Diese Woche in Kopenhagen

„Tage pflücken“

Tage pflücken

Tage pflücken

Kopenhagen
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„Fit und aktiv im Alter“ ist unser Thema der Woche beim „Nordschleswiger“ und wohl auch der Wunschtraum von vielen von uns. Doch wer weiß schon, ob das auch klappt. Daher sollten wir die Dinge nicht auf morgen verschieben, meint Walter Turnowsky.

„Wenn ich alt werde“, sang Gnags-Frontmand Peter A. G. Nielsen 1989 und malte sich aus, wie er, sitzend an der Hafenmole, Rotwein und Erinnerungen mit den anderen Alten teilen wird.

Ob es tatsächlich so gekommen ist, weiß der mittlerweile 68-Jährige nun wohl selbst am besten.

Überhaupt können wir uns so einiges über unser Seniorendasein ausmalen, solange es noch nicht ganz aktuell ist.

So bin ich zum Beispiel davon überzeugt, dass ich, bei aller Freude an der Arbeit beim „Nordschleswiger“ sofort mein Büro verlassen und meine Angelrute packen würde, sollte mir jemand anbieten, monatlich einen Scheck ohne irgendwelche Bedingungen zu schicken. Aus mir nicht ganz erfindlichen Gründen hat bisher niemand so ein Angebot gemacht.

Das befreit mich allerdings auch davon, zu testen, ob ich tatsächlich dazu bereit bin, den Titel „Korrespondent“ gegen den Titel „Nichtstuer“ auszutauschen. Denn wer weiß schon, wie er oder sie mit einem solchen Szenenwechsel zurechtkommen würde, wenn man gar nicht erst vor die Wahl gestellt wird? Du Antwort darauf weht, wie ein anderer Sänger einst meinte, im Wind.

Tatsache ist dagegen, dass es etliche Rentnerinnen und Rentner gibt, die ein aktives und erfülltes Seniorenleben führen. Einige lebensbejahende Beispiel dafür haben wir im Thema dieser Woche vorgestellt. Von Nichtstun ist da wenig zu spüren.

Ich stelle mir selbstverständlich vor, dass ich es zu gegebener Zeit genauso machen werde. Doch selbst wenn ich versuche, mich fit zu halten, kann ich selbstverständlich nicht sagen, was in zehn Jahren, wenn ich das offizielle Rentenalter erreiche, dann noch geht und was nicht mehr.

Unser Ablaufdatum kennen wir ohnehin nicht.

Für mich ist zumindest immer deutlicher geworden, dass man Dinge, die man tun möchte, nicht aufschieben sollte, denn man weiß nie, wann es zu spät ist.

Also will ich versuchen jeden einzelnen Tag zu pflücken, so wie es schon der römische Dichter Horaz empfahl.

Für den Sonnabend ist die Angel jedenfalls schon einmal gepackt.

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