Leitartikel

„Respekt und Vertrauen“

Respekt und Vertrauen

Respekt und Vertrauen

Nordschleswig/Sønderjylland
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Es geht bei den derzeitigen Schwindelfällen in den öffentlichen Behörden um viel mehr als nur Geld, schreibt Chefredakteur Gwyn Nissen.

Something is rotten in the state of Denmark, sagt der Wachmann Marcellus in Shakespeares Stück „Hamlet". Wie recht er scheinbar hat, denn derzeit wird der eine Skandal nach dem anderen in den dänischen Behörden enthüllt: Britta Nielsen, die Steuerbehörden, das Seruminstitut, das Militär. Öffentliche Gelder wurden veruntreut, weil Kriminelle am Werk sind – aber auch, weil die Systeme nicht greifen.

Daher werden die Kontrollinstanzen der staatlichen Behörden nun einer Kontrolle unterzogen – und das ist gut so. Nirgends ist die Kreativität nämlich größer, als wenn es um Schwindel und Kriminalität geht. Doch manchmal wird es den Tätern einfach zu leicht gemacht. Wie zum Beispiel bei Skat, als ein Angestellter Auszahlungen in Milliarden-Höhe genehmigte, oder bei Britta Nielsen, die 120 Millionen Kronen bei den Sozialbehörden veruntreuen konnte, bevor sie aufflog.

Und das tun die meisten Verbrecher: Sie fliegen zum Glück auf. Das müsste eigentlich als Abschreckung reichen, doch das leichte Geld und die Verlockung, das eigene Leben mit dem Geld anderer zu versüßen, ist scheinbar zu groß. Auch wenn die Taten entdeckt werden: Das Geld ist weg – und zwar Steuergeld für das viele Menschen lange und hart arbeiten mussten.

Deshalb sind die Skandale in den Behörden auch ein schlechtes Signal an die Öffentlichkeit. Wenn der Staat nicht auf „unser Geld" aufpassen kann, dann schwächt es das Vertrauen in den Staat und kann letztendlich auch dazu führen, dass die gesellschaftliche Moral auf der Strecke bleibt: Wenn „die" sich an meinem Geld bereichern, dann tue ich das Gleiche. Steuerhinterziehung, Schwarzarbeit wären die Folge.

Noch schlimmer ist allerdings, dass einige wenige schwarze Schafe den Ruf der Mitarbeiter in den öffentlichen Behörden schaden. Wir reden aber hier von einer Handvoll Menschen, die die Grenzen des Anständigen und Legalen überquert haben. Alle anderen – Hundertausende von Angestellten – im öffentlichen Dienst leisten ordentliche Arbeit und haben damit unseren Respekt verdient.

Diesen Respekt dürfen Staat, Regionen und Kommunen nicht aufs Spiel setzen. Auch wenn kriminelle Machenschaften dahinter stehen: es bleibt auch ein Rest Verantwortung, dass sich niemand ohne große Mühe an dem öffentlichen Geld bereichern kann.

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Standpunkt

Siegfried Matlok
Siegfried Matlok Senior-Korrespondent
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