Leitartikel

Misslungene Zentralisierung

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
Apenrade/Aabenraa
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Die sieben neue Abteilungen der Steuerbehörde. Foto: Scanpix

Der Name Skat ist weg und aus der zentralen Steuerbehörde haben sich sieben selbständige Abteilungen gebildet. Gwyn Nissen fragt sich, ob dadurch auch die Schwierigkeiten verschwinden.

Der Name ist weg, aber verschwinden damit auch die Schwierigkeiten? Die dänische Steuerbehörde Skat ist auseinandergenommen worden: erst in der öffentlichen Kritik und danach von der Regierung, die aus der einen zentralen Steuerbehörde jetzt sieben neue, selbstständige Abteilungen gebildet hat – und diese zu einem großen Teil in der Provinz platziert. Es ist ein notwendiger Neubeginn für die Steuerbehörden im Lande.

Die Politiker bezeichneten nach den Skandalen der vergangenen Jahre Skat als einen „kranken Patienten“. Ein neues IT-System wurde ein Milliarden-Flop und setzte die Eintreibung von Steuergeldern um Jahrzehnte zurück. Weitere Milliarden gingen dadurch verloren. Hinzu kommt, dass die internen Kontrollen in der Steuerbehörde zu lasch gewesen sind, sodass wenige Mitarbeiter fälschlicherweise Milliarden an Steuergeldern an internationale Schwindler zurückgezahlt haben. Insgesamt steht Skat wohl mit um die 100 Milliarden Kronen in der Kreide. Steuergelder, die dem Land Dänemark fehlen. Die Dänen haben jahrelang ihre hohen Steuern mit „Freude“ bezahlt, doch die Skandale in Skat haben einen irreparablen Imageschaden hinterlassen: Die kleinen Fische zahlen fleißig Steuern, während die großen Haie den Behörden davonschwimmen. Das kommt bei den Dänen schlecht an.

Es ist zwar ein drastischer Schritt, aber der Steuerkreislauf war kollabiert, und es musste einfach ein massiver Eingriff her, um den Patienten nur einigermaßen wieder auf die Beine zu bekommen. Der Zusammenbruch von Skat ist gleichzeitig die Geschichte einer fehlgeschlagenen Zentralisierung der Steuerbehörde. Früher hatten die Kommunen noch vieles im Griff, aber als denen vor Ort angeblich das nötige Wissen bei immer komplizierter werdenden Steuergesetzen fehlte, wurde die neue, große staatliche Einheit Skat gebildet.

Den verhassten Namenszug jetzt aus dem Stadtbild zu entfernen, wird allein nicht reichen. Die Politiker müssen aus den Trümmern von Skat eine neue, effizientere Steuerbehörde aufbauen. Die kleineren Einheiten geben hoffentlich besseren Fokus und einen besseren Einblick, damit die hart verdienten Steuergelder bald wieder am richtigen Ort landen.

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