Dänemark Kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Donnerstag

Der Nachrichtenüberblick am Donnerstag

Der Nachrichtenüberblick am Donnerstag

Apenrade/Aabenraa
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Wird dieser Gamer in Zukunft für das dänische Militär arbeiten? Foto: Henning Bagger, Ritzau/Scanpix

Wissen was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Løkke offen für Brexit-Verschiebung

Staatsminister Lars Løkke Rasmussen (Venstre) hat sich am Donnerstag kurz vor seinem Abflug zum EU-Spitzentreffen in Brüssel offen für eine Verschiebung des Brexits gezeigt. Die Briten hatten zuvor um eine Aussetzung bis zum 30. Juni gebeten. „Mein Ausgangspunkt ist es, pragmatisch zu sein. Wenn eine kurzzeitige Aussetzung dazu beiträgt, dass die Sache glücklich endet, dann habe ich eine positive Grundeinstellung“, so Løkke, der auf nöhere Erklärungen der Briten wartet, warum die EU ihnen mehr Zeit gewähren sollte.

Wung-Sung gewinnt Autorenpreis

Zum zweiten Mal nach 2010 gewinnt der dänische Autor Jesper Wung-Sung den Literaturpreis des Kulturministeriums. Das berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau. 2019 gewinnt er mit dem Buch „Alfred og gabestokken“. Betina Falsing, Büchereimitarbeiterin der Tingbjerg Bibliotek, saß in der Jury und ist begeistert von Wung-Sungs Buch. „Er hat sozusagen einen literarischen Magie-Würfel erschaffen“, so Falsing. Ihr zufolge kombiniert Wung-Sung moderne soziale Themen und Tabus mit einem klassischen Märchengenre. Neben dem Titel bekommt der Autor ein Preisgeld in Höhe von 75.000 Kronen.

Militär will Computerspieler rekrutieren

Das dänische Militär will Computerspieler für Jobs wie Pilot, Flugsteuerung oder Radaroperateur rekrutieren. Das berichtet der Nachrichtensender DR. Computerspieler, die sogenannten „Gamer“, hätten laut Militär gute Visualisierungsfähigkeiten und ein Empfinden für Strategie. „Wir haben herausgefunden, dass Gamer gute Reaktionsgeschwindigkeiten haben und den Überblick in besonders brenzligen Situationen bewahren können“, erklärt Anders Bech, Major der Personalabteilung.

Kartell-Fall: Staatsanwaltschaft fordert Milliardenbußgeld für Carlsberg

Der Generalstaatsanwalt im Oberlandesgericht in Düsseldorf fordert nun, dass der dänische Brauereikonzern Carlsberg bezüglich eines Kartell-Falls 2014 in Deutschland rund 1,9 Milliarden Kronen (250 Millionen Euro) Buße bezahlen muss. Das berichtet die Wirtschaftszeitung Finans.

Aufschwung: 2019 mit größtem Jobwachstum seit zehn Jahren

Die dänische Wirtschaft ist weiterhin auf dem Vormarsch. Das zeigt sich auch auf dem Arbeitsmarkt, wo immer mehr neue Jobs geschaffen werden. Allein im Januar wurden 8.100 neue Jobs angeboten, wie neue Zahlen der dänischen Statistikbehörde belegen. Laut dem Kreditunternehmen Nykredit ist das der größte Jobzuwachs in einem Monat seit zehn Jahren. „Das ist ein ungewöhnlich hoher Anstieg, der aber auch nach einem mageren Dezember kommt“, so der Chefökonom der Danske Bank, Las Olsen.

Protest: Dänisches Wikipedia 24 Stunden lahmgelegt

Wenn man heute mehr über die Hauptstadt Brasiliens wissen will, oder wann Christian Eriksen sein Debüt in der Nationalmannschaft feierte, dann kann man ausnahmsweise mal nicht auf der dänischen Wikipedia-Seite die entsprechenden Informationen finden. Das Netz-Lexikon ist für 24 Stunden lahmgelegt. Damit will Wikipedia seinen Protest gegen die EU-Abstimmung zu den digitalen Urheberrechten in der kommenden Woche ausdrücken. Die neuen EU-Regeln sollen sicherstellen, dass Musiker und Medien Geld verdienen, wenn ihre Artikel und Lieder auf Youtube und Facebook geteilt werden. Wikipedia fürchtet, dass Facebook und Youtube, um die Regeln einhalten zu können, viele Inhalte blockieren werden.

Der Börsentag

Die dänischen Bankaktien waren zu Beginn der Woche noch im Plus, doch Donnerstag war Schluss: unverändert niedrige Zinsen in den USA führten fallende Bankaktien mit sich: Sydbank (-0,9), Danske Bank (-1,3) und Jyske Bank (-1,5) fielen alle zurück und schickten auch den dänischen Leitindex C25 ins Minus (-0,1). Auch die Versicherungsgesellschaft Tryg schloss den Tag im Minus ab (-1,1).

Den besten Tag hatten die Aktionäre von Ambu. Die Medizinalaktie stieg mit 2,1 Prozent an. Auch wer in Carslberg-Papiere investiert hat war glücklich: der dänische Brauereiriese legte auch Donnerstag wieder zu (+ 0,4).

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