Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Donnerstag

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Der Nachrichtenüberblick am Donnerstag

DN
Kopenhagen/Apenrade
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Die Bereitschaft ist in den vergangenen zwei Monaten öfter zu Naturbränden ausgerückt als normalerweise im ganzen Jahr. Foto: Rasmus Skaftved/ Ritzau Scanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Bereitschaft rückt in zwei Monaten zu 1.200 Naturbränden aus

Der dänische Sommer ist außergewöhnlich warm und trocken. Das merkt auch die Bereitschaft, die derzeit täglich zu rund 30 Naturbränden ausrücken muss. Insgesamt waren es im Juli bisher 800 und im Juni 449 Einsätze. Damit sind es alleine in diesen beiden Monaten mehr, als normalerweise im gesamten Jahr. Nach Angaben der dänischen Bereitschaft rückt sie sonst jährlich ungefähr 1.200 Mal aus. Täglich sind rund 1.800 Feuerwehrleute im Einsatz. Die Gesamtstärke der Bereitschaft beträgt circa 9.000 Mann.

Polizist erschießt Hund auf Seeland

Ein Beamter der nordseeländischen Polizei hat am Donnerstag in einer Sommerhaussiedlung bei Smidstrup einen Hund erschossen. Die Beamten hatten eine Meldung über zwei herumlaufende Hunde erhalten. Einer der Hunde versuchte einen der Beamten zu beißen, worauf dieser seine Waffe zog und den Hund erschoss, berichtet Wachtchef Søren Bjørnestad. Mindestens drei weitere Personen in der Sommerhaussiedlung wurden zuvor von den beiden Hunden gebissen.

Ärztemangel: Ältere Ärzte werden von Kontrollen befreit

200 Hausärzte haben im Mai darum gebeten, von besonderen, neu eingeführten Nachweispflichten, der sogenannten Akkreditierung, befreit zu werden – und im Gegenzug angeboten, dafür vor September 2019 in Rente zu gehen. Dann nämlich, wenn alle Ärzte in Dänemark diese Akkreditierung vorweisen müssen. Nun sieht es danach aus, dass 92 Hausärzte, die älter als 65 Jahre sind und um die Befreiung von der Akkreditierungspflicht gebeten haben, doch noch nicht in Rente gehen müssen. Sie sollen von der Akkreditierung befreit werden. Das hat die Regierung laut Danmarks Radio vorgeschlagen. Damit soll dem Ärztemangel entgegengewirkt werden. Der Patientenverband sieht das Vorhaben derweil kritisch – denn die Qualität der Behandlung müsse auch bei Ärztemangel gewährleistet sein.

Asylzahlen historisch niedrig

Vor drei Jahren noch hat der dänische Staat mehr als 10.000 Menschen in Not Asyl gewährt. Seit 2015 hat es in Dänemark mehr als 100 Verschärfungen der Ausländerpolitik gegeben – und zugleich hat sich die internationale Lage verändert. Die Folge: in den ersten fünf Monaten des Jahres 2018 haben nun nur noch 581 Menschen Asyl in Dänemark bekommen.

Kopenhagen schrumpft

Seit der Finanzkrise vor zehn Jahren hat die Zahl der Zuzügler nach Kopenhagen und in die Nachbarkommunen Frederiksberg, Tårnby und Dragør stark zugenommen. Doch im vergangenen Jahr hat es einen Richtungswechsel gegeben, berichtet die Tageszeitung Politiken. Die Zahl der Menschen, die aus den vier Kommunen wegziehen hat nun erstmals die Zahl jener übertroffen, die zuziehen. Das zeigen Zahlen vom Branchenverband der Bauindustrie Dansk Byggeri und der Statistikbehörde Danmarks Statistik. 43.261 Zuzüglern standen demnach 45.077 Personen gegenüber, die Kopenhagen und umzu verließen. Einer der Hauptgründe sind die hohen Immobilienkosten. Der Durchschnittspreis für eine Wohnimmobilie ist in Kopenhagen seit 2012 um 1,6 Millionen Kronen gestiegen.

Regierung akzeptiert Zusatzstrafen für Autofahrer

Noch vor der Folketingswahl 2015 hatten die Konservativen sich darüber beklagt, dass Autofahrer zu „Melkkühen“ gemacht würden und das bürgerliche Lager im Folketing wollte sich gegen von der sozialdemokratisch geführten Regierung eingeführte Zusatzstrafen für Verkehrssünder einsetzen. Die Strafe von 500 Kronen wird erhoben, wenn Personen im Verkehr gegen das Strafgesetzbuch verstoßen oder einen Eintrag ins Fahreignungsregister bekommen („klip i kørekortet“). Das Geld geht direkt an eine Stiftung, die sich um Opfer von Verkehrsunfällen und Gewalttaten kümmert. Venstre, DF, Liberale Allianz und Konservative wollten die Regelung abschaffen. Doch Laut Justizminister Søren Pape (Kons.) seien diese Pläne nun ad acta gelegt, berichtet Jyllands-Posten. Laut Reichspolizei sind bisher 143 Millionen Kronen in die Stiftung eingezahlt worden. DF ist weiterhin gegen die Regelung.

Gutes Wetter bringt Aufschwung im Einzelhandel

Im Juni haben die Menschen in Dänemark ungefähr ebenso viel im Einzelhandel eingekauft wie im Mai. Das zeigen neue Zahlen der Statistikbehörde Danmarks Statistik. Insgesamt sind die Zahlen für 2018 damit deutlich besser als im Vorjahr. „Der Wohlstand ist rekordhoch und die Dänen hatten noch nie mehr Geld für den Verbrauch zwischen den Fingern“, schreibt Nykredit-Chefökonom Tore Stramer in einem Kommentar. Das gute Wetter sei dabei wahrscheinlich ein entscheidender Faktor, so Stramer. Besonders der Absatz von Fahrrädern und Fisch falle ins Auge. Seit 2011 hat es nicht mehr solche Absatzzahlen im Lande gegeben, berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau.

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