Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Montag

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DN
Apenrade/Aabenraa
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Die Pusher Street. Foto: Mathias Øgendal/Ritzau Scanpix

Einsatz von Vertretungslehrkräften, Wirtschaftsaufschwung und eine neue Umweltstrategie: Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick

Ferienhäuser: Vorteile für den, der eine Agentur beauftragt

Wie berichtet, hat sich eine breite Mehrheit im Folketing – ausgenommen die linke Einheitsliste – auf eine deutliche Erhöhung des Freibetrags für Einkünfte aus der Sommerhausvermietung von jährlich 21.800 auf 40.000 Kronen geeinigt. Wie die Tageszeitung Politiken jetzt berichtet, gilt diese Regelung jedoch nur für Sommerhausbesitzer, die ihre Immobilie über eine Agentur vermieten. Wer sein Sommerhaus in eigener Regie vermietet, bekommt bisher einen Freibetrag von 11.000 Kronen zugesprochen. Und das bleibt auch nach den neuen Regeln so. Wer allerdings eine Agentur dazwischen schaltet, dem standen bisher (2018) laut Steuerbehörde Skat 21.900 Kronen Freibetrag zu. Dieser wird nun auf 40.000 Kronen angehoben. Damit soll es attraktiver gemacht werden, sein Haus nicht unter der Hand zu vermieten, sagt der Steuerminister. Der Verband der Ferienhausbesitzer sieht darin eine getarnte Subvention für die Ferienhaus-Agenturen.

EU genehmigt Postnord-Rettungsplan

Der schwedisch-dänische Brief- und Paketzusteller Postnord kann mit staatlichen Zuschüssen in Milliardenhöhe rechnen. Das hat die Europäische Union am Montag nach längerer Untersuchung bekannt gegeben. Damit kann das finanziell in die Enge geratenen Unternehmen nun gerettet werden. Die Zuschüsse dienen dazu, die „Postbeförderungspflicht zu erfüllen“, wie es von der EU in der Begründung heißt.

Zwangs-Krippe in sozialen Brennpunkten beschlossen

Die Politiker der drei größten Städte Dänemarks sind sich nicht einig darüber, was von dem jüngsten integrationspolitischen Vorstoß aus dem Ministerium der Ausländer- und Integrationsministerin Inger Støjberg (Venstre) zu halten ist. 25 Stunden pro Woche sollen Kinder, die in bestimmten Wohngebieten leben, die nach von der Regierung bestimmten Kriterien als „Ghettos“ bezeichnet werden, in eine Kinderkrippe. Folgen die Eltern dieser Regelung nicht, wird ihnen das Kindergeld gestrichen. Die Regierungsparteien (Venstre, Liberale Allianz, Konservative) sowie die Sozialdemokraten und die Dänische Volkspartei (DF) haben dem Vorschlag zugestimmt. Damit besteht eine breite Folketingsmehrheit. Während Kopenhagens Ausschussvorsitzender für Kinder und Jugend die Regelung begrüßt, herrscht in Odense und Aarhus Skepsis.

Polizei räumt erneut Pusher Street

Die Polizei setzte am Montag den Kampf gegen die sogenannte Pusher Street im Freistaat Christiania in Kopenhagen fort und zerstörte die dort stehenden Verkaufsstände für Haschisch.

Die Pusher Street war in der vergangenen Woche für drei Tage geschlossen, nachdem die Christianiter selbst die Schließung beschlossen hatten. Am Freitag öffneten die Buden wieder. Die Bewohner des Freistaats sind mit den Zuständen aufgrund des Verkaufs von Drogen und der damit einhergehenden Gewalt nicht einverstanden. Nach dem Einsatz der Christianiter hatte die Kopenhagener Polizei beschlossen ebenfalls wieder gegen den Drogenhandel vorzugehen.

Dänische Wirtschaft boomt

Eine neue Prognose der dänischen Regierung zeigt, dass sich die Wirtschaft des Landes aktuell in einer Hochkonjunktur befindet. Im vergangenen Jahr lag das Wirtschaftswachstum bei 2,2 Prozent. Für 2018 wird ein Wachstum um 1,9 Prozent erwartet, so die Prognose.

„Mehr Menschen als je zuvor arbeiten und der Wohlstand in der Gesellschaft bricht alle Rekorde“, so ein zufriedener Wirtschaftsminister Simon Emil Ammitzbøll-Bille (Liberale Allianz).

Foto: Danfoss (Symbolfoto)

Vier von zehn Arbeitern aus Osteuropa wählen eine „gelbe” Gewerkschaft

Über die Hälfte der Arbeiter aus Osteuropa, die sich für einen längeren Zeitraum in Dänemark niederlassen, sind Mitglied in einer Gewerkschaft – viele aber in einer „gelben” Gewerkschaft, zeigt eine neue Studie. Die Gewerkschaft 3F ist deshalb unzufrieden.

Die Pappkarte bekommt Konkurrenz

Ohne Schlüsselkarte und NemID gibt es in Dänemark kein Online-Banking. Das alte Pappmodell bekommt nun einen digitalen Nebenbuhler.

Coop mit neuer Umweltstrategie

Der Supermarktkonzern Coop will in den kommenden Jahren die Verpackungen seiner Waren unter die Lupe nehmen und schauen, wo sich umweltfreundlichere Lösungen finden lassen. Das berichtet Danmarks Radio. Um 25 Prozent soll so der Verbrauch von Plastik, Metall und Glas verringert werden. Erstattet werden sollen die Materialien mit Pappe, Papier und sogenanntem Bioplastik. 4.000 Produkte sollen neu verpackt werden. Außerdem soll mit den Verpackungen verhindert werden, dass Nahrungsmittel im Mülleimer landen. „

Wir wollen mit unserer nachhaltigen Strategie die besten in der Welt werden”, sagte Signe Frese, die verantwortliche Konzerndirektorin.

Foto: Nikolai Linares/Ritzau Scanpix

Zwist um Erbschaftsteuer dauert an

Eine politische Mehrheit aus Regierungsparteien und DF will die Erbschaftssteuer senken. In die Debatte hat sich jetzt das gewerkschaftsnahe Wirtschaftsforschungsunternehmen Arbejderbevægelsens Erhversråd (AE) eingeschaltet.

Ministerin: Vertretungslehrkräften in den Schulen reduzieren

Unterrichtsministerin Merete Riisager von der Liberalen Allianz will den Einsatz von Vertretungslehrkräften in den Schulen reduzieren. Um das Ziel zu erreichen, soll das Ziel in die Haushaltsabsprache zwischen dem Staat und den Kommunen festgehalten werden. Das berichtet Jyllands Posten. Wie viele Vertretungslehrer eingespart werden sollen, darüber hat sich die Unterrichtsministerin noch nicht öffentlich geäußert. Beim Zusammenschluss der Kommunen ist Thomas Gyldal Petersen, Vorsitzender des Unterrichtsausschusses nicht froh über das Vorhaben. Er meint, dass erst geklärt werden müsse, wofür die Vertretungslehrer eingesetzt würden.

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