Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Freitag

Der Nachrichtenüberblick am Freitag

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DN
Apenrade/Aabenraa
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Alte Dieselautos könnten bald aus den großen Städten in Dänemark verbannt werden. Foto: Linda Kastrup/Ritzau Scanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

 

Staatsrevisoren kritisieren mangelnde Eintreibung von Steuern

Die Staatsrevisoren, die mit der Aufsicht über den Umgang mit den staatlichen Finanzmitteln beauftragt sind, kritisieren die weiter nicht funktionierende Eintreibung von Steuerrückständen in Dänemark. Die Reichsrevision hatte in der vergangenen Woche darauf hingewiesen, dass die Inbetriebnahme des neuen Systems der staatlichen Steuerbehörde Skat zur Eintreibung der Restancen sich um ein Jahr verzögert. Der Vorsitzende der Staatsrevisoren, Henrik Thorup (DF), weist darauf hin, dass die Außenstände der Steuerbehörde auf 118 Milliarden Kronen angestiegen sind. Steuerminister Morten Bødskov (Soz.) sagte, das neue System werde nicht vor Jahresende anwendbar sein.

 

Virus tötet Amseln

Der dänische Vogelschutzverein DOF berichtet, dass in diesem Jahr offenbar auch in Dänemark hunderte Amseln an Infektionen mit dem Usutu-Virus gestorben sind. Die aus Afrika stammenden Viren werden durch Mücken übertragen. 2018 waren in Teilen Deutschlands, auch in Schleswig-Holstein, massenhaft Amseln an Infektionen mit dem Virus gestorben. Die kranken Amseln sitzen oft apathisch in Gärten und Parks.

 

Vestager holt sich erfahrenen Diplomaten an die Seite

Der dänische EU-Botschafter Kim Jørgensen soll dabei helfen, ein Team für die kommenden Aufgaben von Margrethe Vestager als stellvertretende EU-Kommissionschefin, Wettbewerbskommissarin und Verantwortliche für den digitalen Bereich aufzustellen. Jørgensen freut sich auf seine neue Aufgabe. Zur Zeitung „Politiken“ sagte er: „Das ist eine riesige Aufgabe und Herausforderung, auf die ich mich sehr freue.“ Er wird dann der dritte Kabinettschef in Vestagers Kommissions-Laufbahn. Alle drei waren Dänen.

 

DMI: Hoffnung auf Spätsommer verdampft

Das derzeitige Herbstwetter hat viele Bürger die hohen Temperaturen um die 30 Grad Celsius des vergangenen Sommers vergessen lassen. Und die niederschlagenden Wettervorhersagen des dänischen Meteorologischen Institutes (DMI) helfen zudem auch noch dabei. Demnach wird das regnerische Wetter auch am kommenden Wochenende fortgesetzt. „Ab und an scheint auch mal die Sonne“, erklärt die Meteorologin Anja Bodholt gegenüber der Nachrichtenagentur Ritzau. Am Sonntag wird dann erneut ein Tiefdruckgebiet von Island über Dänemark ziehen und für kalte, windige und nasse Tage sorgen.

 

Bürgermeister wollen alte Dieselautos aus Städten verbannen

Die Bürgermeister der vier größten Städte in Dänemark – Aarhus, Odense, Aalborg und Kopenhagen – wollen Verbotszonen für alte Dieselautos einführen. Ihnen zufolge müsse mehr für eine reinere Luft in den Städten unternommen werden. „Das ist kein Kampf gegen Autos, sondern ein Kampf gegen gesundheitsschädliche Ausstöße der Dieselautos“, erklärt Kopenhagens Bürgermeister, Frank Jensen (Sozialdemokraten). Darüber hinaus schlagen die Bürgermeister vor, dass die Kommunen bei einer hohen Umweltbelastung lokal auch Umweltzonen einführen können, berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau.

 

Radikale kritisieren Arbeitstempo der Regierung

Aus Sicht der Radikalen Venstre arbeitet die neue sozialdemokratische Regierung viel zu langsam. Das meint der Vorsitzende Morten Østergaard, der nun ein Papier mit 15 Zielen dazu vorgelegt hat, wohin seine Partei Dänemark in den kommenden Jahren führen will. Ganz oben auf der Agenda stehen die CO2-Reduktion in der Landwirtschaft und im Verkehr sowie die Bekämpfung von Armut. „Es ist unser Ziel Dänemark in diese Richtung zu ziehen. Wir werden immer dann Kritik üben, wenn nicht hart genug gezogen wird und es nicht schnell genug vorwärtsgeht“, so Østergaard zu Ritzau.

 

DF Vorsitzender: Hätten 2015 in die Regierung gehen sollen

Der Vorsitzende der Dänischen Volkspartei, Kristian Thulesen Dahl, hält es für einen Fehler, dass er und seine Partei nach der Wahl 2015 nicht die Regierungsverantwortung mit übernommen haben. Das sagte er in einem Interview mit der Zeitung „Danmark“. „Wir hätten 2015 in die Regierung gehen müssen“, so Thulesen Dahl zu dem Medium. Er sieht die Nichtteilnahme an der Regierung als Hauptgrund dafür, dass sich der Stimmenanteil für seine Partei bei der jüngsten Wahl mehr als halbiert hat. In Zukunft wolle er in die Regierung gehen, wenn sich die Chance dazu biete. „Wir müssen in Zukunft bereit sein, wenn es zu einer bürgerlichen Mehrheit kommt, auch in die Regierung zu gehen“, so Thulesen Dahl. 2015 wurde DF bei der Parlamentswahl mit 21,1 Stimmen zweitstärkste Partei hinter Venstre. Bei der jüngsten Wahl im Juni dieses Jahres kam die Partei nur noch auf 8,7 Prozent der Wählerstimmen.

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