Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Donnerstag

DN
Apenrade/Aabenraa
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Foto: Jens Nørgaard Larsen/Ritzau Scanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

EU will neue dänische Rastplatz-Vorschriften stoppen

Dänemark hat Ärger mit der Europäischen Union. Seit dem 1. Juli dürfen Lkw-Fahrer in Dänemark höchstens 25 Stunden auf einem Rastplatz stehen bleiben. Die dänische Regierung hat die Verordnung erlassen, um überfüllten Rastplätzen entgegenzuwirken. Die EU-Kommission verlangt hingegen von Dänemark, dass sie die Zeitbegrenzung wieder aufhebt, da diese laut Kommission vor allem ausländische Lkw-Fahrer treffe und so das Gleichbehandlungsgebot der EU verletzt sei. Zudem mache es eine Begrenzung von 25 Stunden unmöglich für die Fahrer, die Ruhezeiten einzuhalten. Dies gefährde sowohl die Sicherheit auf den Straßen als auch die Rechte der Lkw-Fahrer, so die Kommission in einem Schreiben an die dänische Regierung. Diese hat nun die Möglichkeit auf das Schreiben zu reagieren. Werden sich die dänische Regierung und die EU-Kommission nicht einig, landet der Fall vor dem Europäischen Gerichtshof.

Proteste gegen Kjærsgaard in Island

Der Auftritt von Dänemarks Folketingspräsidentin Pia Kjærsgaard (DF) anlässlich der 100-Jahr-Feier des isländischen Althings hat in Reykjavik für Proteste geführt. Mehrere isländische Abgeordnete blieben der Rede der nationalkonservativen Politikerin fern. Logi Einarsson, Vorsitzender der sozialdemokratischen Samfylkingin, sagte laut Tageszeitung Politiken, es sei „bedauerlich, dass es einer der vordersten Repräsentanten für Hass auf Ausländer in Europa erlaubt wird, an diesem wichtigen Tag eine Rede zu halten“.

Trotz Geldwäsche-Falls: Danske Bank mit mehr Kunden

Der Geldwäsche-Fall der Danske Bank in ihrer Filiale in Estland hat nicht dazu geführt, dass sich die Kunden nach einer anderen Bank umgeschaut haben. Ganz im Gegenteil: Die Bank kann einen Kundenzuwachs vorzeigen, so Bankchef Thomas Borgen, der am Mittwoch das Quartalsergebnis präsentierte.

„Wir haben einen guten Nettozuwachs von Kunden in allen unseren Bereichen gehabt”, erklärt der Bankchef. Das Kundenniveau ist mit 2016 vergleichbar, als die Bank zum ersten Mal seit 16 Jahren ein Kundenplus hatte – „Tendenz steigend”, so der Leiter der Personal-Banking-Abteilung, Jesper Nielsen, zur Wirtschaftszeitung Børsen.

Gefängnisse: Hälfte aller Insassen ohne dänische Herkunft

Bei einem Blick auf die Namenliste der Insassen in den dänischen Gefängnissen fällt auf, dass dort nahezu die gleiche Zahl ausländischer Namen, wie typisch dänische Namen vertreten ist. Neuen Zahlen der dänischen Kriminalfürsorge zufolge sind landesweit fast die Hälfte der Insassen Ausländer, Einwanderer oder deren Nachkommen, berichtet die Tageszeitung Kristeligt Dagblad.

Esben Lunde Larsen verlässt das Folketing

Der Venstre-Politiker und frühere Umwelt- und Nahrungsmittelminister Esben Lunde Larsen verlässt vorzeitig das dänische Parlament. Er habe einen neuen Job bei der globalen Denkfabrik World Ressources Institute in Washington DC bekommen, berichtet er auf seiner Facebookseite. In seiner neuen Tätigkeit soll er sich unter anderem gegen die Lebensmittelverschwendung einsetzen. Er war im Mai als Minister zurückgetreten.

Dänische Feuerwehrleute helfen in Schweden

27 dänische Feuerwehrleute aus Hedenhusene und Herning sind auf dem Weg nach Schweden, um ihre schwedischen Kollegen bei den verheerenden Waldbränden im Land zu unterstützen. „Es ist keine Routineaufgabe. Vieles muss ordentlich koordiniert werden”, erklärt Einsatzleiter Martin Vendelbo.

Auch Nordschleswig ist gewissermaßen an den Löscharbeiten in Schweden beteiligt, denn die komplette Ausrüstung der 27 Feuerwehrleute stammt aus der Bereitschaftsschule in Tingleff.

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