Leitartikel

„Eigentor vermeiden“

Eigentor vermeiden

Eigentor vermeiden

Nordschleswig/Sønderjylland
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Der Sport und seine Akteure haben eine besondere Verpflichtung in diesen Zeiten, meint Chefredakteur Gwyn Nissen.

Die Olympischen Spiele in Japan im Sommer sind nach längerem Hin und Her auf 2021 verschoben worden – und das ist gut so. Der Sport kann sich in der jetzigen Situation nicht über die Interessen der Gemeinschaft stellen – auch wenn vielen der Sport fehlen mag.

Zuvor zog auch der europäische Fußballverband die Reißleine, was auch in Dänemark schmerzt, zumal die dänische Nationalmannschaft drei EM-Spiele vor heimischem Publikum in Kopenhagen hätte austragen sollen. Der Super-Sport-Sommer ist abgesagt, aber es geht nicht anders.

Im Spitzensport dreht sich vieles ums liebe Geld. Das ließ sich in den ersten Wochen der Corona-Krise nur unschwer erkennen. Nur zögerlich stellten einige Ligen und Sportarten in der Welt ihren Spielbetrieb ein, nachdem sie zunächst versucht hatten, vor leeren Rängen den Sport am Laufen zu halten.

Es ist nachvollziehbar, dass Vereine und Sportler möglichst schnell wieder zu einem normalen Alltag zurückkehren wollen, ist die Corona-Krise doch auch für sie mit Umsatzeinbußen und finanziellen Verlusten verbunden. In dieser Hinsicht ist der Sport aber mit anderen Wirtschaftsunternehmen zu vergleichen, nur dass hier im internationalen Geschäft die Gehälter außerirdisch hoch sind.

Aber Sportklubs und Sportler leben nicht in einer Welt für sich. Vereine sind Arbeitgeber und haben wie andere Unternehmen auch eine Verantwortung für ihre Mitarbeiter – vom hoch bezahlten Spieler bis zum Platzwart, alle sind vor dem Coronavirus gleich.

Für unsere Profisportler gilt zudem, dass auch sie in ihrer Vorbildfunktion die Regeln und Maßnahmen der Gesellschaft nicht nur einhalten müssen, sondern vorleben und Solidarität zeigen sollten.

Irgendwann geht es dann zur Freude vieler in den Sportarenen der Welt weiter. Doch bis dahin dürfen sich der Sport und seine Akteure nicht wichtiger nehmen als andere in der Gesellschaft, die ebenfalls mit den Folgen der Corona-Krise zu kämpfen haben. Sonst schießt der Sport noch ein Eigentor und vergrault damit seine erwartungsvollen Fans.

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