Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Donnerstag

DN
Apenrade/Aabenraa
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Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Trotz niedriger Zinsen: Weniger Immobilien verkauft

Das Jahr 2019 fing mit einem Zinsrückgang gut für eventuelle Hauskäufer an. Trotzdem wurden im Januar, verglichen mit dem Vorjahr, weniger Häuser verkauft. Das berichtet das Immobilienportal Boligsiden.dk. Wurden im vergangenen Januar noch 6.012 Immobilen verkauft, waren es in diesem Jahr nur noch 5.813. Ein Rückgang um 3,3 Prozent. „Die Handelsaktivitäten waren immens hoch. Das Niveau, das wir im Januar 2018 hatten, war schwer zu übertreffen“, erklärt die Immobilienökonomin von Boligsiden.dk, Birgit Daetz.

Drei Jahre Haft für Unfallfahrer

Zwei Monate nach einem Autounfall, bei dem drei Kindern starben, ist der Unfallverursacher in Herning vom Gericht zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Der Lette, der ohne Fahrerlaubnis fuhr, wird zudem auf Lebenszeit des Landes verwiesen. Zudem darf der Verurteilte in Dänemark keinen Führerschein mehr erwerben. Im Dezember war er unter Alkoholeinfluss (1,46 Promille) mit hoher Geschwindigkeit mit 137 km/h in ein Auto gerast, das an einer Kreuzung hielt. In dem Auto saßen eine 41-jährige Frau sowie drei Kinder. Bei dem Unglück starben der neunjährige Sohn der Frau und ein siebenjähriges Mädchen. Die siebenjährige Tochter wurde schwer verletzt und starb kurze Zeit später. Der Verurteilte hat das Urteil akzeptiert. Die Angehörigen erhalten 500.000 Kronen Schmerzensgeld.

Skipper: Einheitsliste gegen Gesundheitsreform

Sollte die dänische Regierung den Plan der Abschaffung der Regionen weiter folgen, dann wird die Einheitsliste nicht für die neue Gesundheitsreform stimmen. Das erklärt die Fraktionsvorsitzende Pernille Skipper vor den bevorstehenden Verhandlungen im Finanzministerium. „Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass wir uns an einer Absprache beteiligen werden. Unsere Politik liegt sehr fern von der Regierungspolitik“, so Skipper zur Nachrichtenagentur Ritzau.

Staatliche Arbeitsplätze: Bislang 4.800 Jobs aus Kopenhagen verlagert

Die Pläne der dänischen Regierung, rund 8.000 staatliche Arbeitsplätze in die Provinz zu verlagern schreiten voran. Das zeigt ein Bericht des Finanzministeriums. Bis November 2018 wurden 4.800 Stellen in Städte außerhalb Kopenhagens verlegt. „Und die Verlagerung wird über die kommenden Jahre fortgesetzt“, erklärt Innovationsministerin Sophie Løhde (Venstre). „Es freut mich, dass es laufend mehr staatliche Arbeitsplätze in der Provinz geben wird. Ich denke, dass man dadurch ein gewisses Gleichgewicht in Dänemark schafft“, so Løhde zur Nachrichtenagentur Ritzau.

Folketing beschließt Paradigmenwechsel

Das dänischen Parlament hat heute den sogenannten Paradigmenwechsel in der Ausländerpolitik beschlossen. Grundgedanke des Paradigmenwechsels ist, dass Flüchtlinge mit einem sogenannten mittelfristigen Aufenthaltsrecht in ihre Heimatländer zurückgeschickt werden, wenn es die Bedingungen dort zulassen. Von einer Integration wird abgesehen. Für den Wechsel stimmten die Regierungsparteien, die Dänische Volkspartei sowie die Sozialdemokraten; mit ihm fällt in Zukunft auch die Integrationsleistung weg, die der Staat zahlt, wenn Flüchtlinge keine Arbeit haben. Der Name der Leistung, die markant gekürzt wird, ändert sich in Selbstversorgungs- und Heimkehrleistung. Ein alleinstehender Bezieher muss mit 2.000 Kronen weniger im Monat rechnen. Die Umstellung wird der Nachrichtenagentur Ritzau zufolge zwei Millionen Kronen Kosten.

Arla: Milliarden für bedrängte Landwirte

Die genossenschaftliche Großmeierei Arla unterstützt ihre Landwirte, die die sommerliche Dürre des vergangenen Jahres finanziell unter Druck gesetzt hat, mit Milliarden. Dies kündigt Arla in seinem Jahresrechenschaftsbericht an. Man habe die einzigartige Möglichkeit, den in Not geratenen Landwirten unter die Arme zu greifen, ohne dem Konzern Schaden zuzufügen, so Vorstandsvorsitzender Jan Toft Nørgaard. Arlas Führung schlägt eine außerordentliche Zahlung von 2,2 Milliarden Kronen vor; sie soll über eine Extravergütung von 2,3 Eurocent pro Liter Milch, die an Arla geliefert wird, abgewickelt werden. Insgesamt erhöhte Arla im Jahr 2018 den Verkauf gering auf 10,4 Milliarden Euro – rund 77,6 Milliarden Kronen. Im Jahr 2017 waren es 10,3 Milliarden Euro.

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