn natürlich wünschen sie allen anderen keinen schlechten Sommer. Ihr Wunsch sei eher Regen in der Nacht und Sonnenschein tagsüber, schrieb der Leser. Dennoch zeigt unsere Überschrift deutlich wie sehr die Landwirtschaft derzeit unter der Dürre leidet. Seit Wochen schon kommen Landwirte mit der Bewässerung ihrer Felder nicht hinterher und müssen Teile ihrer Ländereien regelrecht aufgeben, um die Bewässerungsanlagen auf wenige Felder zu konzentrieren.

Auch die Futtersituation ist kritisch. Ein Landwirt berichtet wie er 45 Kühe schlachten muss, weil er nicht genügend Futter hat – und darüber hinaus zusätzlich eine Million Kronen ausgibt, um überhaupt Nahrung genug für die Tiere zu haben.

Und auch wenn es jetzt doch noch regnen sollte: Das Wasser kommt zu spät. Die Schäden sind vielerorts schon irreparabel. Die Meteorologen sehen kein Wasser am Ende des Tunnels und bezeichnen 2018 jetzt schon als die schlimmste Dürrekrise der letzten hundert Jahre: Die Situation ist extrem, sagt auch Bauernchef Martin Merrild.
Extreme Situationen muss man mit extremen Maßnahmen begegnen: Die dänische Landwirtschaft braucht akut Hilfe von politischer Seite.

Sommerferien oder nicht: Das Folketing muss dringlichst ein Paket schnüren, das den Landwirten entgegenkommt. Für das Wetter sind die Politiker zwar nicht verantwortlich, aber für Regeln und Gesetzte: Zahlungen an die Landwirte können vorgezogen, Bezahlungen der Landwirte ausgesetzt werden. Die Landwirtschaftsverbände haben einen ganzen Katalog an Vorschlägen wie den Landwirten unter die Arme gegriffen werden kann. Wenn nicht jetzt gehandelt wird, zahlen Bauern und ihre Familien den Preis – und das ohne Einfluss auf ihre eigene Situation. Das frustriert neben dem guten Wetter am meisten.

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