Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Freitag

DN
Apenrade/Aabenraa
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Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Die Börse am Freitag

Der Kabelproduzent NKT hatte einen schlechten Freitag. Mehr als ein Fünftel des Aktienwertes löste sich in Luft auf – nachdem die dritte Quartalsbilanz in Folge enttäuschte, ein Direktor gegangen war und die Erwartungen deutlich nach unten justiert wurden. 22,7 Prozent weniger ist das NKT-Papier seit Freitag wert – also nur noch 86,55 Kronen. Der Gesamtindex C25 schaffte trotzdem ein leichtes Plus von 0,4 Prozent und landete bei 1.032 Zählern.
Musterschüler war William Demant, das Papier legte um 2,2 Prozent auf 200,80 Kronen zu. Auch Ambu konnte sich verbessern, um 2,0 Prozent auf nun 119,40 Kronen.

Løkke in Berlin

Am kommenden Dienstag reist Regierungschef Lars Løkke Rasmussen (Venstre) nach Berlin, wo er auf der Digitalisierungsmesse Smart Country Convention sprechen wird. Løkke wird von drei Ministern und Vertretern von 30 Unternehmen begleitet. Deutschland hat Dänemarks Fortschritte in der Digitalisierung des öffentlichen Sektors erkannt und möchte mitziehen. Auch ist ein Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) geplant. Dann werden voraussichtlich auch Themen wie der Brexit, die Nato, handelspolitische Fragen sowie die grenzüberschreitende Zusammenarbeit erörtert.

Statistik der Arbeitsaufsicht unvollständig

Beschäftigungsminister Troels Lund Poulsen (Venstre) hat die Arbeitsaufsicht aufgefordert, ihre Statistik über schwere Arbeitsunfälle korrekt zu führen, berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau. Hintergrund ist die Aufdeckung von Lücken in der Auflistung tödlicher Unfälle auf Bauplätzen. Bei zwei Unfällen auf Bauplätzen in Dänemark hatten je ein Arbeiter aus Polen und aus Litauen tödliche Verletzungen erlitten. Diese Unglücke waren zwar registriert worden, aber nicht, dass die Betroffenen an ihren Verletzungen verstorben waren.

Umzugshilfe für sozial Schwache wird untersagt

Die Regierung will mit Unterstützung der Sozialdemokraten und Dänischer Volkspartei den Kommunen untersagen, sozial schwachen Bürgern Umzugshilfe zu gewähren, damit sie in andere Orte umziehen können. Hintergrund ist die Erkenntnis, dass zahlreiche Kommunen, beispielsweise in der Hauptstadtregion „eigenen“ Sozialhilfeempfängern den Umzug nach Lolland ermöglichte, wo es billigen Wohnraum gibt, die arme Kommune dort aber durch steigende Zahl von Bürgern mit sozialen Problemen belastet wird.

Heimwehr: 16 Waffen vermisst, 15 wiedergefunden

Am Donnerstag meldete die Heimwehr aus dem Bezirk Südseeland und Lolland-Falster, sie vermisse 16 Schusswaffen. Wie nun Heimwehrchef Generalmajor Jens Garly gestern Nacht berichtete, sieht es so aus, als ob ein Registrierungsfehler den Waffenschwund vortäuschte – mit einer Ausnahme. Unklar ist der Verbleib eines Maschinengewehrs, zudem fehlen 50.000 Schuss Munition für Handfeuerwaffen. Daher wird die Heimwehr weiter die Angelegenheit untersuchen – zusammen mit der Polizei. Garly hatte am Donnerstag auch eine kriminelle Handlung nicht ausgeschlossen.

Kritik an Forschungsergebnis über Alkoholkonsum

Eine internationale Forschungsstudie, die vergangenen Woche weltweit für Aufsehen sorgte, bekommt nun Kritik vom dänischen Professor Arne Astrup von der Kopenhagener Universität. Aus der Studie geht hervor, dass der Konsum von weniger Alkohol der Gesundheit und einem längeren Leben zugutekommt. Astrups kritisiert nun, dass in der Untersuchung nicht diejenigen einbezogen wurden, die gar keinen Alkohol trinken. Das gebe den Eindruck, dass der Konsum von Alkohol der Gesundheit zuträglich sei, so der Professor. Und das stimme nicht, fügt er ausdrücklich hinzu.

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