Leitartikel

„Absprache der Generationen“

Absprache der Generationen

Absprache der Generationen

Nordschleswig/Sønderjylland
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Die Corona-Krise darf sich nicht zu einer Generationenkrise entwickeln. Daher schlägt Chefredakteur Gwyn Nissen einen Deal zwischen den Generationen vor.

Die Aufregung ist groß in diesen Tagen: Jugendliche treffen sich, als ob nichts geschehen wäre, zu Corona-Partys und hängen in größeren Gruppen ab. Die internationalen Bilder sind noch schockierender: Tausende von Jugendlichen feiern Spring Break – Arm in Arm. Wir Alten schütteln nur den Kopf: Haben die denn gar nichts verstanden? Wo bleibt die Solidarität?

Es mag sein, dass man als Jugendlicher nicht in der Risikogruppe ist, infiziert zu werden, aber junge Menschen können immerhin Träger des Coronavirus sein und damit andere anstecken. Die eigene Mutter, den Vater, die Oma, die kleine Schwester?

Also, liebe Jugend, beweist, dass wir euch ernst nehmen sollen. Zeigt, dass ihr Verantwortung übernehmen könnt – wir brauchen es. Ihr wachst gerade in einer Zeit auf, in der man als junger Mensch schneller erwachsen wird als sonst. Wir wollen euch nicht eure Freude am Leben oder eure Freiheit nehmen, wir wollen nur, dass ihr ein wenig Gemeinschaftssinn zeigt und für kurze Zeit auf das Bier mit den Freunden verzichtet. Und dass ihr euch zumindest nicht alle auf einmal trefft – und nicht zu oft. Ist das zu viel verlangt?

Dabei ist die Jugend gar kein Problem. Es sind einige Jugendliche – auch wenn es (noch) zu viele sind.

Aber vielleicht machen wir Alten und die Jugendlichen einen Deal: Ihr reißt euch zusammen und passt auf, dass ihr uns Alten nicht mit dem Coronavirus infiziert, und wir reißen uns zusammen und tun mehr für das Klima.

Jetzt, wo ihr euch nicht freitags zu den Fridays-for-Future-Demos treffen könnt, können sich ältere Generationen schon einmal überlegen, wie sie in Zukunft zu einer besseren Umwelt beitragen können. Wo wir in dieser Zeit sowieso alle unsere Gewohnheiten ändern müssen, können wir sie auch zum Guten hin drehen. Auch wenn die Flugzeuge später wieder in der Luft sind und die Geschäfte wieder offen haben. So mancher lernt gerade, dass weniger mehr sein kann.

Treffen wir uns dort, wo die Generationen gegenseitigen Respekt für unser zukünftiges Leben zeigen. Unser gemeinsames Leben. Aus der Corona-Krise darf nämlich keine Generationenkrise werden, und das fordert einen Einsatz von uns allen – Jung und Alt.

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