Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Donnerstag

Der Nachrichtenüberblick am Donnerstag

Der Nachrichtenüberblick am Donnerstag

DN
Apenrade/Aabenraa
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Facebook baut nun doch kein Datenzentrum in Esbjerg Foto: Lionel Bonaventure/Ritzau Scanpix

Rededuell in Apenrade, kein Facebook-Datenzentrum in Esbjerg: Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Die Börse am Donnerstag

Der C25-Index tauchte am Donnerstag um 0,2 Prozent auf 1.105,86 Zähler ab. Schuld waren konjunkturempfindliche Papiere, die unter der EZB-Prognose litten, dass die Wirtschaft weniger wachsen werde als zuvor angenommen und die Zinsen deshalb erst im kommenden Jahr zu erwarten sei. Angestoßen werden konnte derweil bei Royal Unibrew, wo eine positive Bilanz vorgelegt wurde und die Aktie um 1,7 Prozent kletterte.

Kind mit Masern in Slagelse

Ein weiterer Masern-Fall ist in Dänemark festgestellt worden. Beim aktuellen Fall wurde ein erst zehn Monate altes Kind mit der Krankheit angesteckt, berichtet die Behörde für Patientensicherheit am Donnerstag. Das Kind habe sich höchstwahrscheinlich in seiner Tagesstätte in Slagelse angesteckt, so die Behörde. “Die Tagesstätte hat die übrigen Eltern über den Masern-Fall informiert und werden derzeit beraten“, erklärt die Oberärztin der Behörde, Bente Møller. Kinder in Dänemark werden erst ab einem Alter von 15 Monaten gegen Masern geimpft. Seit Februar haben sich sieben dänische Bürger mit der Krankheit angesteckt.

Urteil bestätigt: Junge IS-Unterstützer verlieren dänischen Pass

Das Östliche Landgericht hat ein Urteil des Gerichts in Glostrup bestätigt: Zwei jungen Männern, 19 und 21 Jahre alt, beide mit doppelter Staatsbürgerschaft, wird der dänische Pass entzogen. Der Nachrichtenagentur Ritzau zufolge ist es das zweite Mal, dass dies in Dänemark geschieht. Nach Auffassung des Landgerichts haben sich die beiden Männer sowie zwei junge Frauen schuldig gemacht, als sie im Jahr 2017 versuchten, nach Syrien zu reisen, um sich dort dem Islamischen Staat anzuschließen. Drei der Personen wurden in der Türkei verhaftet, ein Mädchen blieb in Dänemark, weil die Eltern ihren Pass an sich nahmen. Alle müssen für drei Jahre ins Gefängnis. Die beiden Männer mit marokkanischen beziehungsweise algerischen Wurzeln und die ältere der beiden Frauen mit afghanischem Pass werden auf unbegrenzte Zeit ausgewiesen.

Jeder 10. Schüler gesteht Regelbruch

In einer neuen Untersuchung des Unterrichtsministeriums unter Beteiligung des Meinungsforschungsinstituts Epinion räumen viele Schüler ein, in ihren Examina die Regeln gebrochen oder sogar betrogen zu haben. Etwas mehr als jeder Zehnte der befragten Schüler von Gymnasien und Volksschulen gab an, beabsichtigt oder unbeabsichtigt die Regeln verletzt zu haben. Betrug bestätigte etwa jeder 20. Schüler. Unterdessen fordern die Sozialdemokraten, die Sozialistische Volkspartei und die Einheitsliste das digitale Überwachungsprogramm, das am Donnerstag zum ersten Mal in Gymnasien getestet wird, nicht einzusetzen. Es soll bei Prüfungen die Aktivitäten der Schüler am Computer überwachen.

Kein Datenzentrum in Esbjerg

Facebook wird nun doch kein Datenzentrum in Esbjerg bauen. Dies bestätigte das Unternehmen gegenüber der Nachrichtenagentur Ritzau. Nach zwölf Monaten intensiver Untersuchungen und Investitionen habe man einen Punkt erreicht, eine tragfähige Entscheidung zu treffen, so das Unternehmen, das zurzeit ein Datenzentrum in Odense baut. Im Oktober vergangenen Jahres meldete Avisen Danmark, Facebook wolle ein Datenzentrum in Esbjerg errichten. Nach Einschätzung von Brian Vad Mathiesen, Professor für Entwicklung der Energiewirtschaft an der Universität Aarhus, ist die Entscheidung Facebooks keine Katastrophe für Esbjerg. Zwar komme die Entscheidung plötzlich, doch stehe nun die Infrastruktur bereit für andere Firmen wie Apple oder Amazon.

Donnerstagabend: Politisches Duell in Apenrade

Nach Ansicht der Nachrichtenagentur Ritzau wird bei der kommenden Parlamentswahl das Ringen um die Wählergunst der beiden Parteien Dänische Volkspartei und Neue Bürgerliche in Nordschleswig am deutlichsten ausfallen. Am Donnerstag präsentieren sich die beiden Vorsitzenden der Parteien – Pernille Vermund, Neue Bürgerliche, und Kristian Thulesen Dahl, Dänische Volkspartei – in Apenrade. Beide kandidieren im Wahlkreis Südjütland. Nach Einschätzung des Kopenhagener Wahlforschers Kasper Møller Hansen werden die Neuen Bürgerlichen von ehemaligen Wählern der Dänischen Volkspartei unterstützt. Sollte es letzterer Partei gelingen, die Wähler zurückzugewinnen, werden nach Hansens Ansicht die Neuen Bürgerlichen nicht ins Parlament kommen. Kristian Thulesen Dahl erklärte am Donnerstag, nach der kommenden Wahl werde seine Partei nur dann mitregieren, wenn sie die Unterstützung der Dänen hätten. Rund 17 Prozent der Stimmen sollten es laut Dahl sein. Das Rededuell beginnt um 17 Uhr und wird bei DR2 und TV2 News übertragen.

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