Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Donnerstag

DN
Apenrade/Aabenraa
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Die Regierung und die Dänische Volkspartei wünschen sich mehr Fernbusse auf dänischen Straßen. Foto: Asger Ladefoged/Ritzau-Scanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Erdbeben-Stärke nach oben justiert

Das Erdbeben, dass am Sonntag die Gegend um Holstebro erschütterte, war stärker als zunächst angenommen. Geologen vom Geus-Institut für Dänemark und Grönland haben die Stärke des Erdbebens von zunächst 3,4 auf nun 3,5 auf der Richterskala angehoben. Das teilt „De Nationale Geologiske Undersøgelser for Danmark og Grønland“ (Geus) auf der Internetseite geus.dk mit.

Debütfilm soll für Dänemark ins Oscar-Rennen gehen

Am Donnerstag ist der Psycho-Thriller „Den Skyldige“ als Dänemarks Beitrag im Rennen für den besten fremdsprachigen Film bei den Oscars auserkoren worden. Das teilt das Dänische Filminstitut mit. Regisseur ist der erst 30 Jahre alte Gustav Möller, der 2015 seinen Abschluss an der Dänischen Filmschule machte. Die Hauptrolle spielt Jakob Cedergren. Im Januar hat der Film den Publikumspreis beim Sundance Filmfest in den USA. Jetzt muss das Oscar-Komitee für nicht englischsprachige Filme fünf Filme aus aller Welt nominieren. Am 24. Februar 2019 wird der Preis dann überreicht.

Neue Funde: Christen seit 800 in Dänemark

Bei neuen Ausgrabungen in Ripen sind Archäologen auf drei Blei-Amulette gestoßen, die die Annahme stützen, dass in der Handelsstadt am Wattenmeer deutlich vor der „offiziellen“ Christianisierung Dänemarks durch König Harald Blauzahn im Jahre 960 Christen gelebt haben. Der Leiter des Forschungsprojektes, Prof. Søren Sindbæk, Universität Aarhus, sieht in den Funden einen Beleg, dass eine kleine Gruppe von Christen schon um 800 in Ripen gelebt hat. Sindbæk unterstreicht, dass man auch die Formen gefunden habe, in denen die christlichen Amulette gegossen worden sind. Bisher hieß es stets, zu Zeiten der Wikingersiedlung Ripen habe es dort noch keine Christen gegeben.

DSB bremsen Ausstoß von Ruß-Feinstaub

Die in der 1980er-Jahren gebauten ME-Lokomotiven der Dänischen Staatsbahnen (DSB) sind vor allem im Regionalverkehr auf Seeland im Einsatz. Die 33 Loks, die bis zur Elektrifizierung der Strecken unersetzlich sind, haben jetzt Technik zur Verminderung des Ausstoßes von Ruß-Feinstaub erhalten. Jetzt entweichen 80 Prozent weniger Feinstaub-Partikel aus den Dieselmotoren der Triebfahrzeuge. Das dänische Technologische Institut hatte festgestellt, dass viele Schadstoffe aus den Lokabgasen ins Innere der Doppelstockwaggons gelangte, die im Regionalverkehr eingesetzt werden. Neue Brennstoffdüsen brachten Abhilfe.

Soldaten sollen Heimwehr an der Grenze ersetzen

Die dänische Militärführung arbeitet an einem Plan, einen Großteil der 88 Heimwehr-Soldaten, die an der deutsch-dänischen Grenze für Kontrollen eingesetzt werden, durch eigene Soldaten zu ersetzen. Ein endgültiger Beschluss steht noch nicht fest, die Ablösung soll aber nach Aussage des Heimwehr-Chefs Flemming Agerskov am 1. April 2019 erfolgen. Anfang Oktober soll der genaue Plan feststehen.

Neue Notrufnummer bei leichten Verletzungen

113 soll eine neue Telefonnummer werden, die dänische Bürger anrufen können, wenn sie nicht lebensgefährliche Verletzungen oder Krankheiten haben, die jedoch akuter Hilfe bedürfen. Das ist der Plan des Zusammenschlusses der dänischen Regionen. Unter der Nummer sollen Fachleute aus dem medizinischen Bereich erreichbar sein, beraten und an die richtige Stelle weiterleiten. Heute haben beispielsweise Wachärzte oder die Vergiftungsnotrufe in jeder Region unterschiedliche Telefonnummern. Bei Lebensgefahr heißt es allerdings weiter, die 112 zu wählen.

Mehr Fernbusse auf dänischen Straßen

Bald sollen mehr Busse auf Langstrecken im Land unterwegs sein. Das sieht ein Plan vor, den die Regierung zusammen mit der Dänischen Volkspartei vorgestellt hat. Deshalb sollen die Regeln geändert werden, um es den Privatanbietern wie zum Beispiel Flixbus, leichter zu machen, neue Routen einzurichten. Damit sollen die Bürger die günstige Möglichkeit bekommen, mit dem Bus dorthin zu reisen, wo der Zug nicht hinfährt, heißt es unter anderem vom Transportminister Ole Birk Olesen von der Liberalen Allianz.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Ärmere Welt ohne Kunst“