Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Montag

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Apenrade/Aabenraa
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So viele dänische Bürger wie noch niemals zuvor haben am Sonntag bei der Wahl des EU-Parlamentes ihre Stimme abgegeben. Foto: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

DF-Folketingspräsidentin steht zur Titulierung Klima-Dummköpfe

Die Gründerin der Dänischen Volkspartei DF, Folketingspräsidentin Pia Kjærsgaard, steht zu ihrem Ausspruch am Tag der EU-Wahlen, die Wahlen hätten allzu sehr unter dem Eindruck der vielen „Klima-Dummköpfe“ gestanden. Die Politikerin sagte zu ihrer Aussage als Erklärung der DF-Wahlniederlage, sie habe den Begriff humorvoll verwendet. Allerdings distanzierten sich gleich mehrere Spitzenpolitiker der Dänischen Volkspartei von Kjærsgaard. Parteivize Søren Espersen sagte, die Äußerung sei falsch. DF-Politiker Morten Messerschmidt meinte, die Klimadebatte sei relevant, allerdings zu hoch aufgehängt.

Weiter erschwerte Kreditvergabe für Vorhaben auf dem flachen Land

In den vergangenen Jahren war auch in Nordschleswig immer wieder über Probleme berichtet worden, für Immobilienerwerb oder Bauvorhaben auf dem Lande Kredite bei den Geldinstituten zu bekommen. Besonders nach Finanzkrise taten sich Banken und Kreditanstalten schwer, Vorhaben in Randgebieten zu finanzieren, weil sie fürchteten, bei Schiffbruch der Vorhaben auf unverkäuflichen Immobilien sitzen zu bleiben. Laut einer Reportage von TV 2 hat sich die Problematik bei der Gewährung von Krediten auch in der aktuellen Hochkonjunktur nicht verbessert. Der Vorsitzende des Verbandes der Ländlichen Räume, Landdistrikternes Fællesråd, Steffen Damgaard, sprach von einer Situation, die Initiativen zum Stopp der Entvölkerung der ländlichen Landesteile untergrabe.

Däne zieht für Brexitpartei ins EU-Parlament

Ein dänischer Staatsbürger kann für eine Partei eines anderen EU-Landes antreten und ins Europäische Parlament gewählt werden. Der Däne Henrik Overgaard Nielsen hat diese Möglichkeit genutzt und ist nach eigener Aussage für die Brexit-Partei von Nigel Farage ins EU-Parlament gewählt worden. Nielsen hat rund 20 Jahre in Großbritannien verbracht und setzt sich für dessen Austritt aus der EU ein. Mit Blick auf sein neues Amt sagte er der Nachrichtenagentur Ritzau: „Wir arbeiten daran, recht schnell wieder arbeitslos zu werden.“

Polizeiaktion in Holsted endete glimpflich

In Holsted zwischen Esbjerg und Kolding hat am Montagmittag eine größere Polizeiaktion ein gutes Ende gefunden. Ein psychisch instabiler Mann war laut Polizei bewaffnet. Der Mann übergab die Waffe schließlich und folgte der Bitte der Polizei, das Haus zu verlassen und Hilfe anzunehmen.

66 Prozent Wahlbeteiligung: Neuer dänischer Rekord bei EU-Wahl

2.797.761 dänische Bürger haben am Sonntag bei der Wahl des EU-Parlamentes ihre Stimme abgegeben. Das sind so viele wie noch niemals zuvor. 66,02 Prozent der Stimmberechtigten in Dänemark setzten am Sonntag ihr Kreuz. Bisher lag der Rekord mit 59,5 Prozent bei der EU-Wahl von 2009. 2014 lag die Wahlbeteiligung bei 56,3 Prozent. Warum ausgerechnet bei der jüngsten Wahl so viele Menschen abgestimmt haben, ist für die Wahlforscher nur schwer zu erklären. Kasper Møller Hansen vom Institut für Staatskunde der Universität Kopenhagen meint, dass die komplizierten Verhandlungen um den EU-Austritt der Briten in den vergangenen Monaten den EU-Sinn bei vielen Bürgern in Dänemark geweckt haben könnten. Er geht davon aus, dass die Wahlbeteiligung bei den Parlamentswahlen am 5. Juni ebenfalls hoch sein wird.

Mehrheit empfindet wachsende Ungleichheit

Eine Mehrheit der dänischen Bürger ist der Meinung, dass ihre Politiker sich der wachsenden Ungleichheit in Dänemark annehmen müssen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Epinion-Umfrage, durchgeführt für die Gewerkschaft 3F. In dieser gaben 76 Prozent der 1.183 befragten Bürger an, dass sie voll oder teilweise damit übereinstimmen, dass die dänischen Politiker etwas gegen die wirtschaftliche Ungleichheit unternehmen sollten. 61 Prozent gaben zudem an, sie hätten den Eindruck, dass die Ungleichheit in der Bevölkerung weiter anwächst.

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