Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Montag

DN
Apenrade/Aabenraa
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Beim Pendeln haben die Männer die Nase vorn. Foto: Astrakan Images/ Ritzau Scanpix

Strafe für dänische Banken, pendelnde Männer und so viel Beschäftigung wie noch nie: Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Lautsprecher der Bahn funktionieren wieder

Die automatischen Lautsprecherdurchsagen der Bahn funktionieren landesweit wieder. Das gab Banedanmark am Montagnachmittag bekannt. Seit Sonntag waren diese aufgrund eines Fehlers im IT-System ausgefallen beziehungsweise hatten Falschmeldung herausgegeben. Betroffen waren vor allem Fernzüge, sodass der Fehler überall im Land auftrat. Bereits im Juni hatte es drei Tage lang Probleme mit dem Computersystem gegeben. Dies führte damals dazu, dass die Reisepläne auf den Anzeigentafeln ausgefallen waren.

Bürger findet Handgranate auf dem Reyclingplatz

Große Aufregung auf dem Lindved Recylinghof in Odense am Sonntagabend. Dort fand ein Bürger eine Handgranate – die vermutlich aus dem Zweiten Weltkrieg stammt – in einem der Metallcontainer. Das Bombensprengkommando des Militärs aus Skive rückte am Montag an, um die Granate zu entfernen. Ein Mitarbeiter benachrichtigte die Polizei am Sonntag. Er bekam die Erlaubnis, die Granate aus dem Container zu heben und an einen sicheren Ort zu legen. Der Kampfmittelräumdienst brachte auch einen Bombenroboter mit, nutzte diesen aber nicht.

Ausbildungsminister: Schüler und Studenten müssen Fehler machen

Von Schülern und Studenten werden immer bessere Noten erwartet, der Druck steigt, der Stress steigt und auch die Angst davor, Fehler zu machen. Dieser sogenannten „Null-Fehler-Kultur“ will Ausbildungs- und Forschungsminister Tommy Ahlers (Venstre) nun den Kampf ansagen. Aus seiner Sicht ist es wichtig, dass die jungen Leute auch lernen zu scheitern, denn wer Angst vor Fehlern hat, probiert nichts Neues aus und ist im späteren Berufsleben weder kreativ noch innovativ, so der Minister. Er will unter anderem Kurse an den Universitäten anbieten, in denen Studenten lernen, dass es okay ist, nicht immer alles richtig zu machen. Sein Vorbild ist die USA.

Dänische Feuerwehrleute schützen Kraftwerk in Schweden

Die dänischen Feuerwehrleute in Schweden haben ihr Ziel, den Flammen im Waldbrandgebiet bei Ljusdal in Mittelschweden Einhalt zu gebieten, bisher erreicht. Das berichtet Sektionschef Martin Vendelbo von der Bereitschaftsbehörde. Im sogenannten „Dänengebiet“ habe er am Sonntag kein Feuer ausmachen können, berichtet er der Nachrichtenagentur Ritzau. Zudem „hatten wir ein Ziel, zu verhindern, dass die Flammen ein Kraftwerk erreichen, und das ist geglückt“. Derzeit sind 60 dänische Feuerwehrleute in Schweden im Einsatz. Auch aus Deutschland sind inzwischen Einsatzkräfte eingetroffen.

Am Nachmittag wurde bekannt, dass der dänische Einsatz in Schweden bis zum 5. August verlängert wird. Dazu sollen weitere Ablösungen nach Schweden reisen.

Beschäftigung in Dänemark auf Rekordniveau

Die Beschäftigung auf dem dänischen Arbeitsmarkt ist auf einem Rekordniveau. Im Mai waren laut Statistikbehörde Danmarks Statistik 2.743.400 Personen in Dänemark in Lohn und Brot – die höchste jemals erreichte Zahl. Sie stieg im Vergleich zum Vormonat um 4.800 Arbeitnehmer.

Søren Kristensen, Ökonom bei der Sydbank, meint, dass dieser Trend in den kommenden Jahren weiter anhalten wird. Die Aussichten seien hervorragend, da nun viele in der Vergangenheit durchgeführte Reformen greifen würden und so noch mehr Arbeitsplätze zur Verfügung stehen werden, sagt der Experte. Als große Gefahr sieht er allerdings den aufziehenden Handelskrieg zwischen der EU und den USA, da 40 Prozent des Beschäftigungsfortschrittes seit 2013 direkt mit dem Export zusammenhängen.

Männer pendeln häufiger und weiter zur Arbeit als Frauen

Doppelt so viele Männer wie Frauen pendeln mehr als 50 Kilometer zu ihrem Arbeitsplatz. Das zeigen neue Zahlen der dänischen Statistikbehörde Danmarks Statistik. 2016 pendelten knapp 160.000 Männer mehr als 50 Kilometer zur Arbeit, während es bei den Frauen nur rund 79.000 waren. Laut Geschlechterforscherin Karen Sjørup von der Universität Roskilde ist dies nichts ungewöhnliches. Obwohl in den vergangenen Jahren viel auf dem Arbeitsmarkt passiert sei, herrsche oft immer noch die klassische Rollenverteilung vor, wonach der Mann Vollzeit arbeiten gehe und die Frau sich mehr um Haushalt und Kinder kümmere, so die Forscherin. Eine Untersuchung der Denkfabrik Kraka zeigt, dass Männer durchschnittlich 15 Kilometer weiter zur Arbeit pendeln.

Börsenaufsicht der EU brummt Danske Bank und Nordea Millionenstrafe auf

Die Danske Bank und Nordea haben von der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) ein Bußgeld auferlegt bekommen, weil sie ohne Bemächtigung Kreditbewertungen vorgenommen haben. Laut ESMA handelt es sich um einen Verstoß gegen die Kreditbewertungsverordnung (kreditvurderingsforordningen) der beiden dänischen Banken eine Strafe von je 2,5 Millionen Kronen kostet. Die Danske Bank gab am Montagmorgen bekannt, dass sie die Strafe akzeptieren werde. „Wir bedauern, dass wir die Regeln nicht richtig interpretiert haben. Es ist wichtig für uns sicherzustellen, dass wir geltendes Recht einhalten“, so der Vizedirektor der Bank, Peter Rostrup-Nielsen, in einer Mitteilung. Zwischen Juni 2011 und August 2016 haben die Banken Kredite ihrer Kunden auf unerlaubte Weise bewertet.

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