Leserbrief

„Lieferkette“

Lieferkette

Lieferkette

Eggert Mumberg
Sonderburg/Sønderborg
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Eggert Mumberg nimmt sich in seinem Leserbrief des Themas persönliche Lebensmittelversorgung in Zeiten härterer Grenzen an und hat ein System entwickelt.

Brexit hat mir den Begriff „Lieferkette“ ins Bewusstsein geprägt. Das ist etwas Praktisches, so ein Ding muss ich auch haben. Wir wohnen an der Grenze, haben Verwandte im Norden und auch südlich dieser Linie, und wenn diese Linie zu markant wird, dann regt sich der Widerspruchsgeist.

Dänemark hat verschiedene solcher markanter Linien. Nebenbei sei bemerkt, die Königsau gehört eigentlich nicht mehr dazu. Aber der Große Belt. Ich bezeichne ihn immer als die „Dosenpfandgrenze“. Östlich davon haben die im Straßengraben liegenden Bierdosen eine Pfandmarke, westlich davon sind die Dosen bei Fleggaard & Co. gekauft.

Die andere Grenze ist der Limfjord. Nördlich davon hat man im Wörterbuch und im Vokabularium die Begriffe „skat, moms, afgifter“ weggelassen, vergessen, verdrängt.

Aber zurück zu unserer Linie quer durch Schleswig. Im ersten „Lockdown“ war die Linie ja wirklich zu. Nun ist die Grenze zwar offen, aber es gibt stattdessen Begrenzungen bei Besuchen oder Besorgungen.

Weihnachten und Neujahr haben sich die Bestände ausgedünnt, da ließ ich während einer Videoschalte mit meiner Tochter im Süden verlauten: „Ick heff nix mehr to suupen!“ ( Wir sind ja viersprachig). Meine bessere Hälfte wendet ein, dass man diverse Getränke auch im Norden der Grenze kaufen könne. Eigentlich ein verwerflicher Einwand, denn sie stammt aus der Gegend der Limfjordsgrenze. Nun, ich war fest entschlossen, nicht auf meine gewohnten Genussmittel zu verzichten und eine Lieferkette zu organisieren.

Und das geht so: Tochter kauft die notwendigen Dinge im Süden der Grenze ein, fährt mit den Waren zum Wohnort ihres Sohnes, lädt alles in sein Auto. Der Sohn – mein Enkel – fährt am nächsten Tag mit seinem Auto über die Grenze zur Arbeit. Ich begebe mich zur Arbeitsstelle des Enkels, gebe telefonisch Bescheid, dass ich da bin. Die Sachen werden wieder umgeladen und nach Haus transportiert. Funktioniert eigentlich gut, aber wie ich dabei das Bezahlen des Dosenpfandes umgehe, habe ich noch nicht herausgefunden.

Eggert Mumberg, Sønderborg

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