Dänemark Kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Mittwoch

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DN
Nordschleswig/Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Die Slotsgade in Apenrade. Foto: VisitAabenraa

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Telefondatenskandal: Verhandlung gegen LTF wird ausgesetzt

Der Skandal um falsche Telefondaten, die bei polizeilichen Ermittlungen herangezogen wurden, führt dazu, dass das Gerichtsverfahren gegen die Rockerbande „Loyal To Familia“ (LTF) ausgesetzt wird. Dies bestätigten der Anwalt der Rockerbande sowie die Polizei. Die Staatsanwaltschaft, die ein Verbot der Bande anstrebt, will um zwei bis drei Monate Aufschub bitten. In dem zurzeit verhandelten Verbotsverfahren spielen Telekommunikationsdaten nicht direkt eine Rolle, allerdings legte die Staatsanwaltschaft dem Gericht über 30 frühere Urteile vor, in einigen spielten diese Daten eine Rolle.

Kein Trump-Besuch: Frederiksen wehrt sich gegen Vorwurf

Donald Trumps Besuchs-Absage per Twitter-Kurzmitteilung ist in Dänemark durchweg auf Unverständnis gestoßen. Staatsministerin Mette Frederiksen erklärte, dass es viele gemeinsame Interessen zwischen USA und Dänemark. Man sei an einer stärkeren strategischen Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern interessiert. Sie verwies auf die Haltung der grönländischen Regierung, die einen Verkauf des Landes ausschließt. Frederiksen wies Vermutungen zurück, ihre Aussage, der Kaufwunsch Trumps sei absurd, könne Trump zur Absage veranlasst haben. Linke wie rechte Parteien kritisierten die Angaben Trumps, die Äußerungen Mette Frederiksens seien Ausgangspunkt seiner Absage gewesen.

Viele historische Gebäude in Dänemark von Abriss bedroht

In Dänemark droht vielen historischen Gebäuden der Abriss. Diesen Schluss zieht der Fachmann für Erhalt des Bau-Erbes an der Architektenschule der Kunstakademie in Kopenhagen, Søren Vadstrup. Er kritisiert, dass die staatliche Behörde für Schlösser und Kultur in vielen Orten den Denkmalschutz von Gebäuden aufgehoben hat. Die Behörde hat das bei Häusern in Apenrade/Aabenraa oder Ribe/Ripen damit begründet, dass die Gebäude in ihrem Kern nicht mehr im historischen Zustand erhalten sind.

Er verweist gegenüber „Kristeligt Dagblad" darauf, dass die betroffenen Häuser an der Slotsgade oder Nygade in Apenrade seinerzeit aufgrund ihrer wertvollen Fassaden und Bedeutung für das Straßenbild unter Schutz gestellt worden seien. Aus diesem Grunde müssten zumindest die Fassaden geschützt werden. Er kritisiert auch, dass den Kommunen die Aufsicht über die Einhaltung der Schutzauflagen der Gebäude übertragen worden ist. Die Kommunen seien vielfach nicht in der Lage, den Abriss erhaltenswerter Häuser zu verhindern.

Immer mehr Flüchtlinge arbeiten auf dem Bau

Von 2014 bis 2018 ist die Zahl syrischer Flüchtlinge, die in Vollzeit in der Baubranche arbeiten, von 16 auf 317 gestiegen. Das zeigen neue Zahlen des Beschäftigungsministeriums und der Branchenorganisation Dansk Byggeri. Damit hat sich die Zahl über fünf Jahre hinweg verzwanzigfacht und liegt etwas über dem Durchschnitt in anderen Branchen.

„Das unterstreicht, dass die Baubranche als Branche die Tradition hat, soziale Verantwortung zu übernehmen“, sagt der Geschäftsführer von Dansk Byggeri, Lars Storr-Hansen. Er verweist auch auf die günstigen Marktbedingungen, die derzeit vorherrschen. „Die Möglichkeiten sind im Augenblick gut, die Wirtschaft läuft, und es gibt Bedarf an Arbeitskraft.“

Teledaten-Skandal: Tatverdächtige freigelassen

Im Zuge der Aufdeckung technischer Mängel bei der Speicherung von Telefondaten hat die Anklagebehörde in Esbjerg Konsequenzen gezogen und die Freilassung von sieben Untersuchungshäftlingen angeordnet. Es geht um Tatverdächtige aus der Esbjerger Drogenszene. Aufzeichnungen von Telefondaten waren in den Fällen entscheidende Informationen, um den Aufenthalt verdächtiger Personen zu bestimmten Uhrzeiten in Verbindung mit Straftaten belegen zu können.

„Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir kein Verfahren ohne die Telefondaten eröffnen können“, erklärte Ankläger Morten Rasmussen von der Polizeilichen Sonderermittlung West gegenüber der Nachrichtenagentur Ritzau.

Tauziehen um 2020-Finanzrahmen der Kommunen läuft an

Im zurückliegenden Wahlkampf haben sich die Politiker teilweise mit Versprechungen im Bereich Verbesserung des Wohlfahrtsstaates einen Wettbewerb geliefert. Mittwoch beginnen die Verhandlungen zwischen Finanzminister Nikolai Wammen (Soz.) und den Spitzenvertretern der Kommunen und Regionen, wo und wie Gesundheitswesen, Seniorenbetreuung und Schulsystem gestärkt werden können.

Der Vorsitzende des Verbandes der Kommunen (KL), der sozialdemokratische Aarhuser Bürgermeister Jacob Bundsgaard, erwartet, dass aus der Staatskasse mehr Mittel für die von Kommunen und Regionen verwalteten Aufgaben bereitgestellt werden. Er erinnert daran, dass sich allein durch die steigende Zahl älterer Menschen die Anforderungen an den Wohlfahrtsstaat erhöhen. Es bestehe auch ein Nachholbedarf bei der Renovierung der Schulen und Pflegezentren. Wammen verspricht, dass die Regierung die gestiegenen Anforderungen berücksichtigen werde.

Universitäten fordern neues Konzept zur Stärkung der Fremdsprachen in Dänemark

In diesem Jahr haben sich gegenüber dem Vorjahr sechs Prozent weniger Studierende für Fremdsprachenstudien an den dänischen Universitäten eingeschrieben. Der Dekan der Humanistischen Fakultät an der Universität Kopenhagen, Jesper Kallestrup, sieht in dem weiter sinkenden Interesse an einem Studium insbesondere europäischer Fremdsprachen einen Hinweis auf eine fehlende Wirkung der erst 2017 verabschiedeten nationalen Sprachenstrategie.

Die Strategie müsse auf den Prüfstand gestellt werden, so Kallestrup. Es wird auch vermutet, dass das sinkende Interesse an Sprachen durch Defizite im Fremdsprachenunterricht der Grundschulen und der Lehrerausbildung im Bereich Fremdsprachen befördert werde.

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