Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Donnerstag

Der Nachrichtenüberblick am Donnerstag

Der Nachrichtenüberblick am Donnerstag

DN
Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Foto: Henning Bagger/Ritzau Scanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Die Börse am Donnerstag

Mit einem kleinen Plus endete am Donnerstag der Tag an der dänischen Leitbörse. So kletterte der C25-Cap-Index um 0,3 Prozent nach oben auf 1.036,19. Nachdem am Vortag die Aktie des Transportunternehmens DSV um 5,8% zulegte, verzeichnete sie auch am Donnerstag ein Plus um 2,6% und stieg auf 513 Kronen. Tagesverlierer war der Arzneimittelhersteller Lundbeck. Das Unternehmen verlor 4,2% und fiel auf 286 Kronen.

Erster Staatsbesuch nach zwei Jahren: Königin Margrethe reist nach Argentinien

Wie das dänische Königshaus mitteilt, reisen Königin Margrethe und Kronprinz Frederik vom 18. bis 20. März nach Argentinien. Es ist der erste Staatsbesuch der Königin nach zwei Jahren. Begleitet werden sie von dänischen Unternehmensvertretern. Erste Station wird Buenos Aires sein, wo ein Treffen mit Staatspräsident Mauricio Macri geplant ist. Im Laufe der drei Tage werden Königin Margrethe und Kronprinz Frederik eine dänische Wirtschaftskonferenz eröffnen, Unternehmen besuchen und an kulturellen Veranstaltungen teilnehmen. Die mitreisenden dänischen Wirtschaftsvertreter stammen aus 25 Unternehmen der Energie-, Nahrungsmittel- und Gesundheitssparte.

Salling kauft Top-Toy

Der Einzelhandelsriese Salling-Group kauft den Spielzeug-Mutterkonzern Top-Toy. Das berichtet Salling in einer Pressemitteilung. Bei der Übernahme geht es jedoch nur um die Fætter BR-Marke. „Wir sprechen hier von einer strategisch wichtigen Vereinbarung für die Salling Group. Dadurch können wir sicherstellen, dass auch in Zukunft Spielzeug ein wichtiger Teil des Einzelhandels ist“, erklärt Salling-Direktor Per Bank, laut der Nachrichtenagentur Ritzau. Top-Toy musste, unter anderem aufgrund eines schlechten Weihnachtsverkaufes, kurz nach Weihnachten das Handtuch in den Ring werfen.

Däne nach Handschlag

Das viel umstrittene Händedruck-Gesetz (håndtrykslov) ist am Donnerstag erstmals angewandt worden. Bei einer Zeremonie in Kopenhagen haben am Nachmittag neun Ausländer, die zuvor den Einbürgerungstest bestanden hatten, die dänische Staatsbürgerschaft ausgehändigt bekommen, nachdem sie Ausländer- und Integrationsministerin Inger Støjberg (Venstre) die Hand gegeben hatten.

Dänische Volkspartei pocht weiter auf dauerhafte Ausreisekontrollen

Seit drei Jahren führt Dänemark Einreisekontrollen an seinen Grenzen durch. Ende vergangenen Jahres einigten sich die Regierung und die Dänische Volkspartei darauf, künftig auch die Kontrollen gegen Kriminelle zu verstärken, die mit Diebesgut aus Dänemark in Richtung Deutschland verschwinden wollen. Doch wie diese Ausreisekontrollen genau aussehen sollen, darüber herrscht weiter Uneinigkeit.

Grenzregionen dürfen auf Geldsegen hoffen

Die Grenzregionen Europas dürfen sich vielleicht bald über einen warmen Geldsegen freuen. Mit großer Mehrheit hat das EU-Parlament am Mittwoch einen geänderten Gesetzesvorschlag angenommen, der dem europäischen Förderprogramm INTERREG in der anstehenden Förderperiode von 2021 bis 2027 insgesamt 11,1 Milliarden Euro zusichern soll. Der bisherige Vorschlag der EU-Kommission sah ein Gesamtbudget von 8,4 Milliarden Euro vor. Der schleswig-holsteinische CDU-Europaabgeordnete Reimer Böge ist mit dem Abstimmungsergebnis zufrieden. „Wir Abgeordneten setzen uns dafür ein, dass die Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg weiter deutlich gefördert wird. INTERREG ist hierfür das wichtigste Förderprogramm. Grenzregionen dürfen keine Sackgassen sein, sondern müssen gelebtes Europa widerspiegeln. Daher ist es wichtig, dass bürgernahe und grenzüberschreitende Projekte auch in Zukunft möglich bleiben. INTERREG trägt entschieden dazu bei, dass aus Grenzregionen Gemeinschaftsräume werden.“, schreibt Böge in einer Mitteilung. Derzeit stehen für die Jahre 2014 bis 2020 für die Weiterentwicklung der deutsch-dänischen Grenzregion rund 90 Millionen Euro zur Verfügung. Noch sind die 11,1 Milliarden Euro allerdings nicht bewilligt. Das EU-Parlament nimmt den geänderten Gesetzesvorschlag nun mit in die Verhandlungen mit der EU-Kommission und den EU-Mitgliedstaaten.

Regierung stoppt Waffenexporte in die Vereinigten Arabischen Emirate

Dänemark wird künftig keine Waffen oder militärische Ausrüstung mehr in die Vereinigten Arabischen Emirate exportieren. Das gab Außenminister Anders Samuelsen (Liberale Allianz) im Parlament bekannt. Als Grund nannte er laut der Zeitung Information die Beteiligung des Landes in den Krieg im Jemen. Der Außenminister sagte, dass er die Reichspolizei darum gebeten habe, alle ausgestellten Ausfuhrgenehmigungen zurückzuziehen. Dänemark hatte in den vergangenen fünf Jahren militärische Ausrüstung und Waffen im Wert von mehr als 210 Millionen Kronen in die Emirate geliefert. Lob kommt von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International: „Das ist eine gute Nachricht. Dänemark sollte keine Waffen in ein Land exportieren, das in einen Konflikt verwickelt ist, in dem es zu Kriegsverbrechen und gewaltsamen Übergriffen gegen die Zivilbevölkerung kommt“, so die Generalsekretärin Trine Christensen zu Information.

Untersuchung: Dänemark verliert Milliarden durch Plastik-Verbrennung

Dänemark ist gut darin Plastik zu verbrennen – aber umso schlechter, wenn es ums Wiederverwerten des Wertstoffes geht. Eine neue Studie des Innovationsfonds und der Beratungsfirma Mc Kinsey zeigt nun, dass Dänemark rund 1,6 Milliarden Kronen pro Jahr verloren gehen, weil es zu wenig Plastik recycelt. „Wir sind sehr schlecht darin, weil wir seit vielen Jahren unseren Müll in Verbrennungsanlagen vernichten. So produzieren wir zudem mehr CO2, als wir eigentlich müssten“, sagt Peter Høngaard, Direktor des Innovationsfonds, zur Nachrichtenagentur Ritzau. Dänische Haushalte und Unternehmen produzieren derzeit rund 340.000 Tonnen Plastikmüll im Jahr – das entspricht rund 60 Kilogramm pro Person. Bis zu 60 Prozent dieses Mülls werden jährlich verbrannt.

Mehr lesen