Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Freitag

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Apenrade/Aabenraa
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Am Freitag beginnt der Klimagipfel in Kopenhagen. Regierungschef Lars Løkke Rasmussen will Taten sehen. Foto: Nils Meilvang/Ritzau-Scanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten im Überblick.

Die Börse am Freitag

Abwärts ging es mit dem Leitindex an der Kopenhagener Börse. Der C 25 verlor 0,9 Prozent und ging bei 1.045,67 aus dem Handel. Die steigenden Zinsen in den USA und Sorgen um die italienischen Staatsfinanzen belasteten das Investitionsklima. Besonders erwischte es die Aktie von Danske Bank, die 3,3 Prozent an Wert einbüßte. Auch der Anlagenbauer FLSmidth musste 3,2 Prozent an Wertverlust hinnehmen, Anlass waren schlechte Geschäftszahlen des schwedischen Konkurrenten Atlas Copco. Zu den Unternehmen mit Kursanstieg zählte der Konzern Chr. Hansen, es gab ein Plus von 2,3 Prozent.

Parteien versprechen Überprüfung der Vorschriften nach Ausweisung von Kindern ins Ausland

Nach den von Organisationen und vielen Bürgern kritisierten Ausweisungen mehrerer Kinder nach Thailand und Trennung von der in Dänemark lebenden Familie kündigen Sprecher mehrerer Folketingsparteien eine Überprüfung der Vorschriften an. Der Integrationssprecher der Sozialdemokraten, Matthias Tesfaye meinte, die Entscheidung, eine 13-Jährige von Mutter, Stiefvater und Bruder zu trennen, erscheine ihm nicht angemessen. Der Integrationssprecher der Dänischen Volkspartei, Martin Henrichen, erklärte sich insgesamt zufrieden mit den Vorschriften, er können sich aber großzügigere Ausnahmeregelungen vorstellen.

Betrugsfälle lassen Vertrauen in dänische Behörden schwinden

Die jüngsten Fälle von Betrügereien im Bereich staatlicher dänischer Behörden erschüttert das Vertrauen der Bürger in die Obrigkeit. Der Fall von Betrug, der in der staatlichen Steuerbehörde 12,7 Milliarden Kronen verschwinden ließ, und die Veruntreuung in Höhe von 111 Millionen Kronen durch eine Mitarbeiterin der staatlichen Sozialbehörde hat die Bürger laut Umfrage erschüttert. Drei von vier Bürgern antworteten in einer Umfrage des Institutes Voxmeter für die Nachrichtenagentur Ritzau, dass ihr Vertrauen in die Behörden gelitten habe – bei Frauen mehr als bei Männern.

Kopenhagen: Alternative sucht neuen Kulturbürgermeister

Nach dem Rückzug von Niko Grünfeld als Bürgermeister Kopenhagens für Kultur und Freizeit am Mittwochabendsucht die Partei Alternative eine Person, die diesen Posten übernimmt. Wie die Alternative mitteilt, sollen die Parteimitglieder Kopenhagens darüber entscheiden, zur Wahl am 28. Oktober stehen: Franciska Rosenkilde, Badar Shah und Kåre Traberg Smidt. Grünfeld trat zurück, nach Kritik über falsche Angaben in seinem Lebenslauf sowie hohe Ausgaben für Büromöbel.

Behörde will bis zu 11.000 Unternehmen schließen

Die Gewerbeaufsichtsbehörde will bis zu 11.000 Unternehmen auflösen, weil diese nicht die Regeln einhalten, die Geldwäsche verhindern sollen, berichtet die Zeitschrift Børsen. Es handelt sich dabei der Zeitung nach um Unternehmen, die ihren wahren Eigner verschleiern. Die Aufsicht ist der Ansicht, dass eine solche Transparenz der Geldwäsche künftig einen Riegel vorschiebt. Ein Gesetzespaket, das im vergangenen Jahr in Kraft trat, zwingt alle Unternehmen dazu, diese Anforderung zu erfüllen. Die Unternehmen, die bis zum geforderten Zeitpunkt, Dezember 2017, keine Angaben lieferten, laufen nun Gefahr, zwangsaufgelöst zu werden, was dem Staat einige Hundert Millionen Kronen kosten könnte. Nach Behördenangaben sind 96 Prozent der Unternehmen der Aufforderung nachgekommen, den oder die Eigentümer anzugeben.

Klimagipfel: Løkke fordert Taten

Am Freitag beginnt der internationale Klimagipfel in Kopenhagen. Unter den 500 Gästen sind unter anderem die Regierungschefs aus Südkorea, den Niederlanden, Vietnam und Äthiopien sowie Minister, Unternehmen und NGO's aus aller Welt. Ziel ist es, Partnerschaften zu schließen, sodass Unternehmen, Behörden und Organisationen künftig gemeinsam an grünen Projekten arbeiten. Der dänische Regierungschef Lars Løkke Rasmussen (Venstre) betonte vor dem Treffen, dass die Klimaherausforderungen und die Armut in der Welt nur gelöst werden können, wenn endlich gehandelt wird. Es dürfe keine leeren Worte mehr geben, so der Staatsminister.

Telia mit Unterschuss auf dem dänischen Markt

Die schwedische Telefongesellschaft Telia hat in den vergangenen Monaten fast 20.000 Kunden auf dem dänischen Markt verloren. Das geht aus dem Geschäftsbericht für das dritte Quartal hervor. Dem Unternehmen entstand dadurch ein Verlust von 38 Millionen schwedischen Kronen. Damit liegt das Ergebnis unter den Erwartungen, wie Morten Bentzen, der dänische Direktor erklärte. Er begründet einen Teil des Kundenrückgangs mit Schließungen veralteter Abonnements, die nicht erneuert wurden.

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