Dänemark Kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Donnerstag

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DN
Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Foto: René Strandbygaard/DSB

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Mutter zapft Sohn Blut ab: Vier Jahre Haft

Eine 36-jährige Frau aus Skjern im Westen Jütlands ist schuldig gesprochen worden, ihrem Sohn zwischen 2012 und 2017 alle zwei Wochen durch einen einoperierten Venenkatheter einen halben Liter Blut abgezapft zu haben. Dieses Urteil hat das Gericht in Herning am Donnerstag gefällt. Das Strafmaß: Die Frau muss für vier Jahre ins Gefängnis, 16 Monate davon saß sie bereits in Untersuchungshaft.

Der Junge war knapp ein Jahr alt, als die Misshandlung angefangen haben soll, berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau. Die Mutter hat die Schuld vor Gericht teilweise eingeräumt. Der ausgebildeten Krankenschwester wurde das Münchhausen-Syndrom attestiert, eine psychische Störung, bei der Eltern ihren Kindern Schaden zufügen, um daraufhin Aufmerksamkeit zu erhalten.

Der Junge hatte über die Jahre hinweg derart viel Blut verloren, dass er erst nach 110 Bluttransfusionen und vielen Besuchen im Krankenhaus wieder gesund wurde. Die Staatsanwaltschaft hatte deshalb, nach Paragraf 246, auf eine Mindeststrafe von vier Jahren Haft ohne Bewährung plädiert.

800.000 Kronen Bußgeld für Spam-Mails

Das Unternehmen „Institut for Personaleudvikling Aps“, das Weiterbildungskurse unter anderem im Finanzbereich anbietet, hat es mit dem Verschicken von Werbe-Mails so sehr übertrieben, dass das Kopenhagener Gericht am Donnerstag ein Bußgeld von 800.000 Kronen verhängt hat. Insgesamt wurden rund 38.000 Spam-Mails an potenzielle Kunden verschickt. Dem Gericht lagen interne E-Mails vor, in denen der damalige Chef der Firma, Peter Joensen, seine Mitarbeiter dazu aufgefordert hatte, möglichst viele Werbe-Mails zu versenden. Mit den 800.000 Kronen folgte der Richter der Forderung der Anklage nach dem Höchststrafmaß.

Wolfszäune zeigen Wirkung

Die viel diskutierten Wolfszäune in Dänemark zeigen Wirkung: Die Zahl der Tiere nimmt ab. Das zeigen Aufzeichnungen der Umweltbehörde, wonach zu Jahresbeginn 2018 neun Wölfe in Dänemark gezählt wurden – mittlerweile sind es nur noch fünf. „Wir schätzen, dass sich zwei bis drei Wölfe in Westjütland aufhalten, einer in Nordjütland und einer auf Djursland“, schreibt die Behörde. 2018 gab es 28 Angriffe auf Nutztiere, jedoch keinen auf Tiere, die ein Wolfszaun schützte. Lasse Jensen von der Umweltbehörde sieht darin einen Erfolg der Zäune, die ihm zufolge heute von deutlich besserer Qualität sind und zum Teil elektronisch Alarm schlagen.

Mehr günstige Tickets sollen DSB aus der Krise helfen

Immer mehr Passagiere der öffentlichen Verkehrsmittel in Dänemark satteln vom Zug auf die Fernbusse um. Darauf reagiert die staatliche Bahngesellschaft DSB nun mit günstigen Tickets, berichtet die Tageszeitung Politiken. Insgesamt werden 120.000 zusätzliche Orange-Tickets den Kunden zur Verfügung gestellt. Eine Fahrt von Kopenhagen nach Aarhus wird dann für 199 Kronen angeboten. „Der Transport mit Bussen und Autos ist kostengünstiger geworden. Danach müssen wir uns natürlich auch richten“, erklärt DSB-Direktor Flemming Jensen.

Umfrage: Sozialdemokraten legen weiter zu

Wenn heute Parlamentswahlen wären, dann würde mit hoher Wahrscheinlichkeit die Opposition die Regierungsmacht übernehmen. Das berichtet die Online-Zeitung Altinget. Laut den neuesten Prognosen, die der Professor Kasper Møller Hansen für die Zeitung erstellt hat, würden die Oppositionsparteien 51,6 Prozent der Stimmen bekommen. Das reicht für 92 Sitze im Parlament. Insbesondere die Sozialdemokraten weisen einen kleinen Fortschritt vor und liegen derzeit auf dem höchsten Niveau seit Februar 2018.

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