Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Mittwoch

Der Nachrichtenüberblick am Mittwoch

Der Nachrichtenüberblick am Mittwoch

Apenrade/Aabenraa
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Das Urheberrecht in Dänemark steht in der Kritik. Foto: Mads Jensen/Ritzau-Scanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Engell: Løkke erwägt, kommende Wochen Wahlen auszuschreiben

„Der große Zögerer“ wird Regierungschef Lars Løkke Rasmussen (Venstre) in politischen Kreisen in Dänemark gerne genannt – jetzt könnte zumindest eine Antwort bald von ihm kommen: Die auf die Frage nach dem Zeitpunkt der kommenden Folketingswahl. Wie der ehemalige Konservativen-Minister Hans Engell am Mittwoch schreibt, werde Løkke die Wahl zwischen dem 2. und 5. Mai ausschreiben und am 26. Mai, dem Tag der Europawahl, abhalten lassen. Das sieht auch eine Mehrheit der politischen Kommentatoren, die die Nachrichtenagentur Ritzau befragt hat, so. Die letzte Möglichkeit wäre der 17. Juni.

Tödliche Schlägerei: Mutmaßliche Täter stellen sich

Nach einem tödlichen Überfall auf einen 22-Jährigen in Horsens am vergangenen Sonnabend haben sich die beiden mutmaßlichen Täter – 18 und 20 Jahre alt – gestellt. Dies teilte die Polizei mit, die am Vormittag die beiden Personen aufforderte, sich bis 18 Uhr zu melden, ansonsten würde nach ihnen öffentlich unter Nennung des Namens mit Bild gefahndet. Der Überfall geschah im Park „Lunden“ in Horsens am Sonnabendabend gegen 18.30 Uhr, als sich viele Personen im Park aufhielten. Daher erhielt die Polizei laut TV Syd auch einige Täterbeschreibungen. Das Opfer wurde mit Hirnblutungen ins Universitätskrankenhaus nach Aarhus gebracht, wo der 22-Jährige Dienstagnacht starb. Die Polizei geht davon aus, dass das Zusammentreffen von Opfer und Täter nicht zufällig war. Die beiden jungen Männer sollen morgen dem Haftrichter vorgeführt werden.

Die Börse am Mittwoch

Der Enzymkonzern Novozymes hat am Mittwoch nach schlechter Bilanz und anschließender beruhigender telefonischer Rechenschaft der Konzernleitung eine Berg- und Talfahrt auf dem C25-Index hinter sich gebracht. Nach mehr als fünf Prozent Verlust am Vormittag ging es am frühen Nachmittag kurzzeitig wieder ins Plus – schließlich landete der Aktienkurs bei -2,5 Prozent. Der Gesamtindex verhielt sich vergleichsweise ruhig, bei Handelsschluss gab es einen gemächlichen Rückgang um 01, Prozent auf 1.143,12 Zähler.


Flüchtlingshilfe trennt sich von Generalsekretär

Christian Friis Bach ist nach 18 Monaten im Amt als Generalsekretär von Dansk Flygtningehjælp am Mittwoch mit sofortiger Wirkung entlassen worden. Der Vorstand sehe den Bedarf eines anderen Führungsprofils, teilt die Flüchtlingshilfe mit. Die Voraussetzungen für internationale humanitäre Organisationen seien derzeit schwer, so die Vorstandsvorsitzende Agi Csonka. Dies erfordere messerscharfe Priorisierungen der Organisationsleitung. Friis Bach, der zuvor bei den Vereinten Nationen tätig war, hat in den sozialen Medien mitgeteilt, dass es nicht gelungen sei, angesichts der vielen Herausforderungen wirtschaftlicher und politischer Natur alle unter einen Hut zu bringen. Ein Nachfolger ist noch nicht bestimmt.

Haftstrafe: Zwei Tonnen Hasch in der Garage eines 71-Jährigen

Ein 71-jähriger Mann aus Søstrup bei Holbæk auf Seeland ist vom örtlichen Gericht zu sechs Jahren Haft verurteilt worden, weil er 2,2 Tonnen verpacktes Hasch in Pappkartons in seiner Garage gelagert hatte. Das berichtet sn.dk. Zudem wurde der Mann verurteilt, weil er wenige Tage vor der Razzia der Polizei mindestens 200 Kilogramm des Rauschmittels an einen 52-Jährigen aus Odense gegeben hat. Dieser brachte das Hasch nach Norwegen, wurde dort jedoch von der Polizei festgenommen. Der 71-Jährige legte umgehend Berufung ein: „Wenn ich aufgrund dieser Beweise verurteilt werden kann, dann kann ich auch für den Palme-Mord verurteilt werden.“

Forscherteam aus Süddänemark mit Gesundheitspreis ausgezeichnet

Das dänische Forscherteam aus Ewa Roos und Søren Thorgaard Skou von der Süddänischen Universität ist am vergangenen Wochenende für seine Forschungen im Bereich Arthrose und sein Projekt GLA:D (Godt Liv med Artrose i Danmark) mit dem „Value Based Health Care Prize“ (VBHC) im niederländischen Amsterdam ausgezeichnet worden.

„Wir sind natürlich sehr stolz darauf, dass auch das Ausland auf unser Projekt aufmerksam geworden ist, mit dem wir Menschen helfen, weniger Schmerzen zu haben und eine bessere Lebensqualität zu erlangen“, so Thorgaard Skou in einer Pressemitteilung. Der VBHC-Preis wird für innovative Initiativen im Gesundheitsbereich vergeben. Die Forscher aus Süddänemark setzten sich gegen 170 Mitbewerber durch.

Politiker auf Facebook oft unbeachtet

Nur ein kleiner Teil der dänischen Bevölkerung folgt den Folketingspolitikern in sozialen Medien wie Facebook oder Twitter. Zudem haben nur wenige Dänen Lust, sich eine politische Diskussion, Interviews oder ein traditionelles TV-Duell über die sozialen Netzwerke anzusehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des IT-Entwicklungsunternehmens „KMD“. Demnach folgen 76 Prozent der Befragten keinem einzigen Parlamentspolitiker über Facebook oder Twitter. 84 Prozent antworteten, dass sie politischen Debatten in den sozialen Medien nur in einem „geringen“ oder „sehr geringem“ Maße verfolgt haben. Dies sei ein Zeichen, dass sich die Politiker breit aufstellen und viele Kanäle nutzen müssten, um die größte Zahl an Wählern zu erreichen, meint KMD-Kommunikationschef Christoffer Hellmann.

Samsø-Kartoffeln: 36.000 Kronen für 24 Kilogramm

Der Lebensmittelkonzern „Salling Group“ hat 24 Kilogramm der begehrten Feldfrüchte für 36.000 Kronen erworben. Ein fairer Preis, meint Søren Peter Kjehldahl, dessen Familienbetrieb die begehrten Feldfrüchte geerntet hat. „Ich denke, das ist ein richtig guter Preis. Wir haben sehr viel Arbeit in sie gesteckt. Die ersten zehn bis zwölf Apriltage mussten wir künstlich bewässern, um den Frost fernzuhalten – das kostet“, so Kjehldahl zur Nachrichtenagentur Ritzau. Die Kartoffeln werden nun in drei ausgewählten Geschäften für 1.500 Kronen pro Kilogramm angeboten.

Dänisches Urheberrecht teilweise ungültig

Das dänische Urheberrecht ist an vielen Stellen mangelhaft: Zu diesem Ergebnis kommt eine Gruppe prominenter Forscher, unter ihnen unter anderem drei Jura-Professoren der Universität Kopenhagen. „Es ist eine sehr ungewöhnliche Situation, dass man nicht mehr auf das vertrauen kann, was im dänischen Gesetz steht“, sagt Morten Rosenmeier, Professor für Rechtswissenschaften, zur Zeitung „Politiken“. Das Problem sei, dass die dänischen Gesetze im Widerspruch zum EU-Recht stünden. Neue Richtlinien der Europäischen Union sehen vor, dass das Urheberrecht sicherstellen muss, dass Künstler Geld bekommen, wenn ihre Werke genutzt werden. Dafür sorgen die dänischen Gesetze allerdings nicht ausreichend. Große Teile der Rechtsgrundlage seien sogar ungültig, so Rosenmeier. Kulturministerin Mette Bock (Liberale Allianz) hat nun angekündigt, das Urheberrecht gründlich untersuchen zu wollen.

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