Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Montag

DN
Apenrade/Aabenraa
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Foto: Christian Lindgren/Ritzau Scanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Cepos: Niedrigere Lohngrenze für Einwanderer bringt nur wenig

Die Maßnahme, die Untergrenze für die Löhne von Nicht-EU-Bürgern von 418.000 auf 330.000 Kronen im Jahr zu senken, bringt nicht genug. Das meint der Chefökonom der bürgerlich-liberalen Denkfabrik Cepos. Mads Lundby Hansen verweist auf Berechnungen des Finanzministeriums, laut denen so nur 1.200 Bürger aus Nicht-EU-Ländern nach Dänemark kommen würden. Und das, sogar ohne die von Venstre vorgesehene Begrenzung auf Bürger aus nur zwölf Ländern weltweit. Kürzlich hatte Regierungschef Lars Løkke Rasmussen (Venstre) vorgeschlagen, dass die Ausnahme von 330.000 Kronen Mindestgehalt nur für Bürger aus „hochentwickelten Ländern“ wie die USA, Indien, China, Singapur, Australien, Kanada, Japan, Brasilien, Malaysia, Thailand, Mexiko und Russland gelten soll.

Deutlich mehr Brandschäden in der Landwirtschaft

Der Sommer 2018 war ein Sommer der Rekorde. Auch bei den Versicherungsgesellschaften hat der Sommer seine Spuren hinterlassen. Allein im Tryg-Portfolio brannten in diesem Jahr 70 Landmaschinen, die nun ersetzt werden müssen. Das sind weitaus mehr als die durchschnittlich 14 Maschinen, die pro Jahr in Flammen aufgehen, so die Gesellschaft. „Laut unseren Zahlen ist das ein Anstieg um 400 Prozent. Schuld daran ist natürlich der ungewöhnlich trockene Sommer”, so Tryg-Abteilungsleiterin Charlotte Dietzer.

Rote Parteien fordern eine klimafreundlichere Landwirtschaft

Es fehlt an klimafreundlichen Initiativen in der Landwirtschaft, wenn Dänemark sich an einem Begrenzen der globalen Erderwärmung beteiligen möchte. So lautet die Kritik von Politikern aus dem roten Block, bestehend aus den Sozialdemokraten, den Volkssozialisten, den Alternativen und der Einheitsliste, nachdem der Weltklimarat (IPCC) am Montagmorgen seinen jüngsten Bericht zum Klima veröffentlichte.

Prozess beendet: Madsen geht nicht in Berufung

Der wegen Mordes an der schwedischen Journalistin Kim Wall zu lebenslanger Haft verurteilte U-Boot-Bauer Peter Madsen hat sein Urteil akzeptiert. Er will demnach nicht das Urteil, das vom Kopenhagener Stadtgericht ausgesprochen und vom Östlichen Landgericht bestätigt wurde, vorm Höchstgericht anfechten. Das bestätigt seine Anwältin Betina Hald Engmark gegenüber dem TV-Sender TV2.

Organspende: Jeder Dritte noch unschlüssig

Eine neue Analyse des Meinungsforschungsinstitutes Yougov zeigt, dass rund 35 Prozent der dänischen Bürger in Sachen Organspende noch unschlüssig sind. Das berichtet die Tageszeitung Kristeligt Dagblad. Bisher sei noch nicht untersucht worden, warum so viele Bürger bei der Organspende noch nicht Stellung beziehen. Doch die Leiterin des Zentrums für Organspende, Helle Haubro, hat eine Theorie: „Viele Menschen haben im Falle ihres Todes ein Vorstellung von einem vollständigen Körper. Diese Vorstellung wird dann zerstört, wenn sie darum gebeten werden, Kreuze bei den jeweiligen Organen zu setzen, die sie zu spenden wünschen.“

Wachstum: Discounter will Wohnungen bauen

Lidl will sein wirtschaftliches Wachstum in Dänemark weiter voranbringen und plant, Wohnungen für seine Kunden zu bauen. Dadurch erhofft sich der Discounter, dass zugleich auch mehr Geschäfte gebaut werden können, berichtet die Tageszeitung Jyllands-Posten

Weniger Geld bei Spendenaktion

Am vergangenen Sonntag haben Freiwillige bei der jährlichen Spendenaktion des dänischen Roten Kreuzes rund 16 Millionen Kronen einsammeln können. Im Vergleich zum vergangenen Jahr sind das rund zwei Millionen Kronen weniger, so die vorläufigen Ergebnisse der Hilfsorganisation. Die Spenden sollen unter anderem Obdachlose in Dänemark und Opfern des Erdbebens in Indonesien zugute kommen, berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau. Trotz der niedrigeren Spenden ist der Generalsekretär der Organisation, Anders Ladekarl, mit dem Ergebnis zufrieden.

„Ich freue mich, dass die Bürger in Dänemark so viel Geld für unsere Arbeit spenden“, so der Generalsekretär.

Gedenkkonzert sorgte für gemeinsamen Gesang

Tausende Menschen hatten sich am Sonntag zum Gedenkkonzert für den verstorbenen Musiker Kim Larsen auf dem Rathausplatz in Kopenhagen versammelt. Veranstalter des Konzertes war der öffentlich-rechtliche Rundfunk Danmarks Radio (DR). Durch eine Liveübertragung hatten Anhänger Larsens in den übrigen Großstädten Dänemarks auch die Möglichkeit an dem Konzert teilzunehmen und zu Klassikern wie „Midt om natten“ oder „Kvinde min“ mitzusingen, berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau. Alleine in Kopenhagen waren laut Veranstalter rund 35.000 Konzertbesucher anwesend.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Ärmere Welt ohne Kunst“