Leitartikel

Liebesbrief zum Knivsbergfest

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
Apenrade/Aabenraa
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Foto: Friedrich Hartung

Für Gwyn NIssen ist das Knivsbergfest ein Fest der ganz besonderen Art - eine für ihn nie endende über 50 Jahre alte Liebe.

Für Gwyn NIssen ist das Knivsbergfest ein Fest der ganz besonderen Art - eine für ihn nie endende über 50 Jahre alte Liebe.

Der Kollege winkte ab: Nein, er könne den Leitartikel für Sonnabend nicht schreiben und übrigens sei doch Knivsbergfest: Der Chefredakteur könne einen seiner Liebesbriefe zum Knivsbergfest schreiben – womöglich sogar den vom Vorjahr kopieren. Ich habe noch nie den Leitartikel am Sonnabend am Tage des Sommerfestes der Minderheit als Liebesbrief aufgefasst. Aber genau das ist er.

Zunächst die Sehnsucht, ein Jahr lang ohne Knivsbergfest auskommen zu müssen. Ohne den Jubel auf den Sportfeldern, das freudige Kindergelächter, den Duft des Grills und vor allem das Lächeln der vielen Freunde und Bekannten.

Dann die Erinnerungen: Schon von Kindesbeinen an haben viele den Berg „erklommen“. Den weiten Weg vom Parkplatz – entweder steil durch den Wald oder den längeren Weg um den Berg herum. Und auf dem Weg immer wieder strahlende Gesichter. Wir sind wieder da.

Das Wiedersehen: In Nordschleswig kennen wir uns kreuz und quer. Von Norburg bis nach Hoyer und von Pattburg bis nach Sommerstedt. Was nicht bedeutet, dass wir uns oft sehen, aber „man kennt sich“, und durch Sport, Kultur oder Politik trifft man sich immer wieder. Und wenn nicht, dann auf jeden Fall im Juni auf dem Knivsberg. Auch wenn wir dann alle ein Jahr älter sind, vielleicht einige Kilo mehr drauf oder plötzlich Enkelkinder auf dem Arm haben: Wir erkennen uns immer noch, reichen uns die Hand zum Gruß oder umarmen uns gegenseitig. Es ist eben wie ein großes nordschleswigsches Familienfest.

Alte Liebe rostet nicht: Das Knivsbergfest ist wie eine alte, nie endende und für mich persönlich über 50 Jahre alte Liebe. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass das Knivsbergfest stattfindet und ich nicht dabei bin. Nicht aus Pflicht, sondern eben aus, ja, nennen wir es Liebe. Dabei war das Knivsbergfest vor einigen Jahren fast schon selbst eingerostet, aber zum Glück haben auch andere das Fest lieb, und so wurde die Beziehung zwischen dem Knivsbergfest und den Nordschleswigern mit neuem Leben erfüllt. Und was für eins – davon kann man sich heute auf dem Knivsberg überzeugen. Also – bis gleich.

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