Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Mittwoch

DN
Apenrade/Aabenraa
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Das EU-Parlament in Straßburg. Foto: dpa

2020 wird zum Freundschaftsjahr, Nachrichtendienst brachte Gülen-Anhänger in Sicherheit, Mumie zu Besuch: Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Pape: Polizei diskriminiert nicht

Justizminister Søren Pape Poulsen glaubt nicht, dass die dänischen Polizeibeamten in ihrer täglichen Arbeit die Bürger diskriminieren. Das erklärte er am Mittwoch bei einer Anhörung zu der er von der rechtspolitischen Sprecherin der Alternative, Josephine Fock, einberufen wurde.

„Von der Polizei erwarte ich selbstverständlich, dass sie weder aufgrund der Hautfarbe noch des Geschlechtes die Bürger diskriminiert“, so Pape.

Dänemark will gegen obligatorische Elternzeit für Väter kämpfen

Die dänische Regierung ist strikt dagegen, es Vätern aufzuerlegen, sich an der Elternzeit zu beteiligen. Doch die Mehrheit der EU-Staaten ist dafür – und so könnte eine entsprechende Regelung gegen den Willen der dänischen Regierung auch in Dänemark Gesetz werden. Beschäftigungsminister Troels Lund Poulsen (Venstre) will deshalb weiter kämpfen – auch wenn die Erfolgsaussichten klein sind. „Es sieht leider so aus, als werde die EU es beschließen“, so Lund Poulsen zur Nachrichtenagentur Ritzau. Derzeit geht es um zwei obligatorische Monate für Väter. In Dänemark beteiligen sich Männer in deutlich geringerem Maße an der Elternzeit als in Nachbarländern wie Deutschland, Schweden oder Norwegen.

Gewerkschaften vereint: Fordern Tarifvereinbarungen von Amazon

Mehrere dänische Gewerkschaften fordern nun vereint Tarifvereinbarungen vom Online-Verkaufsgigant Amazon, falls dieser sich in Dänemark niederlassen wird. Das berichtet die Tageszeitung Ekstra Bladet.

Dänemark bekommt einen zusätzlichen Platz im EU-Parlament

Bei den kommenden Wahlen zum EU-Parlament im Mai 2019 wird Dänemark wieder 14 statt der heutigen 13 Sitze für sich beanspruchen. Das bestätigte das Parlament am Mittwoch nach einer Abstimmungsrunde, berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau. Dabei wurden 27 Plätze, die nach dem Brexit Großbritanniens frei werden, verteilt.

Die Platzverteilung muss nun von der Chefetage der EU abgesegnet werden.

Amerikanische Zinssteigerung kann dänische Kredite beeinflussen

Die amerikanische Zentralbank wird laut Nachrichtenagentur Ritzau voraussichtlich am Mittwochabend zum zweiten Mal in diesem Jahr die Zinsen erhöhen. Und das kann auch einen Einfluss auf dänische Hauskredite haben, schätz eine Ökonomin.

„Typischerweise ist es so, dass, wenn in den USA die Zinsen steigen, das dann auch in Europa spürbar sein wird. Möchte man seinen Kredit verlegen oder neu aufnehmen, dann kann dies teurer werden“, so die Chefökonomin der Arbejdernes Landsbank, Signe Roed-Frederiksen.

18 Jahre alt und kostenlos durch Europa? Die EU macht es möglich

Ab Dienstag können 18-Jährige einen Antrag auf eine kostenlose Bahnreise (Interrail) durch Europa stellen. Einziges Kriterium ist, dass Bewerber zwischen dem 2. Juli 1999 und dem 1. Juli 2000 geboren wurden.

Deutschland und Dänemark machen 2020 zum Freundschaftsjahr

Mit einer Vereinbarung zu einem deutsch-dänischen Freundschaftsjahr im Jahr 2020 wollen Deutschland und Dänemark ihre kulturelle Zusammenarbeit stärken. Wie das Außenministerium in Kopenhagen mitteilt, wird die Absprache auf dem Treffen der beiden Außenminister Anders Samuelsen und Heiko Maas am 13. Juni in Berlin präsentiert. Beide Minister betonen die guten Beziehungen beider Staaten zueinander. Auch sei das Verhältnis der Minderheiten beiderseits der Grenze vorbildlich, so Bundesaußenminister Heiko Maas.

Nachrichtendienst brachte Gülen-Anhänger in Sicherheit

Anfang 2017 hat der Nachrichtendienst der dänischen Polizei, PET, einen dänisch-türkischen Mann und seine Familie an einen sicheren Ort, in ein sogenannten Safehouse, gebracht. Dies berichtet Danmarks Radio. PET ging damals davon aus, dass die Sicherheit des Mannes und seiner Familie akut bedroht war. Der Mann ist Anhänger der Gülen-Bewegung; diese werden von der türkischen Regierung verfolgt.

Mumie zu Besuch

Eine mittelalterliche Mumie aus der Mongolei ist im Museum Moesgaard südlich von Aarhus angekommen. Der Krieger aus der Zeit Dschingis Kahns ist eine Leihgabe der Universität Ulan Bator, der Hauptstadt der Mongolei. In Moesgaard wird sie Teil der Ausstellung „Auf den Steppen Dschingis Kahns – Die Nomaden der Mongolei“ sein, die am 19. Juni beginnt. Die Mumie wurde 2016 gefunden. In Dänemark soll sie nicht ausgestellt, sondern auch untersucht werden.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Eine Chance für DR“