Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Dienstag

Der Nachrichtenüberblick am Dienstag

Der Nachrichtenüberblick am Dienstag

DN
Apenrade/Aabenraa
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Auch Jugendliche unter 16 Jahren dürfen Alkohol kaufen. Foto: Christoffer Regild/Ritzau Scanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

 

Kraftstoffpreise bleiben am Dienstag stabil

Nach einer starken Anhebung der Kraftstoffpreise am Montag haben die größten Tankstellenketten Dänemarks am Dienstag ihre Preise stabil gehalten. „Wir werden die Preise heute nicht verändern. Wir können aber nicht ausschließen, dass es im Laufe der Woche noch zu einer Senkung oder weiteren Anhebung der Preise kommt“, so die Kommunikationschefin von „Q8“, Lea-Cecilia Hauch, zu Ritzau. Auch „Circle K“-Chef Peter Rasmussen schließt einen weiteren Preisanstieg am Dienstag aus. Am Montag hatten beide Konzerne den Benzin- und Dieselpreis um 40 Öre pro Liter angehoben. Grund war ein rasant gestiegener Ölpreis, nachdem eine Ölanlage in Saudi-Arabien am Wochenende von einer Drohne zerstört worden war – und damit fünf Prozent der weltweiten Ölproduktion ausfielen.

 

Rund 47.000 unbearbeitete Fälle: Wartezeit bei der Justizbehörde stark gestiegen

Die Zahl der unbearbeiteten Fälle bei den dänischen Justizbehörden ist in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen. Lag die Zahl der Fälle, die mehr als 180 Tage alt sind, im Jahr 2016 noch bei 11.394, sind es derzeit 47.390. Das berichtet die Zeitung „Berlingske“ nach einer Akteneinsicht. Laut Behörde sei dies vor allem bei Fällen mit Zeugen ein großes Problem. „Zeugen sind in vielen Straffällen unser wichtigstes Beweismittel. Niemand kann allerdings von Frau Jensen erwarten, das sie sich an etwas detailliert erinnert, dass sie vier Jahre zuvor gesehen hat“, so ein Behördensprecher zu „Berlingske“. Die Wartezeiten variieren allerdings zwischen den verschiedenen Falltypen. Während Diebstahl, Drogenmissbrauch, Sexualstraftaten und Verkehrsdelikte eine längere Behandlungszeit haben als noch vor zehn Jahren, wird Laut Akten Wirtschaftskriminalität deutlich schneller zur Anklage gebracht.

 

Spirituosenverband: Jeglicher Alkoholverkauf an Minderjährige sollte verboten werden

Jugendliche unter 18 Jahren sollten in Dänemark keinen Alkohol kaufen dürfen, ganz egal wie hoch- oder niedrigprozentig er ist: Dieser Meinung ist der Interessenverband für Wein und Spirituosengroßhändler, VSOD. „Alkohol ist ein Produkt für Erwachsene. Für uns geht es darum, unsere Ware verantwortungsvoll zu verkaufen – und eine Abgabe an Minderjährige ist nicht verantwortungsvoll. Wir denken, dass es falsch ist, dass 16- und 17-Jährige Alkohol kaufen können – egal ob es sich dabei um Wein, Bier oder Cider handelt“, sagt Carsten Suhrke, Vorsitzender des VSOD, zur Zeitung „Danmark“. Laut Gesetzgebung ist es Jugendlichen mit 16 und 17 Jahren derzeit erlaubt, Getränke mit unter 16,5 Prozent Alkoholgehalt zu kaufen. Der VSOD und auch die Organisation „Alkohol & Samfund“ kritisieren, dass einige Produzenten deshalb Getränke herstellen, die knapp unter der Grenze liegen. Der Brauereiverband hält hingegen nichts von einem generellen Alkoholverbot für Jugendliche unter 18 Jahren. „Die, über die wir hier sprechen, sind 17-jährige Gymnasiasten. Sie sollten die Möglichkeit haben, sich Bier für ihre Feiern zu kaufen“, so der Direktor des Verbandes, Niels Hald.

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Leitartikel

Siegfried Matlok
Siegfried Matlok Senior-Korrespondent
„Gewollt und „die Ungewollten““