Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Mittwoch

DN
Apenrade/Aabenraa
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EU bei Dänen beliebt, Streit um die Hans-Insel soll gelöst werden, Steuerbehörde will sich Geld zurückholen: Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick

Kommunen: Einsatz für HPV-Impfungen soll verstärkt werden

Neue Zahlen des Staatlichen Impfstoff-Instituts in Dänemark zeigen, dass die Kommunen bei der Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs (HPV) hinterher hängen.. Auf Landesebene sind lediglich 42 Prozent der Mädchen des Geburtsjahres 2004 vor dem HPV-Virus geimpft worden.

Nun wollen mehrere Kommunen, darunter auch Kopenhagen, den Einsatz für HPV-Impfungen verstärken, berichtet der Nachrichtensender DR. „Wir brauchen ein besseres Angebot für Mädchen, die das Alter einer HPV-Impfung erreicht haben”, erklärt Palle Valentiner-Branth, Abteilungsleiter beim Impfstoff-Institut.

42 Ansteckungen in Europa: Neun Dänen erkranken an Hepatitis-A

Neun Dänen zwischen 8 und 72 Jahren haben sich zwischen Januar und April dieses Jahres mit Hepatitis-A angesteckt. Das gab das Staatliche Impfstoff-Institut bekannt. Insgesamt sind 42 Menschen aus sechs verschiedenen europäischen Staaten in den ersten Monaten des Jahres an dem Virus erkrankt. Einige haben sich im eigenen Land angesteckt, andere auf einer Reise nach Marokko. Da es sich bei allen 42 Patienten um den identischen Virus-Typ handele spreche man von einem internationalen Ausbruch, sagte Oberärztin Tyra Krause vom Staatlichen Impfstoff-Institut zur Nachrichtenagentur Ritzau. Bei den neun Dänen handelt es sich um fünf Frauen und vier Männer. Die meisten stammen von Seeland, ein Patient von Fünen und einer aus Jütland. Sieben von ihnen befinden sich derzeit im Krankenhaus. Die anderen Infizierten stammen aus den Niederlanden, Frankreich, Deutschland, Spanien und Großbritannien. Wie sich die Personen angesteckt haben, ist noch unbekannt, Experten gehen davon aus, dass der Virus durch Lebensmittel übertragen wurde. Die meisten Hepatitis-A-Erkrankungen verlaufen milde, in einigen Fällen kann es allerdings zu unter anderem Fieber, Übelkeit und Durchfall kommen.

50 Klagen eingereicht: Dänische Behörden wollen sich Steuergelder zurückholen

Die dänischen Steuerbehörden wollen sich mit Zivilrechtsklagen im Ausland Teile der durch Schwindel verlorenen Steuergelder zurückholen. 2015 wurde bekannt, dass Betrüger den dänischen Staat um rund 12,7 Milliarden Steuerkronen erleichtert haben. Durch bisher eingebrachte Klagen sollen nun mindestens elf Milliarden Kronen zurückgeholt werden, berichtet Steuerminister Karsten Lauritzen (Venstre) am Mittwoch. Er gab bekannt, dass bisher rund 50 Klagen eingereicht wurden. Diese richten sich vor allem gegen ausländische Rentenkassen und andere professionelle Akteure, die in den Betrug involviert gewesen sein sollen. In welchen Ländern die Behörde überall Klagen will, gab sie nicht bekannt. Laut Informationen von Danmarks Radio aber in jedem Fall in den USA.

Arbeitsgruppe soll Status der Hans-Insel klären

Seit Jahrzehnten streiten Dänemark und Kanada um die Zugehörigkeit der unbewohnten Hans-Insel nordwestlich von Grönland. Die „Kampfhandlungen“ sehen seitdem jedes Mal gleich aus: Die Kanadier hissen ihre Flagge und deponieren daneben eine Flasche Whiskey (Canadian Club). Dann kommen die Dänen, tauschen die kanadische Fahne gegen ihre aus und deponieren daneben eine Flasche Schnaps. Immer abwechselnd. Nun soll eine Arbeitsgruppe beider Länder den Status der Insel endgültig klären.

Steuerschwindel: Strafen herabgesetzt

In zweiter Instanz sind die Strafen für zwei Betrüger verringert worden. Fünf und viereinhalb Jahre müssen die Männer, die sich Millionenbeträge an Abgeltungssteuer-Rückerstattungen auszahlen ließen, in Haft. Das hat das östliche Landgericht am Mittwoch entschieden. Das Glostruper Gericht hatte in erster Instanz noch auf sechs bzw. fünf Jahre für den 69-jährigen Sven Jørgen Nielsen und seinen Komplizen, den 47-jährigen Torben Wulff Dileng entschieden. 46 Jahre lang hatte Nielsen bei der Steuerbehörde Skat gearbeitet – unter anderem war er verantwortlich dafür, die Auszahlung von Abgeltungssteuern an ausländische Gesellschaften zu genehmigen. Dabei genehmigte er dann seinem Freund 37,4 Millionen Kronen – auf falscher Grundlage. Er selbst bekam davon rund zwei Millionen Kronen Bestechungsgeld. Beide leugnen die Schuld.

Foto: Erik Refner/Ritzau Scanpix

EU bei Dänen beliebt, Skepsis bleibt

76 Prozent der dänischen Bevölkerung sind der Ansicht, dass die Europäische Union (EU) eine gute Sache ist. Das ist das Ergebnis einer Eurobarometer-Umfrage. Seit Beginn der Umfrage im Jahr 1974 haben sich nie so viele Dänen hinter die EU gestellt. Das Eurobarometer ist eine regelmäßige Meinungsumfrage, die von der EU-Kommission in Auftrag gegeben wird. Doch die neueste Umfrage zeigt auch: Die Skepsis im Land gegenüber der EU bleibt hoch. 35 Prozent der Dänen meint, dass die Richtung, in die sich die Zusammenarbeit der EU Staaten bewegt, nicht gut ist.

Keine gekauften Examensarbeiten mehr

Die Internetseite fixminopgave.dk, auf der bis jetzt gelöste Examensaufgaben zum Kauf angeboten werden, wird verboten. Dies teilte die dänische Verbraucherbeauftragte (forbrugerombudsmand) Christina Toftegaard Nielsen in Danmarks Radio mit. Ihrer Meinung nach bietet fixminopgave Hilfe zum Betrug an. Das Verbot kommt kurz vor Beginn der Examenszeit, die am Donnerstag beginnt. Es muss aber noch vom See- und Handelsgericht bestätigt werden. Der Seiten- und Firmengründer Frederik Drews hat angekündigt, das Angebot aufrechtzuerhalten; die betreffende Internetseite sei nach Großbritannien verkauft worden. Ob das dänische Verbot „fixminopgave" im Ausland verhindern kann, ist unsicher.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Eine neue Laufbahn“