Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Freitag

DN
Apenrade/Aabenraa
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Anders Samuelsen (l.) Foto: Virginia Mayo/Ritzau Scanpix/AP

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Festival auf Fanø ins Wasser gefallen

Das Strickfestival auf Fanø ist am Freitag im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen. WIe TV Syd berichtet, konnten Teilnehmer und Besucher aufgrund des starken Windes und Regens die Zelte nicht verlassen. 10.000 Besucher wurden ursprünglich für die drei Festivaltage erwartet – zu Workshops und Verkaufsständen rund ums Stricken samt Bühnenprogramm. Das Festival läuft trotz nasser Füße weiter.

Stadtbahn nach Grenaa kommt später

Die Aarhuser Stadtbahnlinie nach Grenaa soll mindestens drei Monate später kommen als erwartet. Ende März 2019 sollen frühestens die ersten Züge der „Letbane“ genannten Stadtbahn die zweitgrößte Stadt Aarhus mit der kleinen Stadt auf Djursland verbinden – die den geografischen Mittelpunkt Dänemarks bildet. Grund für die Verspätung: Die Ausarbeitung der Dokumente für die Betriebsgenehmigung ist umfangreicher als angenommen, sagt Letbane-Direktor Michael Borre.

Völkermord-Anklage: 51-Jähriger wird nach Ruanda ausgeliefert

Ein 51-jähriger Däne wird nach Ruanda ausgeliefert, wo er angeklagt ist, am Völkermord 1994 teilgenommen zu haben. Das hat das Östliche Landgericht am Freitag in zweiter Instanz beschlossen. Die Behörden des afrikanischen Landes beschuldigen den aus Ruanda stammenden Mann, am Mord an rund 2.000 Menschen beteiligt gewesen zu sein, die Zuflucht in einer Kirche und einem Universitätsgebäude gesucht hatten. Zeugen haben ausgesagt, dass er mit seinem Hund auf der Jagd nach Angehörigen der Tutsi-Kaste ging. Zudem soll er in einem anderen Fall eine alte Frau und ein Baby mit einer Keule erschlagen haben. An einer Wegsperre soll er außerdem, so die Zeugenberichte, an der Tötung dreier Jugendlicher beteiligt gewesen sein. Der Man streitet die Vorwürfe ab und behauptet, dass es sich um eine Verwechslung handele. Seit 2009 ermitteln dänische Beamte gemeinsam mit ruandischen Behörden gegen den Mann, der 2017 in Nordseeland verhaftet wurde.

Take That heute: Howard Donald, Gary Barlow and Mark Owen Foto: Dave Hogan/Ritzau-Scanpix

Take That kommt nach Dänemark

Die britische Boyband Take That kommt im Sommer 2019 nach Dänemark. Sie wird am 21. Juni 2019 ein Konzert in der KB Halle in Kopenhagen spielen. Der Auftritt ist Teil der Jubiläumstour zum 30-jährigen Bestehen der Band und das einzige in Skandinavien.

Die Band hat in ihrer Karriere über 30 Millionen Alben und sieben Millionen Konzerttickets verkauft. Ursprünglich hatte Take That fünf Mitglieder: Gary Barlow, Howard Donald, Mark Owen, Jason Orange und Robbie Williams. Heute besteht die Band nur noch aus den drei Erstgenannten.

Der Ticketverkauf beginnt am 28. September.

Urteil bedroht das Projekt Fehmarnbelt-Tunnel

Der Bau des Fehmarnbelt-Tunnels zwischen Deutschland und Dänemark gerät in Gefahr. Grund ist ein in dieser Woche veröffentlichtes Urteil des Gerichts der Europäischen Union in Luxemburg (EuG), das deutliche Zweifel am Finanzierungsmodell für den gut sieben Milliarden Euro teuren Tunnel anmeldet. Das Gericht ist eine nachgeordnete Instanz des Europäischen Gerichtshofs (EuGH). Zwar bezieht sich das neue Urteil nicht auf den Belttunnel, sondern auf die längst fertig gebaute Öresundquerung zwischen Dänemark und Schweden. Doch die von den Richtern in Zweifel gezogenen Staatsbeihilfen und Garantien wollen die Dänen auch beim Belttunnel einsetzen.

Regierung will psychologische Hilfe näher an Jugendliche bringen

Psychisch belastete Kinder sollen Zugang zu psychologischer Hilfe in ihrer Nähe bekommen. Das meint die dänische Regierung, die am Freitag ihren neuen Psychiatrien-Vorschlag präsentiert. Das Angebot soll unverpflichtend und frei zugänglich für Kinder sein, die zwar psychisch belastet sind, aber keine Behandlung in der Psychiatrie benötigen. Der Regierungsvorschlag soll sicherstellen, dass Kinder und Jugendliche schnell Hilfe bekommen, bevor eine Behandlung in der Psychiatrie nötig wird, berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau.

Beschäftigung steigt weiter an

Die Zahl der Arbeitnehmer in Dänemark steigt weiter an. Von Juni bis Juli ist die Zahl der Arbeitnehmer um 3.000 gestiegen. Insgesamt stehen in Dänemark derzeit 2.752.000 in Lohn und Brot – 29.600 mehr als noch 2008. Das zeigen neue Zahlen der dänischen Statistikbehörde Danmarks Statistik. Laut der Gewerbeorganisation Dansk Industri stieg die Zahl der Beschäftigten bereits im 64. Monat in Folge.

Trotz massiver Investitionen: Kundenflucht bei DSB

Während der Verkehr auf den dänischen Straßen ständig neue Rekorde bricht und die Staus auf den Autobahnen und in den Städten immer länger werden, ist der Zugverkehr auf das Abstellgleis geraten. Das berichtet die Fachzeitung Ingeniøren. Insgesamt fielen die Passagierzahlen der staatlichen Bahngesellschaft DSB im vergangenen Jahr verglichen mit 2013 um drei Prozent. Laut aktuellen Prognosen zeigt sich 2018 eine ähnliche Tendenz, so Ingeniøren.

100.000 übersehene Arbeitslose könnten Arbeitskräftemangel eindämmen

Eine neue Analyse des Wirtschaftsforschungsinstituts Arbejderbevægelsens Erhvervsrad (AE) zeigt, dass eine bisher unausgeschöpfte Reserve an Arbeitskraft für den Arbeitsmarkt bereitsteht. Dabei handelt es sich um unfreiwillige Teilzeitjobber, die zwar kein Arbeitslosengeld beziehen, sich aber trotzdem nach einer Vollzeitbeschäftigung umschauen. Insgesamt stehen laut AE demnach rund 100.000 Personen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung.

„Das ist eine große Reserve . Davon können die Betriebe und Unternehmen, denen es an Arbeitskraft mangelt, profitieren”, erklärt der Vize-Vorsitzende des dänischen Gewerkschaftsbundes LO, Ejner K. Holst.

Dänische Minister schwänzen öfters EU-Treffen

Wenn es um die Teilnahme an EU-Treffen geht, dann sind die dänischen Minister nicht die fleißigsten in Europa. Das zeigt eine neue Analyse der Denkfabrik Europa, die sich die Teilnahme dänischer Minister seit der Machtübernahme Lars Løkkes (Venstre) 2015 angeschaut hat. Außenminister Anders Samuelsen (Liberale Allianz) und sein Vorgänger Kristian Jensen (Venstre) nahmen lediglich an vier von zehn Treffen des Rates der Europäischen Union teil. Zum Vergleich: Der schwedische Außenminister ist bei 62 Prozent der Treffen vor Ort gewesen, der finnische gar in 79 Prozent der Fälle, berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau.

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