Leitartikel

„Gemeinsam stark – eine Aufforderung“

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
Apenrade/Aabenraa
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Gemeinsam stark, so das Motto des diesjährigen Deutschen Tages, ist aber nicht nur für die Redner als Stütze gedacht, damit sie Ansprachen darüber halten. Es ist auch eine Aufforderung an alle in der Minderheit, sich Gedanken darüber zu machen, wie wir auftreten – sowohl nach innen als auch nach außen, meint Chefredakteur Gwyn Nissen.

Nach dem Deutschen Tag ist vor dem Deutschen Tag. Die Minderheit hat sich in Tingleff, Gravenstein, Tondern, Apenrade und an anderen Orten selbst gefeiert und das Festival deutscher Kultur, das den Deutschen Tag umrahmt, läuft noch einige Tage. Alles in allem war es eine gelungene Sache und wieder ein toller Anlass, sich mit vielen bekannten Leuten zu treffen.

Der Deutsche Tag ist aber vor allem auch immer ein Anlass zum Nachdenken. Es ist ja schön, wenn der Bundesbeauftragte für Minderheiten, Bernd Fabritius, die Unterstützung der Bundesrepublik zusichert. Wenn dänische Politiker wie der Grenzlandbeauftragte der Region Süddänemark, Preben Jensen (Venstre), sein Parteifreund und Bürgermeister in Apenrade, Thomas Andresen, und der Folketingspolitiker Peter Kofod von der Dänischen Volkspartei die deutsche Minderheit für ihre konstruktive Zusammenarbeit im Grenzland loben. Und es tut gut, wenn der Präsident des Schleswig-Holsteinischen Landtages, Klaus Schlie, und die Gesandte der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Dänemark, Anke Meyer, die deutsche Minderheit toll finden.

Gemeinsam stark, so das Motto des diesjährigen Deutschen Tages, ist aber nicht nur für die Redner als Stütze gedacht, damit sie Ansprachen darüber halten. Es ist auch eine Aufforderung an alle in der Minderheit, sich Gedanken darüber zu machen, wie wir auftreten – sowohl nach innen als auch nach außen.

Wir vergessen manchmal, dass wir gemeinsam stark sind. Dass wir nicht alle Herausforderungen allein meistern können (oder müssen). Dass eine Gemeinschaft wie unsere Minderheit auch von der Solidarität lebt. Deshalb ist das diesjährige Motto auch ein guter Leitfaden für die (Zusammen)Arbeit bis zum nächsten Deutschen Tag 2019. Wo können Vertreter und Mitglieder der Minderheit kooperieren und gemeinsam bessere Lösungen finden? Wie können Vereine und Verbände gemeinsam bessere Angebote schaffen? Und wie sorgen wir gemeinsam dafür, dass sich alle in der Minderheit gut aufgehoben fühlen? Und vor allem: Womit kann ich persönlich zu dieser Gemeinsamkeit beitragen?

Wenn jeder vom Deutschen Tag 2018 mitnimmt, dass wir in der deutschen Volksgruppe in Nordschleswig gemeinsam stärker sind und dies im Alltag umsetzen, dann kann die diesjährige Veranstaltung die wichtigste seit Jahren werden und vielleicht noch so einiges bewegen. Denn wir sind gemeinsam stark. Oder?

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