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Apenrade/Aabenraa
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Brundlund Slot
Das Kunstmuseum „Brundlund Slot“ ist Teil von Museum Sønderjylland. Foto: Sarah Heil

Eine unglückliche Informationspolitik und Druck vom Ministerium: Die Ausgangslage für die Veröffentlichung der Pläne für den Museumsverband Museum Sønderjylland war schwierig. Ja, es gibt Verbesserungsbedarf, sagt Volker Heesch. Doch es dürfe jetzt nicht der Fehler gemacht werden, den für die kulturelle Identität Nordschleswigs so wichtigen Museen ein modernes Event-Einheitskonzept aufzustülpen.

Vorweg gesagt, ist die Informationspolitik in Verbindung mit der absehbaren neuen Organisation und Neuausrichtung des Museumsverbundes Museum Sønderjylland bisher nicht besonders glücklich gelaufen.
Erst nachdem einzelne Details durchgesickert sind und im Umfeld einzelner Standorte „Alarm“ geschlagen worden ist, sah sich die Museumsspitze genötigt, die Öffentlichkeit umfassender über die „Vision 2025“ zu unterrichten.

Man kann im Papier der Museumsspitze nachlesen, dass offenbar die staatliche Schloss- und Kulturbehörde des Kulturministeriums, die für einen Großteil der finanziellen Ausstattung des Museumsverbundes zuständig ist, Druck bei Museum Sønderjylland gemacht hat.
An den Standard vieler neuer Supermuseen, oft von ehrgeizigen, reichen Kommunen und Organisationen immer größer und moderner aus dem Boden gestampft, gewöhnte Experten werden die traditionsreichen nordschleswigschen Museen, die teilweise schon vor 1920 gegründet worden sind und vielfach lokalem kulturellen Engagement ihre Existenz verdanken, vielfach sicher unmodern und altmodisch finden.

Obwohl in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten viele engagierte Museumsleute durch moderneren Museumsbetrieb viele zusätzliche Besucher, vor allem auch der jüngeren Generation, in die Museen „gelockt“ haben, gibt es hier sicher Verbesserungsbedarf.
Doch bei allem Verständnis für besseres Marketing und „Erlebnisökonomie“ darf jetzt nicht der Fehler gemacht werden, den für die kulturelle Identität Nordschleswigs so wichtigen Museen ein modernes Event-Einheitskonzept aufzustülpen


Natürlich sind öffentliche Museen verpflichtet, allen Schichten der Bevölkerung, mit deren Geld sie schließlich betrieben werden, Angebote zu liefern. Auch wenn Stiftungen und Fonds mitunter den Eindruck erwecken, sie bestimmten mit ihrer Finanzgießkanne, wo immer tollere Erlebnistempel entstehen.

Die neuen Organisationsstrukturen sollen dem Laden Musum Sønderjylland neuen Schwung geben.
Doch auch künftig kommt es auf die Inhalte an. Und gerade auch in der Museumswelt ist Vielfalt wichtig, auch mit individueller Handschrift der jeweiligen örtlichen Mitarbeiter.

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