Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Mittwoch

Der Nachrichtenüberblick am Mittwoch

Der Nachrichtenüberblick am Mittwoch

DN
Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Das Kopenhagener Stadtgericht Foto: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix

Däne in Russland verurteilt, Verein vor Gericht, mehr Breitband auf dem Lande: Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Dänin bekommt Spitzenposten in der EU-Kommission

Zwei Jahrzehnte lang hat die Dänin Pia Ahrenkilde Hansen in der Kommunikationsabteilung der EU-Kommission gearbeitet – am 16. März wird sie deren neue Chefin. Am Mittwoch wurde sie zur Generaldirektorin berufen, teilt die Kommission in einer Pressemitteilung mit. Sie ist die erste Frau auf diesem Posten und Nachfolgerin des Finnen Timo Pesonen, der ins Wirtschaftsressort wechselt. Hansen war von 1999 bis 2009 Pressesprecherin unter Romano Prodi und José Manuel Barroso. Anschließend war sie fünf Jahre lang leitende Sprecherin der Kommission, danach Verantwortliche für die Büros in den Mitgliedsstaaten. Zuletzt war sie im Generalsekretariat der Kommission in leitender Funktion tätig.

Prämie für alte Öfen

Seit Mittwoch können alle Besitzer von Öfen des Baujahrs 1995 und älter eine Prämie in Höhe von 2.000 Kronen kassieren, wenn sie ihre mit festem Brennstoff befeuerte Heizanlage verschrotten. Hintergrund sind Erkenntnisse, dass 70 Prozent der Feinstaubbelastung in Dänemark auf das Konto meist alter Öfen geht. „Die Regierung hat 46 Millionen Kronen bereitgestellt, um die schlimmsten der Verschrottung zuzuführen“, so Umwelt- und Nahrungsmittelminister Jakob Ellemann-Jensen (Venstre) zur Nachrichtenagentur Ritzau.

Die Börse am Mittwoch

Bei Carlsberg gab es am Mittwoch Grund zum Anstoßen: Der Kurs der Aktie der Brauerei stieg um 3,7 Prozent auf 778,60 Kronen – nur knapp unter dem bisherigen Rekord aus dem vergangenen Spätsommer. Der Gesamtindex C25 allerdings verlor an Wert: Zu 1.068,11 Zählern reichte es zum Handelsschluss – ein Minus von 0,5 Prozent. Die Großen Lundbeck, Rockwool und Mærsk verloren – dagegen kam selbst Carlsberg nicht an.

Politiker auf Lindholm mit Demo begrüßt

Im Süden Seelands hat es am Mittwoch friedlichen Widerstand gegen das geplante Abschiebezentrum auf der Insel Lindholm gegeben. Das vorgesehene Gelände war Ziel eines Ausflugs des Folketings-Ausschusses für Ausländer und Integration. Besonders der ausländerpolitische Sprecher der Dänischen Volkspartei, Martin Henriksen, der auch Vorsitzender des Ausschusses ist, musste sich dabei laute Buh-Rufe gefallen lassen, berichtet das lokale Nachrichtenportal „sn.dk“. „Bleib drüben, Martin“, riefen Demonstranten dem Politiker von Lindholm aus zu, als die Fähre von Kalvehave Havn kommend übersetzte. Rund 200 Menschen waren auf die kleine Insel gekommen, um die zehn Politiker in Empfang zu nehmen und ihrer Unzufriedenheit über die Pläne von Regierung und Dänischer Volkspartei Ausdruck zu verleihen.

Mittelalter-Schwert in Aalborg gefunden

Bei Straßenarbeiten ist ein 112 Zentimeter langes Schwert zum Vorschein gekommen. Archäologe Kenneth Nielsen datiert es auf das 14. Jahrhundert und hat eine Vermutung, wie es unter die Straße gekommen sein könnte. „Die beste Erklärung, die wir haben, ist, dass der Besitzer des Schwertes während einer Schlacht niedergeschlagen wurde. Das Schwert wurde dann während der Tumulte an der Stelle in den Boden getreten, wo heute die Straße verläuft“, so Nielsen in einer Pressemitteilung.

Französischer Finanzminister kritisiert Vestager

Am Mittwochmittag wird die Entscheidung der EU-Kommission zur Fusion der Eisenbahnsparte der beiden Konzerne Alstom und Siemens erwartet. Es wird davon ausgegangen, dass die Kommission um Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager die Fusion ablehnt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur DPA wollte der ICE-Hersteller Siemens seine Bahnsparte mit dem TGV-Produzenten Alstom zusammenlegen, um einen europäischen Großkonzern zu schaffen als Gegengewicht zum chinesischen Hersteller CRRC, der bis jetzt in Europa keine Rolle spielt. Sowohl die deutsche als auch die französische Regierung befürworten eine Fusion. Frankreichs Finanzminister nennt die vermutliche Entscheidung Vestagers eine „wirtschaftlichen Irrtum“.

Zeuge Jehovas in Russland verurteilt

Wie Amnesty International berichtet, ist der Däne Dennis Christensen von einem russischen Gericht wegen religiösem Extremismus schuldig gesprochen worden. Der Zeuge Jehovas befindet sich bereits 600 Tage in Haft. Danmarks Radio zufolge ist Christensen zu einer Gefängnisstrafe von sechs Jahren verurteilt worden. Der 46-jährige Dennis Christensen wurde im Rahmen einer Aktion gegen die Zeugen Jehovas im Mai 2017 während einer Bibellesung in der Stadt Orjol verhaftet. Die religiöse Gemeinschaft wird von den russischen Behörden als extremistisch angesehen und wurde einen Monat vor der Verhaftung Christensens verboten.

Verhandlungsbeginn zum Bandenverbot

Am Mittwoch beginnt am Kopenhagener Stadtgericht die Verhandlung über ein Verbot der Rockerbande „Loyal to Familia“ (LTF). Ein vorläufiges Verbot wurde vor fünf Monaten erlassen. Der Nachrichtenagentur Ritzau zufolge ist es das erste Mal, dass ein Verein per Gerichtsurteil verboten werden soll. LTF ist mit zwei Anwälten vertreten, die von einem komplizierten Verfahren ausgehen. Die Staatsanwaltschaft hält sich bedeckt, spricht aber von „umfangreichen Beweismaterial“. Geplant sind 36 Verhandlungstage, der letzte Verhandlungstag ist für den 30. August angesetzt. LTF entstand ungefähr zum Jahreswechsel 2012/2013 in Kopenhagen und ist mittlerweile auch in Aarhus und Fredericia vertreten. 2017 entwickelte sich in der Hauptstadt ein Bandenkrieg; es kam zu Schießereien mit mehreren Toten.


Mehr schnelles Internet auf dem Lande

Laut Energiebehörde hat sich die Versorgung mit schnellem Internet in den dänischen Randgebieten verbessert. 81 Prozent der Bewohner und Unternehmen haben in den ländlichen Gebieten heute Zugang zu schnellem Internet mit 100 Megabit pro Sekunde bei Downloads. Dies sind 18 Prozent mehr als im Jahr 2015. Sowohl Energie- und Versorgungsminister Lars Christian Lilleholt (Venstre) als auch der Verband der ländlichen Räume (Landdistrikernes Fællesråd) betonen den hohen Stellenwert von guten Breitbandverbindungen für die Ansiedlung von Unternehmen und Neubürgern in den Randgebieten.

Mehr lesen