Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Montag

DN
Apenrade/Aabenraa
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Foto: Christian Lindgren/Ritzau-Scanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Kein Grund für ein neues Handy

Laut Danmarks Radio müssen Apple, Samsung und andere Smartphone-Hersteller erkennen, dass die Nachfrage nach ihren Geräten nicht mehr diejenige vergangener Zeiten ist. So fiel in der vergangenen Woche dem Sender zufolge der Börsenwert Apples um 484 Milliarden Kronen aufgrund des nachlassenden Handy-Verkaufs vor allem auf dem chinesischen Markt. Dem Experten Carsten Nielsen zufolge wird es für die Hersteller immer schwerer, Argumente zu liefern, warum Nutzer ihr Mobiltelefon auswechseln sollten. Es gebe keinen rationalen Grund, vom vorletzten zum letzten Model zu wechseln. Zudem, so Nielsen zum Sender, seien die Geräte so teuer, dass derjenige schnell als dumm gelte, der viel Geld ausgebe, nur um das neueste Smartphone zu haben.

33.000 dänische Vorstände bestehen nur aus Männern

In mehr als 33.000 Firmenvorständen (56 Prozent) in Dänemark sitzt keine einzige Frau. Das geht aus einer Untersuchung der Headhunterfirma- und Beratungsfirma AIMS International Danmark hervor. Jeden Tag werden in Dänemark rund 100 Vorstandsposten neu besetzt – nur rund 16 davon sind Frauen. Damit sinkt der Frauenanteil trotz aller Zielsetzung der Regierung durch neue Vorschriften die Frauenquote in den Führungsetagen der größten Unternehmen des Landes zu erhöhen. Von den 98.000 Vorstandsposten, die es insgesamt in Dänemark gibt, sind mit 26 Prozent rund 25.000 von Frauen besetzt.

Politiker nach Orgie angezeigt

Die Polizei von Ostjütland hat gegen den ehemaligen Lokalpolitiker Per Zeidler aus der Kommune Syddjurs, Anklage wegen Zuhälterei erhoben. Zeidlers Anwalt bestätigte dies gegenüber der Nachrichtenagentur Ritzau, wollte aber bisher keine Einzelheiten dazu nennen. Zeidlers politische Karriere endete im Herbst 2017, nachdem durch die Zeitung Aarhus Stiftstidende öffentlich gemacht wurde, dass dieser mindestens zweimal Orgien mit zwei Frauen und mehreren Männern in einem Versammlungshaus in Ammitsbøl bei Vejle gefeiert hatte. Für eine der Veranstaltungen ließ Zeidler, der für die Sozial Liberale Bürgerliste im Familienausschuss saß, sogar eine Stadtratssitzung aus. Seitdem ermittelte die Polizei gegen ihn.

Besser Schutz vor Hackern

Gesundheitsministerin Ellen Trane Nørby will das dänische Gesundheitswesen besser vor Hackern schützen. Vor allem Mitarbeiter sollen verstärkt sensibilisiert werden. „Bisher ist es uns zum Glück in großen Teilen immer gelungen, uns zu schützen. Grundsätzlich sind wir stark, doch wir dürfen uns nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Die Bedrohung ist groß“, so die Ministerin zu Ritzau.

Regierung plant neues Mega-Projekt

Die dänische Regierung plant ein neues Gewerbegebiet bei Kopenhagen. Neun neue Inseln sollen dafür aufgeschüttet werden – 12.000 Arbeitsplätze entstehen. Dansk Erhverv sieht riesiges Potenzial in dem Projekt. „Ich glaube, dass Avedøre Holme das neue Silicon Valley werden kann, das sowohl von Wirtschafts- als auch von Forschungsunternehmen aufgesucht wird und hoch qualifizierte Arbeitskräfte anzieht“, so Mikkelsen zur Nachrichtenagentur Ritzau. Beschäftigungsminister Troels Lund Poulsen (Venstre) nennt das Vorhaben „ein visionäres Projekt, das die Regierung von ganzem Herzen unterstützt“.

Neuer Niedrigrekord: Weniger als 50.000 Frührentner

In den vergangenen 38 Jahren hat es nie so wenig Frührentner (efterlønsmodtagere) gegeben wie derzeit. Weniger als 50.000 gibt es derzeit – und die Zahl ist weiter fallend, berichtet das Gewerkschaftsmagazin 3F. Auch die Zahl der Einzahler ist so niedrig wie nie. Weniger als jedes fünfte A-Kassen-Mitglied zahlt heute Beitrag für den Topf. Die Möglichkeit der Frührente wurde 1970 eingeführt, Ende 1980 gab es 53.000 Frührentner in Dänemark. Der Höchststand wurde 2003 mit über 185.000 Frührentnern erreicht.

Weniger Konkurse

Auch im letzten Monat des Jahres 2018 ist die Zahl der Konkurse in der dänischen Wirtschaft gefallen. Das zeigen neue Zahlen der dänischen Statistikbehörde Danmarks Statistik. Demnach wurden im Dezember 176 Konkurse gemeldet, wodurch 672 Personen ihren Job verloren haben. Im Vergleich zum November ist das ein Rückgang von rund zwei Prozent bei den Konkursen und ganze 35 Prozent bei den verloren gegangenen Arbeitsplätzen, so die Behörde.

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