Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Montag

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DN
Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Eine Schießerei in Kopenhagen hat ein Todesopfer gefordert. Foto: Presse-Fotos.dk/Ritzau Scanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

 

Neuer grüner Ausschuss prüft Haushaltsentwurf

Wenn Finanzminister Nikolai Wammen (Sozialdemokraten) seinen Entwurf für den Staatshaushalt 2020 der neuen Regierung dem Folketing und der Öffentlichkeit präsentiert, dann wird er zuvor einem neu geschaffenen Gremium von Ministerinnen und Ministern zur Prüfung überreicht worden sein. Es handelt sich um einen neuen Ausschuss für grüne Umstellung, der im Zuge der Regierungsbildung eingerichtet worden ist. Grüne Vorsätze sollen alle Maßnahmen der Regierung umfassen, so Klimaminister Dan Jørgensen (Sozialdemokraten). „Alle Gesetzesinitiativen werden durchleuchtet, um deren mögliche Bedeutung für die Umwelt feststellen zu können“, sagte Jørgensen. Der Umwelt- und Klimaschutz sei nicht länger nur Aufgabe der traditionell für diese Bereiche zuständigen Ministerien. Die Sitzungen finden im vertraulichen Rahmen statt.

 

Börsenbericht

Die Nachrichten über einen Angriff auf ein saudi-arabisches Ölindustriezentren hat die Aktienkurse auch an der dänischen Börse abrutschen lassen. Der Leitindex an der Kopenhagener Börse, C 25, verlor 0,6 Prozent und ging bei 1.138 aus dem Handel. Die Aktien der Großbank Nordea, die in einen Skandal verwickelt sein soll, gab um 0,9 Prozent nach. Die Zinsen der dänischen Staatsanleihen sanken.

 

Prozess gegen Terrorverdächtige

Kopenhagen Im Kopenhagener Stadtgericht hat der Prozess gegen drei 30-jährige Männer begonnen, die verdächtigt werden, über mehrere Jahre Bauteile für Drohnen an Unterstützer der Terrororganisation IS in Syrien versendet zu haben. Zwei weitere Verdächtige, vermutlich die Hauptakteure in dem Fall, entgehen vorläufig einer Anklage, weil sie sich außer Landes befinden.

 

Kinder Spüren Plastik auf

Kopenhagen In dieser Woche werden 57.000 Schulkinder in Dänemark an einer Kartierung der Plastikverunreinigung der heimischen Natur teilnehmen. Es werden Funde von Plastikfolie, Zigarettenstummeln und Flaschen aus Probeflächen notiert.

 

Steuerbehörde fordert von Nordea 900 Millionen Kronen

Die skandinavische Großbank Nordea soll einer ausländischen Pensionskasse dabei geholfen haben, unerlaubt Dividendensteuern zurückerstattet zu bekommen. Aus diesem Grund fordern die dänischen Steuerbehörden nun 900 Millionen Kronen von der Bank. Das berichten „Danmarks Radio“ und die Zeitung „Børsen“. Bei der Pesnionskasse soll es sich um die kanadische Institution „Hopp“ handeln.

 

Jensen: Das Kapitel Løkke ist beendet

Am Sonntagabend äußerte sich der ehemalige Staatsminister und Venstre-Vorsitzende Lars Løkke Rasmussen erstmals über seinen Rücktritt von der Partei-Spitze. Im Interview mit „Danmarks Radio“ und „TV2“ sagte er, dass er seit langem daran gedacht habe, dass Jakob Ellemann-Jensen seinen Posten als Venstre-Chef übernehmen solle. Damit ist auch klar, dass Løkke selbst gar nicht versucht hat, seinen ehemaligen Vize-Vorsitzenden Kristian Jensen als Nachfolger zu installieren. Jensen hatte hingegen nie einen Hehl daraus gemacht, dass er gerne Løkkes Nachfolge antreten würde. Über die jüngsten Aussagen seines ehemaligen Chefs sagte Jensen zur Nachrichtenagentur Ritzau: „Die Debatte über und mit Lars Løkke Rasmussen ist für mich ein beendetes Kapitel. Für Venstre und mich gilt es nun, nach vorne zu schauen.“

 

Wildschwein-Bestand in Dänemark halbiert

Die dänische Naturbehörde teilt mit, dass es derzeit weniger als 40 Wildschweine in Dänemark gibt. Ende vergangenen Jahres wurde die Zahl noch mit etwa 100 angegeben und ist damit mehr als halbiert worden, schreibt die Zeitung „JydskeVestkysten". Die Zahlen beruhen der Behörde zufolge auf Aufnahmen von diversen Wildkameras mit Standorten in ganz Nordschleswig. Die Behörde geht davon aus, dass einige Wildschweine über die Grenze nach Deutschland gewandert sind. Offenbar sind zeitgleich keine neuen Schweine über die Grenze nach Dänemark gekommen. Der Verband der Jäger in der Grenzkommune Apenrade, Aabenraa Jægerlaug, geht ebenfalls von einem Rückgang des Wildschwein-Bestandes aus, schätzt aber, dass sich etwas mehr Wildschweine – zwischen 40 und 50 Stück – in Nordschleswig aufhalten.

 

Kopenhagen: Schießerei fordert Todesopfer

Am Sonntagabend ist ein Mann in Kopenhagen bei einer Schießerei getötet worden, eine zweite Person wurde verletzt; sie befindet sich außer Lebensgefahr. Die Polizei spricht von einer Auseinandersetzung im kriminellen Milieu. Der Zeitung „Ekstra Bladet“ zufolge wurden zwei Autos bei der Schießerei beschädigt. Eines zeigt Einschusslöcher in der Frontscheibe und in der Fahrertür.

 

Drohnenangriff lässt Benzinpreis steigen

Der Drohnenangriff auf zwei große Raffinerien in Saudi-Arabien am Sonnabend hat Folgen: Wie Danmarks Radio meldet, heben die Tankstellen des Landes den Preis für einen Liter Diesel oder Benzin um 40 øre inklusive Steuern an. In den vergangenen Tagen ist der Preis für Rohöl gestiegen, da die Ölproduktion Saudi-Arabiens – eines der weltgrößten Produzenten – laut Nachrichtenagentur Ritzau durch den Drohnenangriff zur Hälfte lahmgelegt wurde. Saudi-Arabien hat sich noch nicht dazu geäußert, wen es hinter den Anschlägen vermutet.

 

Britischer Bomber vor Langeland gefunden

Die dänische Marine hat ein Seegebiet vor der Südspitze Langelands gesperrt, weil sie dort einen britischen Lancaster-Bomber aus dem 2. Weltkrieg vermutet, der dort ins Meer gestürzt war. Laut Marine könnte die Maschine noch Bomben an Bord haben. Das mutmaßliche Flugzeugwrack soll in den kommenden Tagen von Tauchern untersucht werden.

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Leitartikel

Siegfried Matlok
Siegfried Matlok Senior-Korrespondent
„Gewollt und „die Ungewollten““