Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Montag

DN
Apenrade/Aabenraa
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Ein neues Forschungszentrum soll sich mit der Antibiotika-Resistenz befassen, durch die nach Schätzung im vergangenen Jahr eine Million Menschen ums Leben gekommen sind. Foto: Ida Guldbæk Arentsen/ Ritzau Scanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Ersparnisse der Dänen um 40 Milliarden Kronen gestiegen

Die dänischen Bürger legen ihr Geld immer häufiger auf dem Sparkonto zur Seite. Das zeigen neue Zahlen der Nationalbank, wonach auf den Konten der Dänen Ende 2018 rund 40 Milliarden Kronen mehr lagen als zu Beginn des Jahres. Ökonomin Mira Lie Nielsen von Nykredit sieht die gute wirtschaftliche Lage im Land als einen Hauptgrund. „Mehr und mehr Bürger haben feste Jobs und gleichzeitig erleben wir, dass die Löhne stärker steigen als die Preise in den Supermärkten. Richtig viele entscheiden sich deshalb dafür, das überschüssige Geld auf dem Konto zurückzulegen”, so die Expertin zur Nachrichtenagentur Ritzau.

Hackerangriffe auf Bestellung: Sechs Dänen im Visier der Polizei

Sechs dänische Staatsbürger werden von der Polizei beschuldigt, in einen großen internationalen Hackerfall verwickelt zu sein. Das gab die Reichspolizei am Montag bekannt. Eine EU-Polizeieinheit von Europol hatte durch Ermittlungen eine Website im Internet ausfindig gemacht, über die es möglich war, Hackerangriffe zu bestellen. Das sollen die sechs Dänen, die bereits von der Polizei benachrichtigt wurden, nach getan haben. Insgesamt wurden 150.000 Nutzer ausfindig gemacht, die laut Europol rund vier Millionen Cyberangriffe gegen Computer weltweit in Auftrag gegeben hatten. Auch einige Minderjährige in Dänemark wurden identifiziert, auf der Website unterwegs gewesen zu sein – der jüngste war 13 Jahre alt. Laut Polizei habe es mit ihnen „präventive Gespräche” gegeben. Die betreffende Seite webstresser.org wurde im April vergangenen Jahres geschlossen. Nach Angaben von Europol ist die Zahl sogenannter DdoS-Angriffe seitdem um 60 Prozent gefallen.

Minister auf Antibiotika-Charmeoffensive in Brüssel

Am Montag ist Ministertreffen der EU-Länder in Brüssel. Mit dabei ist auch der dänische Umwelt- und Lebensmittelminister Jakob Ellemann-Jensen (Venstre) – und der will seine EU-Kollegen von einem neuen, gemeinsamen Projekt überzeugen. Seine Idee: Ein neues, internationales Forschungszentrum, dass sich mit der steigenden Antibiotika-Resistenz befassen soll, die die Gesundheit der Menschen auf der ganzen Welt bedroht. Dänemark hat bereits mit den Vereinten Nationen ausgehandelt, dass eine solche Forschungseinrichtung in Kopenhagen angesiedelt werden soll. Doch bevor es dazu kommt, muss Dänemark noch die anderen EU-Staaten ins Boot holen, die sich auch finanziell an dem Projekt beteiligen sollen. „Eine Voraussetzung für den Erfolg des internationalen Forschungszentrums ist natürlich, dass eine gute Zusammenarbeit mit relevanten Partnern zustande bekommen“, so der Minister zur Nachrichtenagentur Ritzau. Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass im vergangenen Jahr rund eine Million Menschen weltweit aufgrund von Antibiotika-Resistenz ums Leben gekommen sind. Bis 2050 wird erwartet, dass die Zahl auf zehn Millionen Menschen pro Jahr steigt.

Schüler entdecken zehn neue Bakterienarten

Rund 25.000 Schüler haben im vergangenen Jahr landesweit an einem Experiment teilgenommen und zwei Tage in der Natur Äste, Blätter und Blumen gesammelt und diese untersucht. Die dabei entstandenen Proben hat das Biotechnologieunternehmen Novozymes nun ausgewertet und dabei eine sensationelle Entdeckung gemacht. Die Forscher haben in den knapp 4.000 isolierten Bakterienstämmen, die eingeschickt wurden, zehn neue, bisher unbekannte Bakterienarten entdeckt. So viele neue Bakterien werden sonst in einem ganzen Jahr entdeckt, sagt Mads Bjørnvad, Abteilungsleiter bei Novozym.

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