Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Donnerstag

DN
Apenrade/Aabenraa
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Die Sozialbehörde in Odense. Foto: jt

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Die Börse am Donnerstag

In einem ruhigen Aktienmarkt setzte Ambu seinen positiven Kurs fort, gefolgt von Genmab und GN. Die Ruhe ist fehlenden Impulsen aus den USA geschuldet; dort wird Thanksgiving gefeiert. Der C25 Index schloss mit einem Plus von 0,03 Prozent bei einem Stand von 1.017,04. Die Aktie von Ambu stieg im C25-Index am deutlichsten an und zwar um 5,1 Prozent auf 125 Kronen. Genmab folgte mit 2,9 Prozent bei 957 Kronen. Die A.-P.-Møller-Mærsk-A-Aktie stieg um 1,7 Prozent auf 8.215 Kronen. Royal Unibrew schraubte am Mittwoch seine Erwartungen hoch. Dies geschah in Verbindung mit der Veröffentlichung der Zahlen aus dem 3. Quartal. Die Unibrew-Aktie legte um 1,4 Prozent zu auf 479 Kronen.

Weiterer Betrugsfall bei der Sozialbehörde

Nach der umfassenden Veruntreuung staatlicher Gelder durch die frühere Mitarbeiterin in der Sozialbehörde, Britta Nielsen, ist nun ein erneuter Betrugsfall in der Behörde ans Tageslicht gekommen. Ein 30-jähriger Mann wurde am Donnerstag dem Haftrichter vorgeführt und zu 27 Tagen U-Haft verurteilt. Ihm wird vorgeworfen, 171.500 Kronen für Rehabilitierungsprojekte von Drogensüchtigen erschwindelt zu haben, berichtete die Nachrichtenagentur Ritzau. Laut Sozialministerin Mai Mercado (Konservative) gäbe es keinen Zusammenhang zwischen dem jüngsten Betrugsfall und den von Britta Nielsen.

Junger Syrienkrieger wird Staatsbürgerschaft entzogen

Ein 23-jähriger Syrienkrieger aus dem Kopenhagener Stadtteil Ishøj muss seinen dänischen Pass abgeben. Das bestätigt das östliche Landgericht am Donnerstag. Es ist das sechste Mal, dass einem dänischen Anhänger des sogenannten Islamischen Staates (IS) die Staatsbürgerschaft entzogen wird. Darüber hinaus muss der junge Dänisch-Algerier für fünf Jahre ins Gefängnis. Er war lediglich 18 Jahre alt, als er als 2G-Schüler des Gymnasiums in Ishøj nach Syrien reiste, um dem IS beizutreten, berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau.

Keine dänischen Rüstungsexporte mehr nach Saudi-Arabien

Nach Deutschland und Norwegen zieht nun auch Dänemark Konsequenzen aus der Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi und der anhaltend kritischen Lage im Jemen und stoppt seine Rüstungsexporte. Außenminister Anders Samuelsen hofft, dass weitere Staaten dem Beispiel folgen. „Saudi-Arabien spielt in beiden Fällen eine sehr negative Rolle. Ich denke, es ist an der Zeit, ein klares Signal zu senden. Auch von europäischer Seite, dass die Grenze erreicht ist”, so Außenminister Anders Samuelsen (Liberale Allianz) zur Nachrichtenagentur Ritzau.

Kindergeldregelung: Dänemark erleidet Niederlage in Brüssel

EU-Parlamentarier Morten Løkkegaard will weiter für die dänische Positionen in Sachen Kindergeld kämpfen. Auch Österreich und Deutschland setzen sich gegen Brüssel zur Wehr. „Ich werde weiter dafür kämpfen, dass das Kindergeld den Lebenshaltungskosten in anderen EU-Empfängerländern angeglichen wird“, sagte der dänische EU-Parlamentarier Morten Løkkegaard (Venstre) zum Internetportal Altinget.

Mehrheit genehmigt umstrittenen „Ghettoplan“

Die sogenannten „Ghettos“ in Dänemark stehen vor grundlegenden Veränderungen. Ein neuer Gesetzesvorschlag der dänischen Regierung wurde am Donnerstag am Parlament genehmigt, berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau.

Landbrug & Fødevarer: Hækkerup-Nachfolge geklärt

Der dänische Bauernverband hat die Nachfolge der scheidenden Direktorin Karen Hækkerup geklärt. Nachdem die letzten beiden Chefs aus Christiansborg gekommen waren, wird die Stelle nun mit Anne Lawaetz Arhnung intern besetzt. Die 49-Jährige ist seit 22 Jahren für L&F tätig und sitzt seit 2012 in der Leitungsetage. Ihre Vorgängerin, die ehemalige Justizministerin Karen Hækkerup, kam ebenso aus der Politik wie deren Vorgänger Søren Gade. Hækkerup hatte im September nach vier Jahren ihren Rücktritt vom Direktionsposten angekündigt.

Dansk Folkehjælp rechnet mit so vielen Hilfsbedürftigen zu Weihnachten wie noch nie

Bis zum 21. November haben sich bereits über 10.000 Bedürftige bei der Hilfsorganisation „Dansk Folkehjælp“ für die Weihnachtshilfe (julehjælp) angemeldet. Die Organisation geht davon aus, dass in diesem Jahr so viele Menschen nach Hilfe bitten werden wie noch nie zuvor. Im vergangenen Jahr gab es 14.280 Anträge. Der Generalsekretär von Dansk Folkehjælp, Klaus Nørlem, befürchtet einen Anstieg um bis zu zehn Prozent und damit über 15.000 Hilfsersuche. „Es ist frustrierend und ärgerlich, dass wir es jedes Jahr erleben, dass mehr Bürger Hilfe wie diese benötigen. Schauen wir auf die Analysen, die in Dänemark seit dem Jahr 2000 vorgenommen werden, sehen wir, dass die Zahl der in Armut lebenden Menschen immer weiter steigt, obwohl wir allgemein einen wirtschaftlichen Zuwachs haben“, so Nørlem zur Nachrichtenagentur Ritzau. Insgesamt wird damit gerechnet, dass rund 45.000 dänische Familien in diesem Jahr Weihnachtshilfe bei einer der Hilfsorganisationen im Land beantragen werden.

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