Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Montag

DN
Kopenhagen
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Foto: Niclas Jessen/Visit Denmark

Mehr Camper, mehr Brände, mehr Arbeit für Installateure: Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Ausländische Urlauber sollen über Feuerverbot informiert werden

In ganz Dänemark gilt seit dem 4. Juli ein Feuerverbot in Naturgebieten – und in zahlreichen Kommunen gehen die Verbote noch weit darüber hinaus. Doch ausländische Urlauber kennen diese Vorschriften oftmals nicht. Die Polizei von Mittel- und Westjütland ist deshalb in den vergangenen Tagen mehrfach ausgerückt. „Für Touristen ist es schwer zu wissen, dass in Dänemark ein Feuerverbot gilt. Woher sollten sie das wissen, wenn sie gerade erst eingereist sind?“, so Wachleiter Henrik Nielsen zum Radiosender DR P4 Midt & Vest. Er fordert Ferienhausvermieter, lokale Ladenbesitzer und andere Akteure im „Sommerferienland” Dänemark dazu auf, die Urlauber zu informieren – auch darüber, dass es unter Umständen verboten ist, zu grillen oder ein Lagerfeuer zu machen.

Kritik am schwimmenden Wildschweinzaun

70 Kilometer soll sich der geplante Wildschweinzaun entlang der Grenze zwischen Nord- und Ostsee erstrecken – um dann an der Flensburger Förde zu Enden und dort, so der Plan, durch schwimmende Rohre bis zu 30 Meter in die Förde hinein weitergeführt zu werden. Dadurch sollen Wildschweine vom spontanen Grenzübertritt abgehalten werden. Für die Wildschweine seien 30 Meter im Wasser jedoch überhaupt kein Problem, kritisiert die Naturschutzorganisation WWF, die durch den Zaun zugleich schwerwiegende Beeinträchtigungen für verschiedene Wildtiere im Grenzland befürchtet. Auch aus der Folketings-Opposition kommt erneute Kritik, berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau. Die Regierung und ihre Unterstützerparteien in der Fragen sehen den Zaun vor allem als Fingerzeig an die weltweite Kundschaft der dänischen Fleischindustrie, dass dänische Schweineprodukte vor der Seuche geschützt werden.

Urlauber aus Dänemark wollen keine Umweltabgaben fürs Fliegen zahlen

Am vergangenen Freitag sind 110.000 Reisende durch den Kopenhagener Flughafen Kastrup geschleust worden – bisheriger Rekord. Ob die vielen Flugreisenden an die Umwelt denken, wenn sie in den Urlaub jetten, ist nicht bekannt – eine Umfrage hat jetzt aber zumindest ergeben, dass die Bereitschaft, einen CO2-Ablass zu zahlen, in Dänemark nicht besonders groß ist. Das berichtet Altinget.dk. Nur 31 Prozent der Befragten gaben an, dass sie es für eine gute Idee halten, Flugreisen mit Umweltabgaben zu belegen. Derweil nimmt der Flugverkehr, die klimaschädlichste aller Reiseformen, über Dänemark rasant zu.

In Schweden ist am 1. April eine nationale Steuer auf Flugzeuge eingeführt worden, die von Schweden aus starten. Die politische Mehrheit in Dänemark lehnt dieses Modell jedoch ab. Die dänische Umfrage zeigt auch, dass fast ausschließlich Befragte mit hohem Bildungsniveau Abgaben befürworten. Zugleich sind die Abgaben bei Wählern des konservativ-rechtsliberalen Regierungslagers besonders unbeliebt.

Feuerwehren im Dauereinsatz

In den ersten 15 Tagen des Julis hat es jeweils 31 Feuerwehreinsätze wegen Naturbränden in Dänemark gegeben. Viel Arbeit für die kommunalen Bereitschaften und die Wehrpflichtigen bei der Bereitschaftsbehörde, die bei größeren Naturbränden assistieren, berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau. Mit 469 gemeldeten Naturbränden alleine bis zum 15. Juli ist der Juni-Wert von 449 bereits überschritten. 500 Hektar (5 Quadratkilometer, etwa die Fläche der Insel Aarö/Årø) staatliche Heidefläche sind bei Randbøl zwischen Billund und Vejle abgebrannt, weitere 200 Hektar privater Wald- und Heideflächen sind laut dem Verband der Bereitschaften, Danske Beredskaber, abgebrannt. Sollten die Sommer sich weiterhin so trocken zeigen, sei zu überlegen, ob die Feuerwehren besser ausgerüstet werden müssten, so der Sekretariatsleiter des Verbandes, Bjarne Nigaard. Immerhin: Das landesweite Verbot von offenem Feuer habe Wirkung gezeigt, schätzt er.

Gas- und Wasserinstallateure und Elektriker gefragt

Die Installateursbranche in Dänemark sucht weiter nach Facharbeitern – im vierten Jahr in Folge sieht der Branchenverband Tekniq einen Mangel angesichts zunehmender Auftragszahlen. Dies kommt vor allem dem Nachwuchs zugute: „Die Einstellung von mehr Lehrlingen ist die am meisten verbreitete Lösung“, sagt Tekniq-Berater Rasmus Larsen. Rund zwei Drittel aller Unternehmen im Gas- und Wasser bzw. Elektroinstallationsgewerbe wollen demnach bei Arbeitskraftmangel Lehrlinge ausbilden, ein Drittel der Betriebe will mehr neu ausgelernte Lehrlinge einstellen.

Hochbetrieb auf den Campingplätzen

Das anhaltend sommerliche Wetter hat in Dänemark für Hochbetrieb auf den Campingplätzen gesorgt. Das teilt die Statistikbehörde Danmarks Statistik mit. Demnach hat es bereits im Mai zehn Prozent mehr Übernachtungen gegeben als im selben Monat des Vorjahres, berichtet DR Sjælland. „Zweifelsohne ist das Wetter einer der Hauptgründe“, sagt Jens Brendstrup, Direktor des Campingplatz-Branchenvereins OCFF. Die Leiterin des Campingplatzes Maribo Sø Camping, Bodil Clemmensen, sagte DR Sjælland, dass es besonders mehr dänische Gäste seien, die wegen des Wetters im Lande blieben. Laut Brendstrup kommt das erhöhte Aufkommen an Campinggästen besonders dem Einzelhandel und der Gastronomie in der dänischen Provinz zugute. Landesweit gab es im vergangenen Mai 123.000 Übernachtungen mehr als im Mai 2017.

Regionen lehnten neues IT-System ab

In den Regionen Seeland und Hauptstadt sorgt die kostspielige digitale „Gesundheitsplattform“ seit Monaten bei Mitarbeitern der Krankenhäuser für Frust. Auf den Umstieg auf ein anderes System hoffen sie unterdessen vergebens, wie jetzt bekannt wurde. Wie die Tageszeitung Politiken berichtet, haben die Leitungen der beiden Regionen sich im Juni 2017 dagegen entschieden, sich dem System MidtEpj der Firma Systematic anzuschließen, auf dass sich die übrigen Regionen des Landes (Nordjütland, Mitteljütland, Süddänemark) verständigt haben. Damals hatte die Region Süddänemark angeboten, dass andere Regionen sich dem System anschließen – was Nord- und Mitteljütland annahmen.

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