Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Montag

DN
Apenrade/Aabenraa
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Viele Ältere arbeiten länger – doch die gleiche Absicherung bei Job-Verlust wie Jüngere haben sie nicht. Foto: Thomas Lekfeldt/Ritzau-Scanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Fluglärm in Skrystrup: Verteidigungsminister stellt Entschädgung in Aussicht

Das Verteidigungsministerium arbeitet zurzeit an einem Modell, das im Rahmen der Indienststellung der F-35 besonders vom Lärm betroffene Anwohner der Fighter Wing Skrydstrup adäquat entschädigen soll. Das geht aus der Antwort des Verteidigungsministers Claus Hjort Frederiksen (Venstre) auf einen Brief seines Parteikollegen, Bürgermeister H. P. Geil (V), und Kommunaldirektor Willy Feddersen hervor. Die Nachbarn der Fighter Wing sollten anständig behandelt werden, so Hjort in seinem Schreiben.

Philippinische Fahrer zum Teil außer Landes

Von 23 Lkw-Fahrern, die Ende Oktober wegen menschenunwürdiger Unterbringung und Arbeitsbedingungen aus einem Lager in Pattburg geholt wurden, haben 13 Dänemark verlassen. Das meldet 3F, das Magazin der gleichnamigen Gewerkschaft. Die Fahrer gaben an, über eine neue Anstellung in Polen weiterhin als Fahrer in der EU arbeiten zu wollen. Kurt Beier Transport hatte die meist philippinischen Fahrer über eine Tochtergesellschaft in Polen beschäftigt. Über diese Anstellung bekamen die Fahrer Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung, die in der EU gültig sind.Wegen der schlechten Arbeits- und Lebensbedingungen kamen die Männer in den Schutz der Menschenrechtsorganisation. Gegen das dänische Fuhrunternehmen sind in mehreren Ländern Ermittlungen wegen Verdachts des Menschenhandels eingeleitet worden.

Second-Hand wird beliebter

Die Second-Hand-Läden des dänischen Roten Kreuzes vermelden seit 2016 eine Umsatzsteigerung um 14,42 Prozent. Das zeigen neueste Zahlen der Hilfsorganisation. Laut Gitte Jarlnæs, Rød Kors-Abteilungsleiterin in Nordschleswig, sind es mehr junge Kunden, die kommen, um sich mit Kleidung aber auch anderen Sachen einzudecken. Jarlnæs zufolge möchten die jungen Kunden Geld sparen und Ressourcen schonen.

Doppelmord auf Helnæs

Auf der Halbinsel Helnæs auf der Insel Fünen sind am Sonntag eine 74-jährige Frau und ein 37-jähriger Mann durch Messerstiche getötet worden. Wie die Polizei mitteilt, wurde diese von einem Nachbarn am Sonntag kontaktiert, der angab, ein Mann mit auffälligem Verhalten liefe auf den Feldern herum. Die Polizei entdeckte um 15.11Uhr auf einem Bauernhof im Eingang des Wohnhauses die leblosen Personen, die nicht miteinander verwandt sind. Der mutmaßliche Täter, 43 Jahre, wurde festgenommen; Auslöser soll seinen Angaben nach ein Streit um das Brennholz gewesen sein.

Dänemark stimmt UN-Erklärung zu

Lars Løkke Rasmussen hat am Montag in Marrakesch dem Papier „Global Compact for Safe, Ordery and Regular Migration” zugestimmt. Die Erklärung beinhaltet 23 formulierte Zielsetzungen – beziehungsweise Absichtserklärungen – über die internationale Zusammenarbeit beim Umgang mit Migration. Unter anderem sollen Daten gesammelt werden, die anschließend in die politischen Entscheidungsprozesse mit einfließen. Nahezu das gesamte dänische Parlament steht hinter der Entscheidung. Nur die Dänische Volkspartei nicht.

Mehr Ältere bleiben im Job – ohne Recht auf Arbeitslosengeld

Immer mehr Ältere setzen ihre Arbeit fort, obwohl sie in Rente gehen könnten. Die Zahl der erwerbstätigen Bürger über 70 Jahren ist seit 2008 um 24.086 Personen gestiegen, dies entspricht einem Anstieg von 77 Prozent. Doch obwohl sich viele dazu entschließen, länger auf dem Arbeitsmarkt zu bleiben, sind sie in Sachen Absicherung bei Job-Verlust anderen Arbeitnehmern nicht gleichgestellt, da ab 65 Jahren der Anspruch auf Arbeitslosengeld erlischt. Dies wird unter anderem von der Senioren-Organisation Ældre Sagen scharf kritisiert. Wenn man vom Arbeitslosengeldsystem zwangsabgemeldet werde, heißt dies, dass man keinen Bedarf mehr nach der Arbeitskraft habe. Will man trotzdem weitermachen, sei man nicht abgesichert, so der leitende Direktor Bjarne Hastrup zu Politiken. Der Sprecher für Beschäftigungspolitik der Dänischen Volkspartei (DF), Bent Bøgsted, hat angekündigt, für eine Änderung der Regelung gesprächsbereit zu sein.

Dänischer Im- und Export leicht gestiegen

Sowohl der Export als auch der Import quer über die dänischen Grenzen sind im Oktober leicht gestiegen. Das zeigen neue Zahlen der dänischen Statistikbehörde Danmarks Statistik. Demnach stieg der Verkauf dänischer Waren ins Ausland um 0,4 Prozent. Der Anstieg ist laut Dansk-Erhverv-Ökonom Jonas Meyer deshalb so gering, weil die Entwicklungen der verschiedenen Wechselkurse ein großes Problem für dänische Unternehmen sind. Vor allem der Export nach Großbritannien ist stark eingebrochen. Er war in den ersten zehn Monaten des Jahres um 20 Prozent schwächer als im Vergleich zum Vorjahr.

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