Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Mittwoch

DN
Apenrade/Aabenraa
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Foto: Jørn Deleuran/Ritzau Scanpix/Midtjyske Medier

Schlechter Service in Autowerkstätten, Ärger mit Solarzellen und ein Millionenschwindel im Jobcenter: Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Geldwäsche-Skandal: Abteilungschef von Danske Bank kündigt

Der Compliance-Chef (Chef für Einhaltung der Richtlinien) der Danske Bank, Anders Meinert Jørgensen, hat gekündigt. Er war unter anderem dafür zuständig, dass die Bank die Geldwäscheregeln einhält. Jørgensen verlässt seinen Posten nach einer turbulenten Zeit, in der die Zeitung Berlingske in einer Reihe von Artikeln aufgedeckt hatte, dass die estnische Abteilung der Bank in einen großen Geldwäsche-Skandal verwickelt ist. Jørgensen beteuerte gegenüber Finanswatch, dass sein Rücktritt nichts mit dem Skandal zu tun habe. Er wird seinen Posten im November dieses Jahres aufgeben.

Jobcenter-Mitarbeiter wegen Millionenschwindels angezeigt

Die Kopenhagener Polizei beschuldigt einen Angestellten des Jobcenters in Albertslund, mit falschen Rechnungen rund sechs Millionen Kronen erschwindelt zu haben. Das berichten das Gewerkschaftsblatt 3F, das den Fall gemeinsam mit der Zeitung Ekstra Bladet aufgedeckt hat. „Wir können bestätigen, dass wir einen Angestellten bei der Polizei angezeigt haben und wir den Beamten bei ihren Ermittlungen helfen. Mehr dürfen wir allerdings nicht sagen“, so Janus Nissen aus der Kommunikationsabteilung von 3F. Dem Mann wird vorgeworfen, hohe Rechnungen über falsche Tätigkeiten geschrieben zu haben und diese dann an Firmen geschickt zu haben. Die Taten sollen zwischen 2012 und 2015 begangenen worden sein. Auch in der Kommune Glostrup, wo der Mann davor tätig war, steht er unter Verdacht mehr als 100.000 Kronen erschwindelt haben.

Solar-Besitzer klagen gegen den dänischen Staat

85.000 Besitzer von Photovoltaik-Anlagen in Dänemark erheben durch den Verein Denfo Anklage gegen das Energieministerium. Der Vorwurf: Nichteinhaltung einer Absprache. Auch gegen Energieminister Lars Christian Lilleholt (Venstre) wurde Anzeige erstattet, weil er gegen das Verantwortungsgesetz der Minister verstößt, berichtet TV2 News.

2012 vereinbarten die Besitzer und der Staat bei der Installation von Photovoltaik-Anlagen eine lukrative Absprache. Die Absprache beinhaltete die jährliche Senkung der Abgaben und der Mehrwertsteuer. Nun will das Energieministerium die Besitzer zu einer weitaus teureren Absprache zwingen.

Viele Bürger fühlen sich in Autowerkstätten schlecht behandelt

44 Prozent aller dänischen Autobesitzer fühlen sich schlecht behandelt, wenn sie ihr Fahrzeug in einer dänischen Werkstatt hatten. Das ergab einen Umfrage des Analyseinstituts yougove. Eine Erklärung dafür ist, dass die Kommunikation zwischen Kunden und Werkstatt nicht funktioniere und so Unsicherheiten schaffe.

Ein guter Rat sei es deshalb, nachzufragen oder sich bei zu großen Zweifeln eine zweite Meinung einzuholen.

Gefängnisse in Dänemark sind randvoll

Die Gefängnisse und Arresthäuser in Dänemark sind dermaßen gefüllt, dass die aktuelle Situation das Personal und die Insassen unter Druck stellt. Die durchschnittliche Auslastung liegt bei 99,9 Prozent, berichtet die Tageszeitung Berlingske. Des Öfteren müssen Insassen eine Zelle teilen oder gar in den Werkstätten oder Besuchsräumen eingesperrt werden.

Sozialdemokraten und Venstre offen für Straßenneubauten

8,3 Millionen Stunden im Auto könnten mit einer neuen Autobahn in Mitteljütland jährlich gespart werden. Ein östlicher Ring um die Hauptstadt könnten den Autofahrern 6 Millionen Stunden im Jahr ersparen. Das sind Ergebnisse von Projektuntersuchungen, die das Transportministerium gemacht hat.

Insgesamt wurden sechs weitere große Verkehrsprojekte untersucht. Sprecher der Sozialdemokraten und Venstre sehen großes Potenzial in der Durchführung der Projekte und es soll versucht werden, die Milliarden Investitionen durchzuführen, heißt es von den Politikern.

Geschäftsinhaber und Angestellte bangen um ihre Zukunft

Über ein Drittel aller Geschäftsinhaber mit Läden in Städten oder Dörfern bangen um ihre Existenz, die sie durch den Internethandel bedroht sehen. Und mit ihnen ihre Angestellten. Das geht aus einer Umfrage hervor, die avisen.dk unter Handelsvereinen vorgenommen hat, die insgesamt fast 3.000 Geschäfte repräsentieren. Besonders die großen Anbieter wie Amazone oder Zalando seien die größten Konkurrenten. Das geben fast die Hälfte der befragten an.

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