Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Freitag

DN
Apenrade/Aabenraa
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Ein Kormoran im bereich der Wiedaumündung Foto: Volker Heesch

Steigende Immobilienpreise, verschwundene Asylbewerber und der Geldwäsche-Fall der Danske Bank: Wissen was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten im Überblick.

Bis zu 1.000 Umsiedlungen in Horsens

Hunderte von Wohnungen werden in Horsens abgerissen, wenn die Pläne des Folketings zu sogenannten Ghetto-Wohngegenden in Kraft treten. Konkret handelt es sich um 333 Wohnungen im Wohngebiet Sundparken. In dem Fall müssten bis zu 1.000 Menschen eine neue Wohnung finden. Diesen Vorschlag hat eine Arbeitsgruppe der Kommune am Freitag veröffentlicht. Michael Meldgaard, Direktor der Wohngesellschaft Odingaard, die auch den Sundparken in Horsens verwaltet, sieht bei Durchführung der Pläne große Herausforderungen auf alle Beteiligten zukommen. „Es ist eine unmögliche Aufgabe, all diese Menschen neu anzusiedeln“, so Meldgaard zu DR P4.

2018 weniger Kormorane in Dänemark

Im Bereich der Wiedaumündung sieht man momentan jede Menge Kormorane, die nach Erkenntnissen von Wissenschaftlern auch den Bestand der seltenen Fischart Schnäpel dezimieren. Laut Vogelschutzverband DOF hat sich der Bestand der Kormorane, die in Dänemark in 76 Kolonien brüten, dieses Jahr aber um fünf Prozent gegenüber 2017 auf 31.606 Nester verringert. Die Ornithologen vermuten, dass die steigende Zahl der Seeadler und offizielle Bekämpfungsmaßnahmen den tauchenden Fischjägern zusetzen. 13 Prozent der Kormorannester waren behördlich durch Behandlung der Eier zerstört worden.

Keine Steuersenkungen: Kommunen behalten das Geld

Die Geldkassen der Kommunen sind gefüllt. Insgesamt haben die Kommunen Dänemarks 46,7 Milliarden Kronen zur Seite gelegt – eine Steigung im Vergleich zu 2010 um 73 Prozent. Doch trotz Kritik seitens der Regierung, die Steuern für die Bürger zu senken, geben die Kommunen nicht nach. Der Kopenhagener Bürgermeister Frank Jensen erklärt unter anderem, dass das überschüssige Geld für Wohlfahrtsprojekte zurückgelegt werde.

Schöffe bekam Schlaganfall

Der vom Kopenhagener Stadtgericht wegen Mordes verurteilte U-Boot-Bauer Peter Madsen muss auf noch unbestimmte Zeit auf sein Urteil des östlichen Landgerichtes warten. Bei der Urteilsverkündung am Freitag bekam einer der Schöffen einen Schlaganfall und musste behandelt werden. Herbeieilende Gerichtsangestellte leisteten Erste-Hilfe bis die Rettungskräfte vor Ort waren. Laut dem östlichen Landgericht ist der Schöffe außer Lebensgefahr. Die Gerichtsverhandlung und damit auch die Urteilsverkündung wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.

Karen Hækkerup hört auf

Die Direktorin der landwirtschaftlichen Interessenorganisation Landbrug & Fødevarer, Karen Hækkerup, hört nach vier Jahren bei der Organisation auf. Sie habe keinen neuen Job auf der Hand, wünsche sich aber, nach einem Zeitraum als Parlamentspolitikerin, Ministerin und Direktorin, mehr Zeit mit der Familie. Das berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau.

Immobilienpreise steigen weiter

Die Preise für Häuser und Eigentumswohnungen in Dänemark sind weiterhin im Steigflug. Im zweiten Quartal diesen Jahres ist der Durchschnittspreis für ein Haus um 1,8 Prozent gestiegen, während die Eigentumswohnungen um 2,5 Prozent zulegten. Das zeigen neue Zahlen der Interessenorganisation Finans Danmark. „Der Immobilienmarkt ist auf dem Vormarsch. Die Preise und die Handelsaktivitäten liegen hoch“, so die Organisationsdirektorin Ane Arnth Jensen zur Nachrichtenagentur Ritzau.

2.835 abgelehnte Asylbewerber sind verschwunden

Viele Asylbewerber, deren Anträge abgelehnt wurden, könnten sich weiterhin in Dänemark befinden. Das zeigt eine neue Analyse der Reichspolizei, berichtet der Radiosender 24syv. Insgesamt seien 2.835 Asylbewerber verschwunden. „Das ist besorgniserregend“, erklärt die rechtspolitische Sprecherin der Sozialdemokraten. Ihr zufolge solle die Polizei verstärkt eingreifen und die verschwundenen Personen aufspüren. Zugleich habe sie auch die Integrationsministerin Inger Støjberg (Venstre) um eine Stellungnahme gebeten.

Deutscher Bankgigant warnte vor verdächtigen Kunden

Weitere Enthüllungen im Geldwäscheskandal der Danske Bank kommen ans Tageslicht. Abermals hat sich die englische Financial Times eingeschaltet und berichtet aus einer anonymen Quelle, dass die Deutsche Bank schon vor Jahren über verdächtige Kunden in der Bankfiliale der Danske Bank in Estland gewarnt haben soll. Die beiden Großbanken hatten bis 2015 eine Zusammenarbeit im baltischen Land, doch aufgrund solcher Kunden, wurde die gemeinsame Arbeit beendet. In einer Stichprobe über die Kunden der Danske Bank soll die Deutsche Bank lediglich in einen von zehn Fällen einen vertrauenswürdigen Kunden gefunden haben. Insbesondere die Kunden aus Russland, den früheren Sowjetstaaten und Moldawien sollen verdächtig gewesen sein.

Am kommenden Mittwoch wird die Danske Bank ihre internen Untersuchungen veröffentlichen. Auch der derzeitige Chef, Thomas Borgen, soll über verdächtige Kunden in der estnischen Filiale informiert worden sein, berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau.

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