Leitartikel

„Keine Angst vor den Kriminellen“

Keine Angst vor den Kriminellen

Keine Angst vor den Kriminellen

Nordschleswig/Sønderjylland
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Muss man sich vor Kriminellen in Verbindung mit der Coronakrise fürchten? Nein, meint Chefredakteur Gwyn Nissen, aber ein wenig Skepsis schadet nicht.

Eine Krise ist auch immer eine Chance. Eine Chance für einen Neubeginn, die Chance, ein neues Leben zu beginnen oder die Chance, in neue Unternehmensbereiche zu stoßen. Und dann gibt es leider auch die Branche für kriminelle Aktivitäten, die immer wieder die Gunst der Stunde nutzt und skrupellos zuschlägt, wenn die Leute am meisten in Not sind.

Bereits in den ersten Tagen der Coronakrise gab es Beispiele, wie Männer in Weiß gekleidet bei alten Menschen an die Tür klopfen und mit Corona-Informationen in der Hand winken, um ins Haus gelassen zu werden. Diese Kriminellen nutzen unsere Furcht vor dem Virus aus.

Noch gewiefter sind die unsichtbaren Gegner, die durch unsere IT-Netzwerke, in der Mailbox oder auf dem Telefon landen. Verunsicherte Leute klicken auf Links oder geben ihre Daten preis, wonach Kriminelle ungehinderten Zugang zu Konten und persönlichen Infos haben. Oder sie locken mit Angeboten wie Mundschutz, kassieren das Geld, liefern aber nie.

Wenn es nicht kriminelle Machenschaften wären, man müsste die Kreativität der Leute bewundern. Es sind aber fiese und gemeine Tricks, und oft richten sich die Angriffe gezielt auf ältere oder unsichere Menschen, die auf die hinterhältigen Maschen hereinfallen.

Eigentlich wohnen wir in einer Vertrauensgesellschaft, doch ein wenig sollte man in diesen Tagen aufpassen und einen kritischen Blick auf die Dinge werfen.

Würde mir die Bank wirklich einen solchen Bescheid zugehen lassen? Wozu brauchen die Gesundheitsbehörden meine Daten? Stimmt die Mailadresse, oder steht da statt .dk oder .de am Ende vielleicht .com? Ist die Sprache vielleicht ein wenig holprig?

Wenn man im Zweifel ist, dann sollte man abwarten und um Rat fragen – einfach, um Zeit zu gewinnen. Kritisch sein bedeutet nicht, dass man allen gegenüber misstrauisch ist oder gar Angst haben muss. Viele wollen in dieser Zeit auch nur helfen – davon gibt es glücklicherweise viel mehr als auf der Seite der Kriminellen.

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