Leserbrief

„Gut und Schlecht „zwangsvereint““

Gut und Schlecht „zwangsvereint“

Gut und Schlecht „zwangsvereint“

Martin Christiansen
Nordschleswig
Zuletzt aktualisiert um:

Ein Leserbrief von Martin Christiansen.

Trotz Nachbesserung, Entscheidendes wurde nicht herausgestellt. Im Gegensatz zu massenhaft Sabotageakte während der Besatzungszeit geschah das Sprengen (auch als ein weiteres Beispiel ein Malergeschäft in einer nahen Ortschaft von Apenrade) des Bismarck-Denkmals auf dem Knivsberg etliche Monate nach der Kapitulation. Demnach in Friedenszeiten. Das keine Menschen zu Schaden kamen, ist absolut unter gut einzuordnen. Der Akt insgesamt ist kein Sabotageakt, sondern demnach ganz klar ein Terror-Akt.

Trotzdem ein Vorschlag als Beitrag, vielleicht für den Rummelpott: Symbolische Vorstellung einiger lange herum getragener Heldentaten einiger, besonders Gerechter. P. Blume mit seinen Mitstreitern vom Lehrerverein mit Meisel und Spitzhacke ausgestattet, als Mauerspechte am vorgestelltem riesigem Klotz, zugange. Unten ungeduldig wartend der Hr. BDN-Kapitän mit Anhang, mit Waschpfannen bewaffnet, zur endgültigen Waschung des, zu erwarteten Goldfundes bereit. Aus der Ferne kaum hörbar der veraltete Gedichtteil mit schwindendem Elan vorgetragen von einem der Unverbesserlichen: Das ist es was den Menschen zieret und dies ist dafür der Beweiss, dass er im innern Herzen spüret, was er geschafft mit seiner Hände Fleiss. Dann noch völlig gefühllos ein paar gerappelte Sätze: Wie doch so oft so Vieles mit Anpassung zu Vielem passt. Gedankenleere wäre hierbei eine gute Gedankenstütze. Anpassung überbrückt jedes Hindernis, es sei denn, der Genosse erkennt gerade nicht dessen oft allzu weiche Bausteine an.

Ihr Lehrer seid diejenige, kompakte Gruppe, die außerhalb des Einflusses der Eltern den größten „Zugriff“ auf die Zukunft unser aller Jugendlichen aus der Volksgruppe ausübt/ausgeübt habt. Vertraut ihr nicht eurem eigenen Einsatz?

Ich erinnere mich eigentlich aus der gesamten Zeit immer nur an Lobgesänge – sicher auch oft berechtigt. Wurde der ganz wichtige Teil des in breiter Aussicht selbständig in ureigener Regie denken und Beurteilungen fällen zu können, versäumt? Auf euer stetiges Aushöhlen der Fundamente der Volksgruppe hindeutend.

Ihre Identität setzt sich aus allem zusammen, aus Gutem wie auch aus ehe nicht so Gutem! Wichtige Änderungen ganz ohne Einbeziehung aller ist einfach destruktiv (wirkt abbröckelnd/zerstörend). Für mich vergleichbar der zermürbenden Kraft eines schleichendem krank werden. Wo symbolische Gegenstände einfach entsorgt werden sollen, folgt die Verpflichtung (müsste folgen) zu besseren Modellen zu gelangen.

Bei eurer Methode wird diese Verpflichtung gleich mit entsorgt. Das Bord dafür ist nun leer geräumt – ganz schön einfach! Ob diese Art dem Ist-Wort feige zugestellt werden kann, das muss jeder für sich entscheiden. Es ist weder die Aufgabe des Zeitungsbosses oder die des Leitartikelschreibers: eure Felle in dieser von euch angezetteltem, Risiko schwangeren Sache zu Markte tragen zu müssen. Es ist ganz allein eure ureigene Verantwortung. Ob nach intensiven Gesprächsrunden für die Volksgruppe möglich etwas „tragfähiges“ als Resultat zum Verteilen übrig bleibt, zeigt sich erst dann danach.

Augen und Ohren auf: Überall wird seit geraumer Zeit das Wort Offenheit gepredigt. Zumindest bei unseren zwei „uns tragenden Ländern“. Wie und was zum Einreißen reif ist, wird offen in Dänemark, sogar manchmal recht eifrig, durchaus diskutiert. Nicht Dänemark in erster Linie hat hier Nachholbedarf, sondern die Volksgruppe. Am 29. August war ein – was ich als deutliche Mahnung verstand – ein Leserbeitrag mit, schon in seiner Überschrift eine Wirklichkeitsnahe, treffsichere Wahrheit geliefert. Sie verschenkte sich folgend: Die Masse ist träge – jedenfalls online. Was ist denn nun im Juli 2020 des Rätsels Lösung? Oder wenigstens eines Versuches einer Klärung dieser Trägheit?

Sie „grassiert“ seit etlichen Jahren, einfach allzu lange. Anhaltendes Schweigen wird irgendwann hörbar. Man muss es aber hören wollen. Dieses zu ändern verlangt dann ein sich-offen-daran-machen. Dem endlich wieder „selbstständiges“ einhauchen.

M.B.Christiansen, Hyndingholmvej 16, Bylderup-Bov

Mehr lesen

Leserbrief

Tony D. Pioch
„I skal ikke blive glemt“

Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Papes Schattenspiele“