Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Montag

DN
Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Die Herzläufer-Initiative hat sich als Erfolg herausgestellt. Foto: Stig Nørhald

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten im Überblick.

Königin Margrethe hat sich Operation gegen Grauen Star unterzogen

Königin Margrethe hat sich während der vergangenen Woche einer Operation gegen Grauen Star unterzogen. An beiden Augen sind nach Angaben des dänischen Hofes die Linsentrübungen durch Einsatz von Lasertechnik erfolgreich beseitigt worden. Die Behandlung sei planmäßig und ohne Komplikationen verlaufen hieß es in einer Mitteilung. Eine solche Augenoperation, der sich auch die Königin unterzogen hat, bekommen in Dänemark jährlich 50.000 Menschen. Es ist die häufigste operative Behandlung in Dänemark. Am Sonntag war Königin Margrethe als Staatsoberhaupt während der Gedenkfeier in Aarhus anlässlich des 100. Jahrestages des Waffenstillstands zugegen, mit dem das Blutvergießen des Ersten Weltkriegs endete. Die Feierlichkeit fand am Denkmal zu Ehren der im Ersten Weltkrieg gefallenen Nordschleswiger statt, die als deutsche Staatsbürger am Krieg teilnehmen mussten.

Kommune Apenrade zeigt Transportfirma an

Während gegen die umstrittene Transportfirma Kurt Beier mit Niederlassung in Pattburg in mehreren Ländern wegen Menschenschmuggels ermittelt wird, hat die Kommune Apenrade entschieden, das Unternehmen wegen fehlender Genehmigungen anzuzeigen. Wie die Kommune dem Gewerkschaftsblatt „Fagbladet 3F“ sagte, hatte der Betrieb Mitarbeiter ohne erforderliche Baugenehmigung in Pavillons wohnen lassen.

Das Lager in Pattburg war nach der Enthüllung des Gewerkschaftsmagazins von der Polizei geräumt worden. 26 meist philippinische Fahrer waren unter menschenunwürdigen Verhältnissen untergebracht. Später zeigte es sich, dass das Unternehmen Fahrer aus Drittländern offenbar auch anderenorts unter unwürdigen Wohn- und Arbeitsbedingungen beschäftigte.

Bio bei den Nachbarn gefragt

Die Bürger in Schweden, Norwegen und Finnland sind verrückt nach dänischen Öko-Waren. Exportsteigerungen um bis zu 80 Prozent wurden in nur drei Jahren erzielt. Doch es geht noch mehr, glauben die dänischen Unternehmen. „Die schwedischen Bürger sind verrückt nach dänischen Bio-Produkten. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die dänischen Unternehmen innovativ sind und konstant neue und spannende Qualitätsware entwickeln“, so Pernille Bundgård, Exportchefin beim dänischen Ökologieverband, in einer Pressemitteilung.

Piloten bekommen weniger Flugzeit in neuen Kampffliegern

Obwohl die neuen F-35-Kampfflugzeuge besser und sicherer als ihre Vorgänger sein sollen, werden sie seltener in der Luft sein, als ihre Vorgänger. Für die Piloten bedeutet dies, dass sie weniger Flugtraining erhalten und so das Risiko für Unfälle steigt. Das berichtet die Internetzeitung Altinget und beruft sich dabei auf eine Risikoanalyse des Verteidigungsministeriums. Bisher waren 44 F-16-Kampfjets in Betrieb. Diese werden nun durch 27 neue F-35 ersetzt. Fünf von diesen bleiben in den USA, wo die dänischen Piloten ausgebildet werden. Damit bleiben 22 für die Stationierung in Dänemark über. Die Halbierung der Fliegerzahl bedeutet für die Piloten, dass sie künftig nur noch 115 statt 140 Flugstunden pro Jahr abhalten können. Die Nato empfiehlt den Piloten, mindestens 180 Stunden im Jahr in der Luft zu sein.

Staat verdient Millionen durch Sozial-Dumping-Kontrollen

Der dänische Staat hat in den vergangenen dreieinhalb Jahren 631 Millionen Kronen durch Sozial-Dumping-Kontrollen verdient – vor allem durch aufgedeckten Steuerschwindel bei osteuropäischen Arbeitern. Das zeigen neue Zahlen der Steuerbehörde und Arbeitsaufsicht. Alleine im ersten Halbjahr 2018 nahm die Steuerbehörde 84 Millionen Kronen Rückzahlungen an Steuern und Mehrwertsteuern von ausländischen Arbeitern und ihren dänischen Arbeitgebern ein. Die Kontrollen laufen noch weitere 14 Monate. Die Parteien im Parlament diskutieren derzeit darüber, diese auch über 2019 hinaus fortzuführen.

Herzläufer-Initiative zeigt Erfolge

Die Initiative „hjerteløber“ zeigt große Erfolge. In rund 40 Prozent der Fälle waren die Herzläufer, die über eine App informiert werden, vor den Rettungseinheiten vor Ort, um Erste Hilfe zu leisten. Vom 1. September 2017 bis 1. September 2018 waren in der Hauptstadtregion 1.500 Herzläufer bei 433 Herzstillständen zur Stelle. Rund 35.000 Menschen haben sich registriert. Laut Tryg Fonden steigt die Überlebenschance bei Herzstillständen um bis zu 12 Prozent, wenn Erste Hilfe geleistet wird, bevor die Rettungskräfte vor Ort sind.

Mehr lesen