Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Donnerstag

DN
Apenrade/Aabenraa
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Apple-Kunden können künftig die über sie gespeicherten Daten einsehen. Foto: Scanpix

Mehr Tiertransporte, Einweihung durch die Königin und neue Apple-Offenheit: Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick

Neues Datengesetz der EU: Apple gibt Kunden Überblick über alle gespeicherten Daten

Mit einer neuen Funktion gibt Apple seinen Kunden künftig einen Überblick über alle Daten, die das Unternehmen über sie gespeichert hat. Der Grund dafür ist eine neue Datenrichtlinie der EU, die am 25. Mai in Kraft tritt, und alle Unternehmen zwingt offenzulegen, welche Daten sie von ihren Kunden speichern. Bei Apple sind dies zum Beispiel Informationen darüber, welche Apps man auf seinem I-Phone oder I-Pad benutzt, welche Musik und Filme man gekauft hat, Informationen aus dem Kalender oder was man in der Cloud gesichert hat. Es sei künftig nun möglich, eine Kopie des Datenpakets zu fordern, Korrekturen vorzunehmen oder das Konto komplett zu löschen, schreibt Apple auf seiner Homepage.

Wärmster Mai seit Beginn der Aufzeichnungen

Der bisherige Wärmerekord aus dem Jahre 1889 mit durchschnittlich 13,8 Grad für den Monat Mai wird in diesem Jahr übertroffen. Das meldete das dänische Wetterinstitut DMI am Donnerstag. Wie es von dort heißt, wird die durchschnittliche Temperatur zwischen 14,6 und 14,8 Grad liegen. Damit ist der 145 Jahre alte Rekord mit gut einem Grad übertroffen. In den Jahren 2006 bis 2015 lag die Durchschnittstemperatur im Wonnemonat bei 11,3 Grad. Bisher gab es in diesem Monat neun Sommertage (über 25 Grad).

Königin Margrethe II. Foto: Scanpix

Königin weiht neuen Nationalpark ein

Am kommenden Dienstag eröffnet Dänemarks fünfter Nationalpark. Sein Name: Königliches Nordseeland (Kongernes Nordsjælland), am nördlichen Ende Seelands zwischen Helsingør, Hillerød und Hundested gelegen. Königin Margrethe höchstpersönlich wird ihn einweihen. Der Nationalpark hat eine Gesamtgröße von 262 Quadratkilometern und verteilt sich auf verschiedene, nicht zusammenhängende, Bereiche. Mehr als 15 Jahre Planung gehen mit seiner Eröffnung zu Ende. Für Kirsten Jensen (Sozialdemokraten), Bürgermeisterin der Kommune Hillerød, hat er nicht nur einen Naturwert, sondern ist mit seinen Schlössern, königlichen Jagdrevieren und historischen Forstwirtschaft auch ein „lebendes Museum“.

Kommunen kritisieren Bandenpaket: Minister zur Anhörung einberufen

Mehrere Kommunen in Dänemark, die sich mit kriminellen Banden auseinandersetzen müssen, kritisieren das von der Regierung eingeführte Bandenpaket III. Das Paket sei in der Bandenbekämpfung nicht wirksam genug, so die Kritik laut DR. Der rechtspolitische Sprecher der Sozialdemokraten, Morten Bødskov, hat deshalb Justizminister Søren Pape Poulsen (Konservative) zur Anhörung einberufen.

„Wir fordern den Minister dazu auf, die betroffenen Kommunen zu besuchen und sich ihre Probleme anzuhören”, so Bødskov.

Zahl der langen Tiertransporte verfünffacht

In einem Zeitraum von zehn Jahren ist die Zahl der Langzeit-Schweinetransporte um das Fünffache angestiegen. Ein Tierschutzverein fordert schärfere Gesetze.

Ministerien sollen Konsequenzen des Ramadan untersuchen

Die dänischen Sozialdemokraten möchten von vier Ministerien die Frage beantwortet bekommen, ob fastende Muslime Verkehrsunfälle verursachen oder fehlerhaft arbeiten. Dies berichtet die Zeitung Politiken. Diese Nachfrage steht im Zusammenhang mit einem Leserbrief der Ausländer- und Integrationsministerin Inger Støjberg (Venstre) in der Zeitung BT, in dem sie Muslime dazu aufruft, im Fastenmonat Ramadan Ferien zu machen.

Adressaten der Anfrage sind der Transportminister, die Gesundheitsministerin, der Beschäftigungsminister und Inger Støjberg selbst. Gebe es ein Sicherheitsproblem, dann sollten die betreffenden Personen nicht zur Arbeit, gibt es keines, sollte nicht eine solche Kolumne geschrieben werden, meint Mattias Tesfaye, ausländerpolitischer Sprecher der Sozialdemokraten.

Mattias Tesfaye (Sozialdemokraten) Foto: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix

Viele haben nichts von einer Morphinbehandlung

Nach Zahlen der Behörde für Gesundheitsdaten (Sundhedsdatastyrelsen) haben knapp 60.000 dänische Bürger im Jahr 2017 Morphinpräparate in einem Zeitraum von mindestens fünf Jahren eingenommen. Dies berichtet die Zeitung Politiken. Morphine bekämpfen Schmerzen, können aber süchtig machen. Ein beträchtlicher Teil dieser Gruppe habe von dieser Behandlung nichts, schätzt ein Oberarzt am Reichskrankenhaus, der seit 20 Jahren in der Morphinbehandlung erforscht. Für Gesundheitsministerin Ellen Trane Nørby sind „viel zu viele“ in einer solchen Behandlung“, sie weist aber darauf hin, dass die Zahlen in den vergangenen Jahren gefallen seien und stellt eine neue Beratung für Schmerzpatienten in Aussicht.

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