Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Freitag

DN
Apenrade/Aabenraa
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Foto: Claus Bech/Ritzau Scanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Karsten Dybvad ist neuer Vorstandsvorsitzender der Danske Bank

Der Direktor des Arbeitgeberverbandes Dansk Industri (DI), Karsten Dybvad, ist am Freitag zum Vorstandsvorsitzenden der größten dänischen Bank, Danske Bank, gewählt worden. Das berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau. Er wird Ole Andersen ablösen, der seit 2011 den Spitzenposten im Bank-Vorstand inne hatte. Andersen wurde von der Mærsk-Familie, die zugleich Großaktionär ist, zu einem Abgang aufgefordert. „Als Vorstandsvorsitzender trage ich bezüglich der derzeitigen Situation, in der die Bank steht, die größte Verantwortung. Deshalb müssen neue Leute an der Spitze des Unternehmens stehen”, so Andersen.

Ex-Vorsitzender: Regierung bat uns, Kritik zu unterlassen

Die dänische Regierung soll den Klimarat aufgefordert haben, die Klimapolitik der Regierung öffentlich nicht zu kritisieren. Das erklärt der nun entlassene Vorsitzende des Klimarates, Peter Birch Sørensen, laut Tageszeitung Politiken. In der vergangenen Woche war er nach einem öffentlichen Streit mit dem Klimaminister Lars Christian Lilleholt (Venstre) als Vorsitzender des Rates entlassen worden. Grund für den Streit sei Sørensen zufolge, dass er die Klimapolitik der Regierung als nicht ehrgeizig genug bezeichnet habe. Lilleholt wies diese Vorwürfe zurück.

Grenzpolizei wird aufgestockt

Die dänische Grenzschutzeinheit (UKA) mit Sitz in Pattburg wird aufgestockt. Spätestens Ende 2019 soll sie mehr als 200 Beamte umfassen. Das teilt die Polizei von Südjütland und Nordschleswig mit. Die Pattburger Einheit wird nach wie vor für die Stichprobenkontrollen an den Grenzübergängen und im Hinterland zuständig sein sowie für das Patrouillieren im grenznahen Einzugsgebiet. Die zusätzlichen Ressourcen sollen darüber hinaus die Kriminalitätsbekämpfung stärken, indem auch der Verkehr Richtung Süden mehr unter die Lupe genommen wird.

Männer zahlen häufiger den Spitzensteuersatz als Frauen

Rund eine halbe Million Bürger in Dänemark hat im vergangenen Jahr den Spitzensteuersatz gezahlt. Das zeigen Zahlen der dänischen Statistikbehörde Danmarks Statistik. Demnach haben im vergangenen Jahr mehr Bürger den höchsten Steuersatz bezahlt, als noch im Jahr zuvor. 2017 waren es 509.000, 2016 nur 505.000. Sieben von zehn der Spitzensteuersatz-Zahler sind Männer. Niels Ploug, Direktor für Personenstatistik bei DS, meint, dass dies daran liege, dass Männer oftmals mehr arbeiten als Frauen und häufiger in Führungspositionen sind.

Jugendliche verbringen seltener physisch die Freizeit mit Freunden

Jugendliche in Dänemark verbringen ihre Freizeit immer seltener physisch miteinander. Das zeigt eine neue Untersuchung des Nationalen Forschungs- und Analysecenter für Wohlfahrt (VIVE). Demnach sagten im Jahr 2009 17 Prozent der befragten Jugendlichen, dass sie sich seltener als einmal pro Woche mit ihren Freunden im realen Leben treffen. Eine neue Vive-Untersuchung vom vergangenen Jahr zeigt, dass diese Zahl auf 35 Prozent gestiegen ist. Analystin Karen Margrethe Dahl, die hinter der Untersuchung steht, meint, dass zum einen die Schulreform und damit die längeren Schultage zu dieser Verhaltensänderung beigetragen haben, aber vor allem auch die Sozialen Medien ein besonders großer „Zeiträuber“ für die Jugendlichen seien.

Diplomaten werden für den Ernstfall trainiert

Die Terrorbedrohung für dänische Diplomaten im Ausland ist in den vergangenen Jahren weiter gestiegen. Aus diesem Grund werden diese seit einiger Zeit dafür trainiert, in Krisensituationen richtig zu handeln. Man sei in engem Kontakt zum polizeilichen Nachrichtendienst PET und folge ständig der Bewertung der Bedrohung für die Diplomaten. Es gebe kein Zeichen dafür, dass diese in Zukunft abnehmen werde, so der Sicherheitschef des Außenministeriums, Odd Sinding, zur Zeitung „Djølfbladet“. Die Diplomaten werden unter anderem für Angriffe auf die Botschaft, Entführungssituationen und dem Umgang mit posttraumatischen Stressreaktion vorbereitet. Zudem lernen sie vor ihrem Amtsantritt das Fahren von gepanzerten Fahrzeugen.

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Leitartikel

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
„Schöne Zahlen“