Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Mittwoch

DN
Apenrade/Aabenraa
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Dänische Autos stoßen mehr Abgase aus als angenommen. Foto: Mads Jensen/ Ritzau Scanpix

Wissen was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick

Pernille Skipper will Staatsministerin werden

Die Einheitsliste hat sich am Donnerstag ins Spiel um die Regierungsübernahme eingebracht. Pernille Skipper, Fraktionssprecherin der Partei, kündigte an, als Spitzenkandidatin in den Wahlkampf zu ziehen. Anders als die Alternative, die mit Uffe Elbæk zuvor einen eigenen Spitzenkandidaten benannt hatte, will die Einheitsliste aber ihre Mandate nicht aus der in Dänemark inzwischen schon traditionellen Block-Rechnung nehmen und weiterhin im von der Sozialdemokratie angeführten sogenannten roten Block verbleiben. Das berichtet Jyllands-Posten.

Wildschweinzaun: Enteignungskommission klärt in Tondern auf

Die sogenannte Enteignungskommission und die Naturbehörde haben am Mittwoch in Tondern über den geplanten Wildschweinzaun informiert. Neben dem zeitlichen Fahrplan – die Behörde rechnet mit einer Fertigstellung 2019 – kam auch die Bauart des Zaunes zur Sprache. Es wird ein solider Metallzaun von 1 bis 1,5 Meter Höhe, der 0,5 Meter in die Tiefe reicht. Im Überblick über den Verlauf des Zaunes machte die Naturbehörde unter anderem deutlich, dass durch Ortschaften kein Zaun gezogen werde. Im Folgenden stellten Grundeigentümer, Vertreter der Kommunen und landwirtschaftlicher Interessenorganisationen Fragen – moderiert von Kommissionsleiterin Mette Plejdrup Nielsen. Dabei wurde deutlich, dass der Wildschweinzaun keine Weidezäune ersetzt. Landwirte müssen, nachdem sie einen Streifen ihres Landes dem Staat vorläufig abgetreten haben, neue Zäune ziehen. Wer dies am Ende bezahlt, muss die Kommission klären.

Zigarettenpreise: Kræftens Bekæmpelse fordert Politik zum Handeln auf

Die Krebshilfeorganisation Kræftens Bekæmpelse lobt die dänischen Supermärkte, die ihre Zigaretten nicht mehr sichtbar für die Kunden aufbewahren. Von der Politik wünscht sie sich hingegen härteres Durchgreifen und höhere Tabakpreise. Einen Anstieg auf bis zu 100 Kronen pro Zigarettenpackung fordert sie, um Jugendliche effektiv davon abzuhalten, mit dem Rauchen zu beginnen. Und auch am Layout der Verpackungen müsse etwas geändert werden.

Gesundheitsreform sorgt für Zweifel

Ältere Patienten sollen in Zukunft zunehmend vom Hausarzt behandelt werden – und nicht in Krankenhäusern. Das schlägt die Regierung in ihrer neuen Gesundheitsreform vor. Die Organisation „Danske Patienter“ befürchtet hingegen, dass ökonomische Interessen über dem Wohl der Patienten stehen. „Wir befürchten, dass die Ökonomie über dem fachlichen Nutzen steht, wenn es um die Entscheidung geht, welcher Patient zu Hause behandelt wird”, meint Morten Freil, Direktor bei Danske Patienter.

Dänische Autos stoßen mehr CO2 aus als angegeben

Neue Berechnungsmethoden zeigen laut der dänischen Statistikbehörde Danmarks Statistik, dass der CO2-Ausstoß von Autos in Dänemark deutlich höher ist als angenommen. Seit September vergangenen Jahres wird eine neue Messmethode zum Energieverbrauch und Abgasausstoß angewandt. Diese gebe ein deutlich genaueres Bild, schreibt Danmarks Statistik. Durch die neue Methode liegen die Abgaswerte dänischer Autos 21 Prozent höher als zuvor. Gleichzeitig ist die Energieeffektivität um 17 Prozent niedriger. Aktuell liegt das Niveau bei 18 Kilometer pro Liter, vorher waren es 22 Kilometer.

Regierungsplan: Alternative will Verteidigungsministerium abschaffen

Die Alternative hat einen eigenen Regierungsplan vorgelegt. Nach Meinung der Partei müssen grundlegende Veränderungen im dänischen Regierungsapparat vorgenommen werden, wenn man die künftigen Klimaveränderungen effektiv bekämpfen will. Der Plan sieht die Schaffung eines grünen Superministeriums vor, das die Rolle des Finanzministeriums als obersten politischen Richter übernehmen soll, gleichzeitig soll das Verteidigungsministerium abgeschafft werden. 15 komplett neue Ministerien mit 22 Ministern sollen geschaffen werden. Nur das Staats- und das Außenministerium sollen ihre Namen behalten. „Wir sind der Meinung, dass die Klimaveränderungen unsere oberste politische Priorität sind. Es geht nicht nur darum, die Namen und Arbeitsbereiche der Ministerien zu ändern, sondern auch um eine deutliche, wirtschaftliche Umverteilung“, so der Vorsitzende der Alternativen, Uffe Elbæk, zur Nachrichtenagentur Ritzau.

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